Vorort von Damaskus kapituliert | Familien aus Ostaleppo evakuiert

Der kleine Vorort in West-Ghouta südlich von Damaskus namens Khin al-Shih ist nun ebenfalls Bestandteil des „Versöhnungsprozess“ zwischen der Opposition und der syrischen Regierung. Ergebnis dieses Prozesses ist einerseits die (friedliche) Übernahme des Ortes durch die Syrisch-Arabische Armee (SAA), andererseits eine Generalamnestie für allen oppositionellen Kämpfer, die danach ein Leben als Zivilisten führen können. Eine weitere Möglichkeit ist der Transport in den bekannten „grünen Bussen“ in die Idlib-Provinz, um dort weiterhin gegen die Regierung zu kämpfen. Letzteres sollen etwa ~1200 Kämpfer und deren Familienmitglieder angenommen haben. Dieser Prozess ist nichts Neues im Umland von Damaskus (Rif Dimashq), nachdem solche Angebote ebenfalls von Daraya, Maadamiyeh, oder Qudsseya genutzt wurden.

Der Ort ist erst seit einigen Monaten vollständig belagert gewesen, nachdem es mehrere oppositionelle Offensiven in Richtung anderer Kessel gab. Die dortigen Kämpfer sollen neben Heimischen aus Fateh al-Sham und Ahrar al-Sham bestanden haben.


Währenddessen halten die schweren Kämpfe in und um Ostaleppo weiter an. Es kam vor allem zu Scharmützeln im Osten, nahe des Hanano-Viertels. Weitere Fronten sind weiterhin Bustan al-Pasha als auch Sheikh Saeed. Es kam dort aber nicht zu großen Bodenveränderungen, es gibt unbestätigte Eroberungen des „Ma’saraniyah Youth Housing“ und dem alten Najjar-Industriedistrikt.

Das Generalkommando der Syrisch-Arabischen Armee verkündete außerdem vor wenigen Minuten die Aufstellung eines 5. Korps in Aleppo, welches vor allem zu Offensiven gedacht ist. Welche Einheiten dort involviert sind ist derzeit unklar.


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Geflüchtete Familie aus Ostaleppo

Wesentlich wichtiger ist die Evakuierung von 2 Familien aus Ostaleppo, nachdem es nach eigenen Angaben um eine „verdeckte Operation“ gehandelt habe. Man durfte nicht das Risiko eingehen, durch die oppositionellen Kämpfer entdeckt zu werden. Weiterhin herrscht die Ansicht, dass die Opposition in Ostaleppo die Zivilisten als Geiseln halten, nachdem die „humanitären Fluchtkorridore“ nicht genutzt und gar von der Opposition mit Mörsern beschossen wurden. Inzwischen gibt es ebenfalls Berichte von weiteren 7 geflüchteten Personen, die nahe Suleiman al-Halabi evakuiert wurden.

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