Regierung bietet Generalamnestie & Fluchtwege in Ostaleppo an

Die Nacht des 27. Julis war eine sehr Ereignisreiche in Aleppo; nicht nur wurde Ostaleppo nun vollständig umzingelt und gar ein ganzer Distrikt erobert, auch wurde von Seiten der syrischen Regierung und Russlands eine humanitäre Mission angeboten um die dortigen Zivilisten zu versorgen. 

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Position des Viertels

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Republikanische Garde in Bani Zayd

Über die Nacht ist es geschehen: Oppositionelle Quellen meldeten, das die Syrische Armee unter der Führung der Eliteeinheit der Republikanischen Garden und der 4. Division das Viertel Bani Zayd gänzlich erobert hatten. Diese Nachricht klang so unglaubwürdig und unglaublich dass einige Regierungsquellen diese Eroberungen zunächst verneinten. Ein ganzes Viertel im urbanen Häuserkampf von Aleppo erobert? Immerhin begann die Operation erst vor wenigen Stunden und wurde mit Artilleriebeschuss und Luftschlägen eingeleitet.

Später nachdem sich der Nebel des Krieges gelegt hatte wurde ersichtlich, dass die oppositionellen Kämpfer sich aus dem Viertel & Umgebung zurückgezogen haben um nicht dem Risiko ausgesetzt zu sein, als Belagerung innerhalb der Belagerung zu enden. Vorausgegangen waren weitere schwere Angriffe auf das kurdische Viertel Sheikh Maqsoud, die erfolgreich zurückgeschlagen wurden und der „Youth Housing Complex“ nördlich des Viertels nahe der Castello-Straße erobert wurde (möglicherweise haben sie sich dort bereits zurückgezogen, es gab keine Berichte von Kämpfen um diese Gebäude). Berichten zufolge flüchteten sie per Tunnel in die oppositionellen Teile Ostaleppos. Inwiefern die YPG in Sheikh Maqsoud genutzt hat ist ungeklärt, es gibt sogar Berichte dass der Youth Housing Complex der SAA übergeben wurde.

 

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Hell Cannons und Munition in Bani Zayd

Bani Zayd war berühmt und berüchtigt dafür, die primäre Operationsbasis für den Beschuss Westaleppos mithilfe von sogenannten „Hell Cannons“ zu sein, improvisierter Artillerie die teilweise Fassbomben als Munition benutzte und vielen Zivilisten das Leben kostete. Das Viertel befindet sich östlich von dem erst kürzlich eroberten Layramoun-Industrieviertel und westlich von Sheikh Maqsoud. Nördlich verläuft die Castello-Straße und galt damit als wichtiges Glied, um die Belagerung Ostaleppos perfekt zu machen.

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Fluchtwege sind gekennzeichnet

Eine unerwartete Reaktion auf diese neu entstandene Situation gab es wiederum von der politischen Seite: Die syrische Regierung bzw. Assad versprach für 3 Monate eine Generalamnestie für alle Kämpfer, die sich freiwillig ergeben und die Waffen niederlegen. Diese Taktik ist nichts Neues und war z.B. in Homs sehr erfolgreich, vor allem da es zu einer inneren Spaltung zwischen den moderateren, syrischen Kämpfern und ausländischen Kämpfern führt, denen es wohl unmöglich ist sich zu ergeben. Zu diesem Zweck hatte man 4 Flüchtlingskorridore angeboten, 3 für die einfachen Zivilisten und 1 für kapitulierende Kämpfer (siehe Karte). Vagen Berichten zufolge versuchen Kämpfer bereits beim Fluchtkorridor im Norden bei Bustan Al Basha die Zivilisten vom Verlassen aufzuhalten.

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Außerdem begann man Berichten zufolge mit dem Abwurf von Lebensmitteln von syrischen Flugzeugen aus, die gezeigte Nahrung stammt höchst wahrscheinlich aus Russland. Dennoch gibt es ein grundsätzliches Misstrauen und die Zivilbevölkerung ist sich nicht sicher ob diese Nahrung nicht vergiftet sein könnte und begab sich deshalb sicherheitshalber in die Krankenhäuser, um die Nahrung zu überprüfen. Anmerkung: Die Aussagen über das vergiftete Essen sind absolut unbestätigt und könnten höchst wahrscheinlich falsch sein.

 

Momentan gibt es auch unbestätigte Berichte von größeren Erfolgen im Handarat-Camp im Nordosten Aleppos, wo Liwa al-Quds (man erinnere sich an das geköpfte Kind) Erfolge erzielt haben soll. In Ostaleppo sollen sich zwischen 30.000 und 400.000 Zivilisten noch befinden, die niedrigeren Zahlen erscheinen aber wahrscheinlicher.

 

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Feierlichkeiten in Westaleppo

Anmerkung: Die Situation ist momentan

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