Rebellen vergiften Wasserleitung nach Damaskus

Erneut begannen oppositionelle Kämpfer in der Provinz Rif Dimashq damit, die einzige Wasserverbindung für Damaskus mit Diesel und weiteren Stoffen zu verunreinigen, die das Wasser damit ungenießbar macht.

Auf Reaktion dessen begann die syrische Regierung die Zufuhr zu stoppen und Wasserreserven zu aktivieren. Die al-Fija-Quelle wird seit Anbeginn des Konfliktes um das Wadi Barada von oppositionellen Kämpfern besetzt und drohte erneut mit derartigen Schritten, nachdem die Syrisch-Arabische Armee mithilfe der Hisbollah versuchte, Teile des dortigen Tals erfolgreich einzunehmen.

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Situation westlich von Damaskus

Syrisches Verteidigungsministerium bestätigt: Aleppo vollständig befreit

Das Zentralkommando der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) bestätigte am 22. Dezember nun selber, dass sich die ehemals größte Stadt Syriens vollständig unter der Kontrolle der syrischen Regierung befindet. Nach 4 Jahren, 5 Monaten und 3 Tagen ist die Schlacht um Aleppo beendet. In den letzten Stunden fuhren die letzten 4.000 Kämpfer aus den letzten Bezirken Ost-Aleppos in die Provinz Idlib. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden insgesamt 35.000 Menschen aus Ost-Aleppo evakuiert.

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Feuerwerk (oder Waffensysteme) in Aleppo

Derweil feiern die Menschen im restlichen Aleppo nicht nur ein friedliches Weihnachten nach vier Jahren, sondern auch den militärischen Sieg und die Wiedervereinigung Aleppos mithilfe von Schüssen.

Was passiert nach Aleppo? Mögliche (militärische) Szenarien. 

Türkisch dominierte Offensive in al-Bab gestoppt | IS erbeutet deutsche Panzer

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Situation um al-Bab nach den zugefügten Verlusten

Die türkisch-oppositionelle Operation „Euphrates Shield“ im Norden der Provinz Aleppo wurde vor ihrem eigentlichen Ziel, die Stadt al-Bab, gestoppt. Die letztens eroberten Stellungen um den Berg Aqil wurden mithilfe von 3 Selbstmordattentätern am gleichen Abend revidiert, die Verluste belaufen sich im zweistelligen Bereich.

 

Die 3 Selbstmordattentäter wurden allesamt bei der Rückeroberung des Berges genutzt, welcher einen strategischen Vorteil für die ganze Stadt verschafft. Über diese drei Personen ist erstaunlich wenig bekannt, eine Person heißt Abu Usahma al-Gazzawi und stammte aus Gaza, ein Anderer aus dem Irak und über die dritte Person ist (noch) nichts bekannt. Zumindest ein Selbstmordattentäter griff die Positionen südwestlich des Krankenhauses am Berg an.

Die genauen Todeszahlen sind wie üblich relativ undurchschaubar, während die Daesh nahe stehende Nachrichtenagentur AMAQ die getöteten türkischen Soldaten auf 20 beziffert und es weitere 30 Verletzte gab, nennt das türkische Verteidigungsministerium 16 Tote und weitere 16 Verletzte. 2 Soldaten davon sind danach im Krankenhaus verstorben. Laut weiteren Angaben sollen mindestens 32 Kämpfer der Opposition gestorben sein. Damit war dieser Tag der Verlustreichste der gesamten Operation.

Daesh erobert zwei Leopard 2-Kampfpanzer

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Außerdem eroberte Daesh auch einige Mengen an Waffen und Fahrzeugen, darunter auch zwei Leopard 2A4-Kampfpanzer der türkischen Armee. Ob diese auch im Kampf eingesetzt werden können ist derzeit fraglich, der Zustand der beiden Panzer ist unbekannt und ob Daesh das technische Know-How über die Instandhaltung, Wartung und Reparatur darüber verfügt ebenso. Dennoch könnte dies eine erneute Debatte über deutsche Waffenlieferungen entfachen, vor allem nachdem unzählige Waffen der Peschmerga im irakischen Kurdistan auf dem Schwarzmarkt und in die Hände des Islamischen Staates gefallen sind.

Die Stadt al-Bab ist sowohl essentiell für die syrische Opposition & Türkei, als auch für die Kurden/SDF. Dieses Gebiet ist eine effektive Pufferzone für die Türkei, in der sowohl Flüchtlinge Unterschlupf gegeben werden kann, als auch der Einfluss auf Syrien ausgeweitet wird. Primärer Zweck der Operation „Euphrates Shield“ sind aber die Kurden, denn dadurch wird es dem Afrin-Kanton unmöglich gemacht, sich mit den restlichen Kantonen weiter östlich zu verbinden und damit die türkische Grenze zu dominieren. Zurzeit ist die Annahme, dass die Operation in al-Bab vor allem von der türkischen Armee dominiert wird, da die restlichen oppositionellen Kräfte seit Jahren in der Region keine sonderlich positive Rolle einnahmen und sich mehrmals zurückziehen mussten.

 

UN entsendet internationale Beobachter für die Aleppo-Evakuierung

Eine von Frankreich eingebrachte UNSC-Resolution zur internationalen Überwachung der Evakuierung von Ost-Aleppo wurde vom Sicherheitsrat einstimmig angenommen. Sie schickt eine Beobachtermission nach Ost-Aleppo und überwacht dort den dortigen Evakuierungsprozess. Die Resolution wurde in den letzten Tagen der Evakuierung verabschiedet, bis die ersten Mitglieder eingetroffen sind wird die Evakuierung wohl abgeschlossen sein.

Unklar ist, ob ebenfalls internationale Beobachter nach Idlib geschickt werden, um den dortigen Evakuierungsdeal zu überprüfen. Immerhin wurden dort im Gegensatz zu Aleppo mehrere Vertragsbrüche begangen, es wurden Rettungsbusse in Brand gesetzt und deren Busfahrer teilweise getötet.

Opposition bricht erneut die Vereinbarungen, zerstört Busse zur Evakuierung

Am letzten Freitag sperrte die Syrisch-Arabische Armee und seine Verbündeten den einzigen Evakuierungsweg entlang verschiedener Viertel im Südwesten der Stadt mithilfe von LKWs und Sandbarrieren, nachdem die oppositionellen Kämpfer mehrfach gegen die ausgehandelten Vereinbarungen verstoßen hatten. Zu Beginn dieser Aktion waren die Hauptakteure schiitische Milizen und Bürger, die den Weg für die Busse und Fahrzeuge des Roten Halbmondes versperrten. Später kamen dann auch offizielle Institutionen der syrischen Regierung dazu. Was war der Grund dafür?

Erste Vorwürfe der Regierung lauteten vergleichsweise behutsam: Oppositionelle Kämpfer sollen Waffen mit sich getragen haben, die nicht in der Vereinbarung standen. Zu diesen gehören leichte Waffen, die man mit sich mittragen kann. Später kam dann auch der Faktor hinzu, dass sie Gefangene mitnehmen wollten, die Angehörige der Syrisch-Arabischen Armee sind und/oder anderweitig der Regierung angehören. Ob sie auch gesuchte Verbrecher wie Omar Salkho (die Person, die das 13-jährige Kind geköpft hatte) mitnehmen durften, ist unklar.

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Zerstörter Bus in Fu’ah, nachdem er von Jaysh al-Fateh angegriffen wurde

Der primäre Grund ist aber in einem wesentlich schwerwiegenderen Vertragsbruch zu finden: Der Evakuierung von Fu’ah und Kafarya. Nicht nur sollten die übrig gebliebenen Zivilisten & Kämpfer aus Ost-Aleppo evakuiert werden, sondern auch vor allem Alte und Verletzte aus den belagerten Orten Fu’ah und Kafarya. Beide Dörfer liegen direkt östlich von der Stadt Idlib, Hochburg der Opposition und dem islamistischen Bündnis Jaysh al-Fateh, welches von Jabhat Fateh al-Sham angeführt wird. Die mehrheitlich schiitischen Einwohner sind seit über einem Jahr trotz angeblicher Waffenruhe dem Artilleriebeschuss der Opposition ausgesetzt. Immer wieder gibt es tote Zivilisten, die Orte werden nur notdürftig per Luftbrücke versorgt. Dementsprechend hielt man es für eine gute Idee, rund 4.000 Einwohner (insgesamt leben dort 15.000-30.000 Zivilisten) zu evakuieren. Dafür werden wiederum 1.500 Zivilisten aus Madaya westlich von Damaskus evakuiert, welcher ebenfalls seit Jahren belagert wird. In Ost-Aleppo warten schätzungsweise noch maximal 5.000 Zivilisten und noch mehr Kämpfer auf eine Evakuierung.

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Nachdem es am 17. Dezember zu einer Deeskalation der Lage kam, die Straße um Ramouseh in Aleppo geräumt wurde und ein erneuter, gleicher Deal beschlossen wurde, eskalierte die Situation am 18. Dezember vollends: Kämpfer um Jaysh al-Fateh und weiteren Oppositionsgruppen zerstörten die Busse in Fu’ah und Kafarya, nachdem diese den Ort betreten hatten und die Tage zuvor aufgehalten wurden. Dabei wurde mindestens ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet. Fateh al-Sham (ehemals al-Nusra) droht nun, jede Person umzubringen die die beiden Orte verlassen möchte. Eine frühere Evakuierung Ost-Aleppos und der beiden Orte scheint insofern sehr unwahrscheinlich, der Grund dafür umso offensichtlicher entgegen der Behauptungen mancher Personen und Medien.

7-jähriges Mädchen verübt Selbstmordattentat in Damaskus

Ein 7-jähriges Mädchen (einige arabische Medien sprechen zurzeit auch von 8 Jahren) sprengte sich vor wenigen Minuten in der al-Midan-Polizeistation mithilfe eines Sprengstoffgürtels in die Luft. Sie gab vorher an, sich verlaufen zu haben. Derzeit ist unklar wer sich zu diesem Anschlag bekennt und wie viele Personen verletzt wurden. Derzeit soll 1 Polizist getötet und ein Weiterer leicht verletzt sein.

Der letzte Selbstmordanschlag in Damaskus fand im Juni 2016 im Sayyidah Zaynab-Schrein statt, wo mindestens 12 Zivilisten durch Daesh getötet wurden.

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Unten: Die Leiche des Mädchens

Was kommt nach Aleppo? Mögliche Szenarien

Die erfolgreiche Operation in Ost-Aleppo befreit nun zwischen 20.000-25.000 Soldaten, Hunderte Panzer und Transporter der Syrisch-Arabischen Armee (SAA). Darunter fallen auch Eliteeinheiten wie die „Tiger Forces“ unter dem legendären Suleil al-Hassan, Teile der Republikanische Garde, oder die 14th Division. An welchen Fronten könnten die Einheiten in den folgenden Wochen und Monaten nun eingesetzt werden? Anmerkung: Natürlich werden Einheiten nur teilweise an verschiedene Fronten verlegt, alle 20.000 Soldaten werden nicht an einer Front eingesetzt werden.

Ost-Ghouta

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Seit einem halben Monat gibt es Gerüchte darüber, dass die dort stationierten Republikanischen Garden in Mitte Dezember eine erneute Großoffensive starten wollen, um zumindest die wenig urbanen Gebiete Ghoutas zu erobern und damit langfristig die Zentren wie Douma oder Irbeen zur Aufgabe zu zwingen. Ost-Ghouta ist landwirtschaftlich äußerst fruchtbar und eine Hochburg der Opposition seit Anbeginn des Konfliktes. Die hohe Fruchtbarkeit der Region sorgte dafür, dass die über 2 Jahre andauernde Belagerung keine signifikanten Vorteile brachte.. Seit einigen Monaten gibt es aber immer wieder Erfolge der SAA, die den Kessel um etwa ~30% verringerten. Erfahrung die in Ost-Aleppo gesammelt wurde ist also vonnöten in Ost-Ghouta, vor allem wenn man auch die urbanen Zentren erobern will.

Wahrscheinlichkeit: Sehr wahrscheinlich.


Palmyra/Ost-Homs

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In den letzten 2 Tagen konnte Daesh eine große Menge an Boden gut machen und die bekannte und prestigeträchtige Wüstenstadt Palmyra/Tadmur erobern. Während die momentanen Eroberungen aus militärischer Sicht eher irrelevanter Natur sind, steht Daesh kurz vor den Toren der T4-Luftbasis. Diese schwer befestigte Basis ist eine der wichtigsten Militärbasen der syrischen Regierung und öffnet Tor und Tür nach Homs, der zentralen Provinz in Syrien. Um die dortigen Gebiete nicht zu gefährden wurden bereits verschiedene SAA-Einheiten (z.B. 11th Division) und Milizen (Qalamoun Shield, Homs Leopards) in die Gegend versandt. Wie für kritische Situationen üblich gibt es Gerüchte darüber, dass die Tiger Forces dorthin verlagert werden sollen. Auch sind Milizen wie Suqur al-Sahara eine Option, die sehr professionalisiert in dem gebirgigen Territorium dort sind. Ob die dortigen Einheiten das Ziel der Rückeroberung von Palmyra haben ist aber unklar, möglicherweise dienen sie auch einfach nur der Gebietssicherung. Es sollte aber klar sein, das möglichst schnell gegen Daesh dort vorgegangen werden muss, bevor sie Fallen, Sprengkörper etc. aufstellen können.

Wahrscheinlichkeit: Sicher. 


Deir ez-Zor

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Eine Operation in Richtung Deir ez-Zor ist sehr abhängig von der obigen Palmyra-Operation.  Deir ez-Zor ist seit einigen Jahren eine Exklave entlang des Euphrates, mitten im Daesh-Territorium. Dort kämpfen die am besten ausgebildeten Einheiten der Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine, ebenso berühmt und berüchtigt wie Suleil al-Hassan. Auch sind verschiedene Teile der Hisbollah dort inzwischen aktiv.  Während die Frontlinien relativ stabil sind, setzen die ständigen Offensiven von Daesh und der amerikanische Luftschlag einst deutlich zu. Eine Beendigung der Belagerung würde sehr effektive Einheiten befreien und eine Position in Ostsyrien sichern.

Problem ist: Um dorthin zu gelangen, muss man über 200km Wüste von Palmyra nach Deir ez-Zor erobern. Nicht nur wäre dies ein extrem langes Unterfangen und würde die Grenzen überdehnen, auch ist das dortige Terrain sehr begünstigend für Daesh. Sie würden ständig die einzige Straße dorthin überfallen und damit die dortigen Einheiten schwächen. Der Aufwand wäre die Priorität nicht wert.

Wahrscheinlichkeit: Sehr unwahrscheinlich.


Latakia

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Latakia war schon lange keine aktive Front mehr. Nach der Wiedervereinigung von Aleppo könnte nun die letzte größere Stadt und Provinz Idlib ins Fadenkreuz der SAA rücken. Um Idlib unter Druck zu setzen benötigt man zwei Seiten: Aleppo (siehe unten) und das Jabal al-Akrad-Gebirge bei Latakia. In einem Zangenangriff könnte man sowohl vom Osten, als auch vom Westen attackieren. Um diesen Plan zu erfüllen benötigt man Jisr al-Shughur (siehe Karte), die „Heimatbasis“ von dschihadistischen Uiguren aus China. Wie die letzte Schlacht um al-Shughur bewiesen hat sind die Berge westlich der Stadt essentiell für deren Eroberung. Verschiedene Einheiten wie Suqur al-Sahara oder die Marineeinheiten der SAA haben Erfahrung im Terrain von Latakia, dementsprechend wäre eine Verschiebung dorthin möglich. Ob aber diese Priorität wirklich existiert, oder Latakia weiterhin eine ruhige Front bleibt, ist abzuwarten.

Wahrscheinlichkeit: Eher unwahrscheinlich.


al-Bab/Raqqah

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Raqqah und al-Bab sind zurzeit die prestigeträchtigsten Ziele der Türkei und der USA, die in beiden Fällen ihre syrischen Vertreter  einsetzen um dieses Ziel zu verwirklichen. Al-Bab ist das ultimative Ziel der Türkei, die Kurden bzw. SDF zu schwächen und einen Zusammenschluss der Kantone in Nordsyrien zu verhindern. Während die SAA seit einigen Wochen kurdische Milizen auf vielfältige Weise unterstützen und teilweise sogar eigene kurdische Milizen aus der NDF und LDF bei der Eroberung einsetzen, hat man selber natürlich ebenfalls Ambitionen die Stadt oder zumindest deren Umland zu erobern. Eine Eroberung würde das sofortige Ende der Operation „Euphrates Shield“ der Türkei bedeuten, da die Türkei kein besonderes Interesse hat gegen die syrische Regierung aktiv zu kämpfen und die islamistischen Milizen dort ohne türkische Unterstützung absolut verloren/inkompetent sind. Ansonsten könnte man möglicherweise einen Deal mit der SDF verhandeln, die das dortige Gebiet zu einer „neutralen Zone“ o.Ä. verwandeln könnte.

Raqqah als faktische Hauptstadt des IS ist ebenfalls Ziel der SDF und seit 3 Tagen in einer zweiten Phase zur Isolation der Stadt (bisher wurden 16 Dörfer erobert) involviert. Für die SAA existiert natürlich auch ein reges Interesse an der Stadt als ehemalige Regierungshochburg wie jede Großstadt. In dem Falle aber geht es nicht unbedingt um die Stadt, sondern um den Weg dahin bis maximal Taqba mit seinem Staudamm. Die Kuweires-Luftbasis (die für über 3 Jahre belagert und dann gerettet wurde) ist der perfekte Ausgangspunkt dafür, es gibt bereits Gerüchte über den Artilleriebeschuss von Deir Hafer. Auf dem Weg liegt einerseits die sichere Wasserversorgung Aleppos vom Euphrat, die fruchtbaren Deir Hafer-Felder und die Jirah-Luftbasis, die effektiv im Kampf gegen Daesh genutzt werden könnte. Außerdem wird dadurch der Weg der TFSA (Oppositionelle der „Operation Euphrates Shield“) in Richtung Raqqah versperrt, welches für Erdogan auch eines seiner selbsterklärten Ziele ist. Auch würde die SAA sich den Wüstenkampf weiter südlich sparen.

Wahrscheinlichkeit: Wahrscheinlich.

Aleppo-Provinz

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Nach dem Kampf ist vor dem Kampf heißt es für Aleppo, von der Stadt könnten die Kämpfe nun in der restlichen Provinz weitergeführt werden. Ebenfalls wie in Latakia könnte hier das langfristige Ziel die Eroberung Idlibs sein, welches 2015 an das dschihadistische Bündnis Jaysh al-Fateh verloren wurde. Nahe Idlib befinden sich die schiitischen Dörfer Karfarya & Fu’uah, die letzten Positionen der Regierung in der Provinz Idlib. Beide Dörfer werden bisher vor allem mit einer Luftbrücke zumindest notdürftig versorgt und den Schutz übernehmen die NDF und schiitische Milizen aus der Region. Während sozusagen ein Tauschhandel zwischen den beiden Orten und Madaya & Zabadani durch Regierung und Opposition stattfindet (z.B. in Form von Verletzte evakuieren, Hilfslieferungen, die alleinige Existenz ist dadurch ermöglicht), kam es seit den Fortschritten in Ost-Aleppo zu einer gewissen Eskalation: Mörser- und Artilleriebeschuss, die NDF nahm 3 Fateh al-Sham-Kämpfer fest in der Zeit (Einer davon ist Tschechene).

Auf der anderen Seite könnte ganz simpel das Umland von Aleppo gesichert werden, damit nicht eine erneute Blamage wie 2012 in Aleppo geschehen kann. Aussichtsreich ist dort der Norden entlang von Nubl und Zaahra (welche in den letzten Tagen massiv beschossen wurden und über 30 tote Zivilisten zu beklagen hatte) und ganz Südaleppo, wo eine große Menge an schiitischen und zumeist irakischen Milizen aktiv sind. Eine Frühjahrsoffensive in der Gegend zeigte bereits ein Potential für mögliche Eroberungen.

Wahrscheinlichkeit: Relativ wahrscheinlich.

BREAKING: ALEPPO VOLLSTÄNDIG BEFREIT

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Die Mutter aller Schlachten ist gewonnen.

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) & Verbündete konnten nach über 3 Wochen an Kämpfen 50% der Stadt und damit Ost-Aleppo vollständig erobern. Eine unerwartet schnelle und effektive Operation, die man vor Monaten für vollständig unmöglich gehalten hatte. Während die zivilen Opfer laut oppositionellen Angaben bei rund ~350 Toten liegen (eine im Vergleich zum Libanonkrieg oder US-Operation im Irak sehr, sehr geringe Zahl), wurden gleichzeitig zwischen 50.000-70.000 Zivilisten aus Ost-Aleppo befreit und werden derzeit von internationalen und nationalen Hilfsorganisationen versorgt. Die meisten Zivilisten als auch amerikanischer Außenminister John Kerry bestätigten den Vorwurf, dass die oppositionellen Kämpfer die Bevölkerung als Geiseln genommen haben.

Die letzten Kämpfer erkannten letzten Endes ihre aussichtslose Situation, nachdem Diese nur noch in etwa 5 Vierteln präsent waren und damit 2% der gesamten Stadt kontrollierten. Es ist derzeit unklar ob sie einen Transport nach Idlib akzeptiert haben, oder tatsächlich kapitulieren und damit von der Generalamnestie betroffen sind, die ihnen eine Wiedereingliederung in die Zivilgesellschaft ermöglicht.

Durch diesen Sieg werden zwischen 20.000 bis 25.000 Soldaten & Kämpfer frei, die nun an anderen Fronten eingesetzt werden können. Darunter fallen große Teile der Eliteeinheiten wie die Tiger Forces oder die Republikanischen Garden.

Aleppo war einst die größte Stadt in Aleppo und das Herz der Industrie. Sie besitzt eine enorme strategische Bedeutung für alle Fraktionen, ihre Eroberung wird grundsätzlich als  der „Gamechanger“ betrachtet, die über die Situation in ganz Nordwestsyrien entscheidet. Es kam bereits jetzt schon z.B. in Hanano zu Wiederaufbaumaßnahmen und der Rückkehr von Tausenden an Bewohnern in ihre alte Heimat. Die Bewohner beider Seiten müssen nun täglich nicht in der Angst leben, jederzeit getötet zu werden. Eine regelmäßige Elektrizitäts- und Wasserversorgung.

Scheinbar scheint die ganze Stadt zurzeit wach zu sein, überall hört man die jubelnden Menschen, die ausgelassen feiern und dies auch durch die vom Staate weniger gern gesehen „Freudenfeuer“ (sprich: Schüsse in die Luft) feiern.


Chronologische Reihenfolge der Eroberungen & Fortschritte:

 

Edit: Die Nachricht schien trotz Verkündung im syrischen Fernsehen und militärischen Bestätigungen doch zu früh, eine kleine Gruppe konnte sich in 2 verbliebenden Vierteln im Norden von Ramouseh verschanzen. Sprecher einiger Gruppierung wie Nour al-Din al-Zenki bestätigten inzwischen eine Evakuierung der Kämpfer nach Idlib und Nord-Aleppo. Damit ist Aleppo nicht nur de jure, sondern auch faktisch befreit.

1% Aleppos sind in der Hand der Islamisten

Erneut gibt es riesige, unerwartete Erfolge in Ost-Aleppo: Seit gestern Nacht konnte  die Syrisch-Arabische Armee & Verbündete wie Liwa al-Quds, Liwa al-Baqir, oder Suqur al-Sahara insgesamt 4 Viertel komplett einnehmen. Diese Viertel sind: Sheikh Sa’eed, al-Salheen, Fardos und Karm al-Dada.

Sheikh Sa’eed, al-Salheen und Karm al-Dada waren bereits in den vorherigen Tagen zumindest teilweise unter Kontrolle, z.B. al-Salheen zu 80% oder Sheikh Sa’eed zu 50%. Sheikh Sa’eed war über die ganze Jahre hinweg eine der wichtigsten Fronten für die Opposition in Ost-Aleppo, da sie vom dortigen Punkt aus einen Durchbruch nach Idlib ermöglichte. Nach 3 Tagen an harten Kämpfen und Verlusten auf beiden Seiten ist das Viertel nun vollkommen unter Kontrolle.

Durch diese weiteren Eroberungen besitzt die Opposition noch 2% der gesamten Stadt, 4-5% des ehemaligen Ost-Aleppos sind weiterhin unter ihrer Kontrolle. Rund 50% des Kessels sind alleine in den letzten 2 Wochen erobert worden.

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Update:

Die SAA hat nun sämtliches Territorium östlich des Queiq-Flusses erobert und damit zwei weitere Viertel vollständig erobert. Diese beiden Viertel sind al-Kallaseh und Bustan al-Qasr. Ebenfalls sollen Teile von al-Sukkari  erobert worden sein. Damit wird nur noch 1% der Stadt gehalten.

BREAKING: Kämpfer sollen Ost-Aleppo in den nächsten 48 Stunden verlassen

Laut der Nachrichtenagentur Reuters kam es zu einer amerikanisch-russischen Vereinbarung, die die Evakuierung der letzten verbliebenen Kämpfer aus Ost-Aleppo (genauer: Südost-Aleppo) vorsieht.

Derzeit ist unklar ob diese Entscheidung über die Köpfe der oppositionellen Kämpfer hinweg vereinbart wurde, sie symbolisierten in den letzten Wochen immer wieder die Ablehnung einer solchen Idee. Möglicherweise wird nur versucht weitere Tage die Truppen an diese ohnehin gewonnene Front zu binden, obwohl sie an anderen Orten (z.B. Palmyra/Tadmur) momentan eher gebraucht werden.

Offensive in Ost-Aleppo wird weitergeführt | Palmyra fällt

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Nachdem für 2 Tage die Waffen geruht haben und dies die Evakuierung von Tausenden Zivilisten (laut dem russischen Verteidigungsministerium ~20.000) ermöglichte, scheint die Syrisch-Arabische Armee mit ihren Verbündeten erneut kleine Fortschritte zu machen. Derzeit wurde das gesamte al-Qasileh-, al-Ma’adi- und Bab al-Maqam-Viertel erobert. Kleinere Fortschritte soll es ebenfalls in den umlegenden Vierteln wie Sahet Bizzah gegeben haben, wobei sich deren Eroberungen momentan nur auf ein paar Häuserblöcke beschränken.

Daesh erobert Palmyra

Währenddessen gibt es weniger erfreuliche Nachrichten aus der antiken Wüstenstadt Palmyra/Tadmur: Nach einem nächtlichen Hin und Her zwischen der NDF (die auch Unterstützung von der 11th Division der SAA erhalten hat) und Daesh konnte der Islamische Staat die Verteidigungen im Norden und Osten der Stadt durchbrechen und durch einen weiteren Zangengriff vom Süden auf die Fakhreddine al-Ma’any-Festung westlich der Stadt die restlichen Einheiten zur Flucht zwingen. Sowohl die Daesh nahe stehende Nachrichtenagentur AMAQ als auch Videos bestätigen diese Mitteilung.

Zuvor in der Nacht kam es zu massiven Luftschlägen der russischen und syrischen Luftwaffe. Obwohl es für den gestrigen Abend sehr gut für die NDF aussah, schien die Wirkung der Bombardements aufgrund der Wüste und des gebirgigen Terrains nur einen bedingten Erfolg gehabt zu haben (angeblich wurden mindestens 150 Islamisten getötet). Daesh nutzte exakt die gleiche Taktik wie 2015, wer die Berge um Palmyra kontrolliert, der kontrolliert auch die Stadt.

Nähere Informationen für die Tage davor hier.

Während die Stadt keine militärische Bedeutung besitzt, bedeutet sie einen wichtigen propagandistischen Sieg für Daesh, welches ansonsten an allen Fronten größtenteils verliert und damit durchaus zu kleinen Offensiven fähig ist. Ebenfalls bedeutet dies einen enormen Verlust an Prestige für Russland, welches die Rückeroberung äußerst brachial mit einem Konzert im Amphitheater etc. zelebriert hat. Was die Eroberung für die Ruinen bedeutet ist derzeit unklar.

Palmyra könnte erneut fallen

Schlechte Nachrichten aus der Wüstenstadt Palmyra/Tadmur: Seit dem 8. Dezember konnte Daesh wichtige Eroberungen in der Umgebung des Ortes unternehmen und den Ort fast umkreisen.

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Ungefähre Situation am 8. Dezember (Pro-IS)

Zu Beginn des 5. Dezember nahm Daesh erneut Überfälle auf die verliebenen NDF-Milizen in und um Palmyra auf. Bereits am Anfang waren die Angriffe verheerend: laut der Daesh-Nachrichtenagentur AMAQ sollen 10 Soldaten getötet worden sein, weitere Fahrzeuge und Panzer zerstört. Dies war zunächst nichts Ungewöhnliches, in der Wüstenlandschaft um Palmyra bis Ost-Homs gab es öfters Überfälle, die aber genauso schnell aufhörten wie sie anfingen und eigentlich nur zur Materialbeschaffung dienten. Am 8. Dezember gab es aber dann doch den Paukenschlag: AMAQ verkündete offiziell eine Offensive bei Palmyra und Homs. Während Homs trotz kleiner Verluste von 2 Dörfern zurückgeschlagen wurde sah es in Palmyra nicht so gut aus: Das Jazal-Ölfeld wurde erfolgreich erobert, nachdem die dortigen Ölpumpen erst repariert wurden. Ähnlich erfolgreich verlief die Offensive im Süden, Jabal Hayyanah wurde erobert.  Nach Angaben von Daesh (die eigentlich immer recht inflationär gehalten sind) wurden zu dem Zeitpunkt 97 Soldaten getötet, 5 Panzer und 1 BMP erobert.

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Beispiel an eroberten Kriegsgut (8. Dezember)

Der 9. Dezember ging ähnlich verheißungsvoll weiter. Barj Hill, al-Maher und ein Kontrollpunkt sollen nordwestlich von Palmyra erobert worden sein, womit das Risiko einer Einkesselung des Ortes erheblich gestiegen ist. Laut AMAQ kam es auch zu einer Gegenoffensive der NDF bei al-Maher, welcher aber zurückgeschlagen wurde und zwei weitere T-55-Panzer einbrachte. Außerdem soll ein Konvoi zur Unterstützung zerstört worden sein, wofür es aber keine Bestätigung gibt.

An dem Tag begann auch ihr folgenschwerster Angriff: der Sturm auf die Ostgebiete von Tadmur. Der erste Einsatz eines Selbstmordattentäters in dieser Offensive verkündete den Rückzug aus diesem Territorium, da die NDF nicht zur Verteidigung gegen solcher Waffen fähig ist und ihre defensiven Positionen aufgeben musste. Am Ende des Tages konnten auch die Jihar-Ölfelder eingenommen werden, dem einzigen Nachschubweg nach Palmyra gefährlich nahe.

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Verteidigungspositionen um das Getreidesilo

Die Auswirkung von den gefallenen Ostgebieten merkte man vor allem am 10. Dezember. Mit einem zweiten Selbstmordattentäter gelang ihnen dort der Durchbruch: Die letzte große Defensivposition östlich der Stadt, die Getreidesilos, wurde erobert. Ebenso die Antar-Berge nordwestlich der Stadt. Die neueste Eroberung soll laut AMAQ al-Talila sein.

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Aktuelle Karte von AMAQ

 

Das alles deutet auf eine kritische Situation in und um Palmyra/Tadmur hin. Während in Aleppo riesige und unerwartete Erfolge gefeiert werden, scheinen die kleinen Gruppierungen der NDF-Milizen (National Defense Forces, Dachverband von regionalen Milizen die ihre Heimat verteidigen) zu inkompetent zu sein, sich selbst gegen kleine und leichte Angriffstrupps von Daesh zu verteidigen. Auch trotz Unterstützung der syrischen und russischen Luftwaffe. Dies wiederum offenbart weiterhin die größten Probleme der Syrisch-Arabischen Armee: Schlechte Ausbildung von normalen Soldaten/Milizen (die NDF ist offizieller Teil der SAA) und Personalmangel, um aktiv an mehreren Fronten in die Offensive zu gehen. Jetzt gilt es wohl abzuwarten, wann und inwiefern Soldaten/Kämpfer von Aleppo nach Palmyra/Tadmur transportiert werden können. Jeder Tag könnte potentiell zu spät sein, um eine strategisch irrelevante aber symbolische Stadt und deren Kulturgüter zu retten – erneut.

 

Ende von Ost-Aleppo nur noch eine Frage von Tagen

Nach der gestrigen Evakuierung von Hunderten an Kämpfern und deren Familien scheint sich der Prozess der Wiedereroberung beschleunigt zu haben. Nicht nur wurde von der Nacht zu heute fast die gänzliche Altstadt von Aleppo erobert, sondern auch weitere Viertel eingenommen. Erobert wurden: Bab al-Nayrab, as-Shamatiyah, Karm al-Jabal, Qadi Askar, ad-Dananir, Qasta al-Meshd, Qastal al-Harami, Salheen, al-Ajam, Madee, al-Qaseliyah und die gesamte Umgebung der Zitadelle. Damit hat sich der Kessel im Verhältnis von vor 2 Wochen um 85% verringert, davon 75% in den letzten 10 Tagen.

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Inzwischen versuchen selbst die letzten verbliebenen Kämpfer um eine mögliche Verhandlung bin hin zu einer Evakuierung. Diese besagt die Ersthilfe für 500 verletzte Personen und freies Geleit der Zivilisten aus Ost-Aleppo (inzwischen Süd-Aleppo) hinaus. Dies soll alles innerhalb einer 5-tägigen Waffenruhe geschehen. Außerdem bestanden sie im hypothetischen Falle auf einer Evakuierung von Kämpfern nach Nord-Aleppo , was Russland wiederum kategorisch ablehnt. In Nord-Aleppo ist die türkisch-oppositionelle Operation „Euphrates Shield“ aktiv, die sich mometan gegen Daesh und die SDF richtet. Kämpfer dort wurden früher gerne als Verräter gebrandmarkt, da die sich unter die Kutte der Türkei spannen lassen und dafür Positionen in Aleppo & Idlib verlassen haben, alles nur im Interesse von Geld.

Für diese Waffenruhe werden Zivilisten als Legitimation genutzt, nachdem für Monate die Milizen den Zivilisten die Möglichkeit verwehrte aus Ost-Aleppo mithilfe der 4 Fluchtkorridore zu fliehen und Diese als Schutzschilde gegen militärische und für mediale Einsätze nutzten. Die Opposition befindet sich in keinster Position zu verhandeln und es ist offensichtlich, dass sie lediglich diese 5 Tage zur Umstrukturierung und Neugruppierung nutzen werden. Bei dem derzeitigen Tempo ist der Kessel in 5 Tagen ohnehin Geschichte.

Zu diesem Zeitpunkt wurden 28.700 Flüchtlinge aus Ost-Aleppo registriert, die Zahl an Flüchtlingen nach Sheikh Maqsoud ist unbekannt. In den letzten eroberten Vierteln waren inzwischen kaum Zivilisten, die maximale Einwohnerzahl könnte auf rund ~40.000 (Sheikh Maqsoud eingeschlossen) Geflüchteten steigen, weit entfernt von den ominösen 250.000 Einwohnern.

 

 

Kämpfer ziehen sich teilweise aus Ostaleppo zurück

Laut einer arabischen Nachrichtenseite , weiteren Reportern und dem syrischen Ministerpräsidenten bestätigte ein Kommandant der oppositionellen Kräfte im belagerten Ostaleppo die Mitteilung, dass sich verschiedene Kämpfer aus Ostaleppo zurückziehen werden. Der Grund ist die immer schlechter werdende Situation der Opposition in Süd-/Ostaleppo, nachdem die Syrisch-Arabische Armee innerhalb von 2 Wochen über 70% des Kessels erobert hat. Die Munition ist bei allen Gruppierungen knapp, es kam sogar zu Kämpfen zwischen verschiedenen Islamisten wie z.B. Faylaq al-Sham gegen Jabhat Fateh al-Sham über verschiedene Munitionsdepots. Die Moral liegt ebenfalls am Boden, die gefangen genommenen Kämpfer erzählen von desaströsen Zuständen. Die Türkei soll zusammen mit der UN eine Rolle bei der Evakuierung gespielt haben, die Kämpfer könnten nach Nord-Aleppo gebracht werden um dort die türkische Operation „Euphrates Shield“ zu unterstützen. Korrektur: Scheinbar wurden Kämpfer und deren Familien nicht in andere Gebiete gebracht, sondern kapitulierten vollends.

Teil der Vereinbarung ist auch die Übergabe von verschiedenen Vierteln: Al-Farafrah, Karm Al-Jabal, Bab Hadid, Afrion, Bab al-Nasr. Damit ist der Kessel etwa zu 85% eingenommen.

Derzeit ist unklar ob sich diese Situation bewahrheitet und welche Gruppen exakt involviert sind, da man nur einen Kommandanten zitiert. Aus pragmatischer Sicht ist die Verteidigung Ostaleppos verschwendete Kraft, Islamisten sind aber meistens nicht opportunistisch veranlagt. Dementsprechend könnten möglicherweise Gruppen wie Fateh al-Sham oder Nour al-Din al-Zenki nicht darin involviert sein. Anwohner berichten von der Anreise der bekannten „Grünen Busse„, das Transportmittel #1 für die Evakuierung von Kämpfern und Zivilisten in andere Gebiete. Es sollen bereits 6 Busse Qasta al-Arami verlassen haben, der Hauptevakuierungspunkt scheint nördlich der Zitadelle zu liegen; ein Gebiet welches bedroht wird vollständig eingeschlossen zu werden.

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Erste Bilder der Kämpfer & deren Familien

Weitere Viertel fallen in Ostaleppo

Erneut gibt es Erfolge der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und ihren Verbündeten: momentan wurden 3 weitere Viertel allein heute erobert. Eines davon ist das zuvor fast umschlossene Sha’ar-Viertel, wo ebenfalls auch noch kleinere Teile des Nachbarviertels Karm al-Qaterji erobert wurden.

Die hauptsächlichen Fortschritte gibt es dennoch überraschenderweise im Süden, nämlich in dem Dorf Sheikh Lufti und im Marjeh-Distrikt, welches laut dem syrischen Verteidigungsministerium gar vollständig erobert wurde. Zuvor konnte man den „Police Hill“ im Süden des Viertels erobern, welcher eine gute Sicht darauf gibt.  Aktiv waren dort die sogenannten „Desert Hawks“, eine syrische Miliz bestehend aus SAA-Veteranen die sehr effektiv im Geländekampf ist und von Russland sehr positiv bewertet wird. Weiterhin sollten 3 oppositionelle Kämpfer in Qadi Askar gefangen genommen sein.

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