Territorialgewinne der Armee in Ostaleppo

Als Reaktion auf die doch unerwartet erfolgreichen Eroberungen veröffentlichte das Generalkommando der Syrisch-Arabischen Armee eine Pressemitteilung, sowohl Luftschläge als auch Artillerieangriffe zurückzufahren, auch um weiteres ziviles Leid zumindest zu vermindern. Welche Erfolge kann die SAA & ihre Verbündeten verzeichnen?

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Die wohl größten Erfolge konnte die SAA & Liwa al-Quds im Nordosten bezeichnen. Dort wurden zugleich zwei gesamte Bezirke erobert: der Handarat-Bezirk und das von dort westlich gelegene Shuqayyf-Industrieviertel welches bereits vorher von 3 Seiten aus angegriffen wurde, darunter auch von den unabhängigen Kurden im Sheikh Masqoud-Viertel. Das ehemalige palästinensische Flüchtlingslager Handarat ist ebenfalls Heimat der Liwa al-Quds, insofern handelt es sich für die Gruppierung um die „Rückeroberung/Befreiung“ ihrer Heimat. Weiterhin konnte man südlich der beiden Viertel vordringen, sowohl das berüchtigte al-Kindi-Krankenhaus als auch weiter südlich gelegene Fabrikanlagen (darunter Bierfabriken) erobern, Diese befinden sich wiederum im Awijah-Viertel. Mit der Eroberung dieser Gebiete wurde ein möglicher Ausbruch der Opposition im Norden der Stadt über die Castello-Straße und Mallah-Farmen sehr erschwert, wenn nicht sogar verhindert.

Die ersten größeren Erfolge konnte die SAA hingegen in der Altstadt verzeichnen, im Farafira-Wohnbezirk nördlich der alten Zitadelle. Man konnte ebenfalls das gesamte Viertel erobern und damit fast einen Kessel für die übrige Opposition in der Altstadt und al-Azizeh vorbereiten.

Am 5. und 6. Oktober konnte die SAA mithilfe der Republikanischen Garden und mehreren NDF-Milizen ebenfalls in Bustan al-Pasha auf kleinerer Ebene vorrücken. So konnte man alleine am 6. Oktober etwa 40% von Bustan einnehmen, vor allem in Umgebung des Sportzentrums „Institute of Physical Education“. Ebenfalls gibt es Berichte von Kämpfen östlich des Viertels, in Suleiman al-Halabi. Von Fortschritten ist jedoch dort nichts bekannt.

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Auch die Eroberungen im Süden Aleppos sind durchaus respektabel, aber zu großen Teilen nur bedingt bestätigt. Die SAA soll mithilfe von irakischen Milizen mehrere Häuserblöcke im al-Amiriyah-Viertel erobert haben, nördlich von Ramouseh. Außerdem soll es beachtliche Folge in Sheikh Saeed geben (siehe Karte), dennoch unterstützten noch keine visuellen Beweise derartige Behauptungen.

 

Obwohl die SAA durchaus unerwartete und beachtenswerte Erfolge innerhalb des kurzen Zeitraumes verzeichnen konnte, so bedeutet dies noch lange keinen einfachen Sieg in Ostaleppo. Große Teile des eroberten Gebietes (vor allem im Norden) waren schwer zu verteidigen respektive haben in der Belagerung nur zu einer unnötig vergrößerten Front geführt. Insofern kam es oft zu taktischen Rückzügen, teilweise auch an erfolgreiche Gegenangriffe gekoppelt (z.B. in Handarat). Die Opposition wird sich nun wahrscheinlich auf die relevanten Territorien konzentrieren, sprich urbane und enge Behausungen mit einem großen Anteil an Zivilisten.

 

 

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