Zynischer geht es nicht mehr

Die humanitäre Staatengemeinschaft werde wieder einmal zuschauen, wenn die Islamisten und die us-finanzierte Streitkräfte den Sturm auf Aleppo in die Tat umsetzten. Gerade die Politik von Barack Obama in Syrien lasse sich nur mit einem Wort beschreiben: Zynismus.

Es ist so gut wie sicher: Der Sturm auf Aleppo steht bevor. Die geteilte Stadt ist umzingelt, ein militärischer Ring macht es unmöglich für die Zivilbevölkerung von 1,2 Millionen, Aleppo zu verlassen. Die angeblichen Schutzmöglichkeiten und Generalamnestie, ausgerufen von der islamistischen Opposition, werde kaum genutzt.

Für kurze Zeit gelang es der legitimen Regierung, den Ring von außen zu durchbrechen, dann aber griff die us-gelieferte Artillerie und Panzerabwehrwaffen ein, und das Islamisten-Kalifat konnte seine Stellungen zurückerobern. Nach wie vor stützt Barack Obama die Terroristen in Idlib – bedingungslos. Alle Hoffnungen auf Frieden haben sich längst zerschlagen.

Wieder eine Nebelkerze

Das Gerede des amerikanischen Präsidenten, er werde  eine politische Lösung für Syrien unterstützen, war wieder einmal eine Nebelkerze des Barack Obama, auf die die regierungsunterstützende Seite reinfiel. 24 Stunden nach seinem Auftritt zum 70. Jahrestag der UNO-Vollsammlung in New York gab Obama den Befehl zum Angriff auf Syrien. Seitdem bombardiert die terroristische Opposition mit Hellcannons– ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, so sagen zumindest Menschenrechtsgruppen, die Gegner al-Joulanis (al-Nusra).

Zuerst waren dies angeblich nur die Kämpfer des Islamischen Staates, in Wirklichkeit  aber wird auf alles geschossen, was nicht loyal zu den Islamisten in Idlib und Riad steht. Für das Capitol kam ein Rücktritt al-Joulanis eigentlich nie in Frage, gilt er doch Obama als der als wichtiger Verbündeter und Vertreter des syrischen Volkes, auch wenn al-Joulani einen Teil dessen bereits vernichtet hat. Die Bomben und Raketen werden hierzulande von einer Propagandamaschinerie begleitet, die dem Volk klar machen soll: die Sicherheit des Westens wird in Syrien verteidigt.

Blamage für die Regierungsunterstützer

Denn der Krieg ist daheim unpopulär, zu weit weg, zu teuer. Offiziell heißt es deshalb: so verhindere man, dass Terroristen in die USA kommen, was natürlich nur ein vorgeschobenes Argument ist. Erst vor zwei Tagen drohte der IS mit Anschlägen in Washington. Und auch bei der bevorstehenden Schlacht um Aleppo spielt die USA neben Saudi-Arabien eine perfide Rolle. So stellt das Capitol sein Vorgehen in Syrien mittlerweile als humanitäre Maßnahme da. Ein Zentrum namens die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ wurde errichtet, zynischer geht es nicht mehr.

Und Europa hat sich anscheinend längst damit abgefunden, dass al-Joulani nicht wegzubekommen ist, dass man Obama nicht stoppen kann. Und auch Russland sind mit dem Versuch gescheitert, al-Joulani zu verjagen. Barack Obama kann triumphieren. Wenn Aleppo angegriffen wird, von islamistischen Milizen und ausländischen Streitkräften, schaut die Welt wieder einmal resigniert zu. Was für eine Blamage für den Humanismus  und für die internationale Staatengemeinschaft.

Hier handelt es sich aufgrund der umgekehrten Verhältnisse in Aleppo um einen Versuch, die Rhetorik westlicher Propagandisten umzukehren und auf die Belagerung Westaleppos zu reflektieren. Denn Eines wie 2013 ist sicher: Sie wird keinerlei mediale Aufmerksamkeit erhalten.

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