Rebellen vergiften Wasserleitung nach Damaskus

Erneut begannen oppositionelle Kämpfer in der Provinz Rif Dimashq damit, die einzige Wasserverbindung für Damaskus mit Diesel und weiteren Stoffen zu verunreinigen, die das Wasser damit ungenießbar macht.

Auf Reaktion dessen begann die syrische Regierung die Zufuhr zu stoppen und Wasserreserven zu aktivieren. Die al-Fija-Quelle wird seit Anbeginn des Konfliktes um das Wadi Barada von oppositionellen Kämpfern besetzt und drohte erneut mit derartigen Schritten, nachdem die Syrisch-Arabische Armee mithilfe der Hisbollah versuchte, Teile des dortigen Tals erfolgreich einzunehmen.

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Situation westlich von Damaskus

Syrisches Verteidigungsministerium bestätigt: Aleppo vollständig befreit

Das Zentralkommando der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) bestätigte am 22. Dezember nun selber, dass sich die ehemals größte Stadt Syriens vollständig unter der Kontrolle der syrischen Regierung befindet. Nach 4 Jahren, 5 Monaten und 3 Tagen ist die Schlacht um Aleppo beendet. In den letzten Stunden fuhren die letzten 4.000 Kämpfer aus den letzten Bezirken Ost-Aleppos in die Provinz Idlib. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden insgesamt 35.000 Menschen aus Ost-Aleppo evakuiert.

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Feuerwerk (oder Waffensysteme) in Aleppo

Derweil feiern die Menschen im restlichen Aleppo nicht nur ein friedliches Weihnachten nach vier Jahren, sondern auch den militärischen Sieg und die Wiedervereinigung Aleppos mithilfe von Schüssen.

Was passiert nach Aleppo? Mögliche (militärische) Szenarien. 

Türkisch dominierte Offensive in al-Bab gestoppt | IS erbeutet deutsche Panzer

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Situation um al-Bab nach den zugefügten Verlusten

Die türkisch-oppositionelle Operation „Euphrates Shield“ im Norden der Provinz Aleppo wurde vor ihrem eigentlichen Ziel, die Stadt al-Bab, gestoppt. Die letztens eroberten Stellungen um den Berg Aqil wurden mithilfe von 3 Selbstmordattentätern am gleichen Abend revidiert, die Verluste belaufen sich im zweistelligen Bereich.

 

Die 3 Selbstmordattentäter wurden allesamt bei der Rückeroberung des Berges genutzt, welcher einen strategischen Vorteil für die ganze Stadt verschafft. Über diese drei Personen ist erstaunlich wenig bekannt, eine Person heißt Abu Usahma al-Gazzawi und stammte aus Gaza, ein Anderer aus dem Irak und über die dritte Person ist (noch) nichts bekannt. Zumindest ein Selbstmordattentäter griff die Positionen südwestlich des Krankenhauses am Berg an.

Die genauen Todeszahlen sind wie üblich relativ undurchschaubar, während die Daesh nahe stehende Nachrichtenagentur AMAQ die getöteten türkischen Soldaten auf 20 beziffert und es weitere 30 Verletzte gab, nennt das türkische Verteidigungsministerium 16 Tote und weitere 16 Verletzte. 2 Soldaten davon sind danach im Krankenhaus verstorben. Laut weiteren Angaben sollen mindestens 32 Kämpfer der Opposition gestorben sein. Damit war dieser Tag der Verlustreichste der gesamten Operation.

Daesh erobert zwei Leopard 2-Kampfpanzer

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Außerdem eroberte Daesh auch einige Mengen an Waffen und Fahrzeugen, darunter auch zwei Leopard 2A4-Kampfpanzer der türkischen Armee. Ob diese auch im Kampf eingesetzt werden können ist derzeit fraglich, der Zustand der beiden Panzer ist unbekannt und ob Daesh das technische Know-How über die Instandhaltung, Wartung und Reparatur darüber verfügt ebenso. Dennoch könnte dies eine erneute Debatte über deutsche Waffenlieferungen entfachen, vor allem nachdem unzählige Waffen der Peschmerga im irakischen Kurdistan auf dem Schwarzmarkt und in die Hände des Islamischen Staates gefallen sind.

Die Stadt al-Bab ist sowohl essentiell für die syrische Opposition & Türkei, als auch für die Kurden/SDF. Dieses Gebiet ist eine effektive Pufferzone für die Türkei, in der sowohl Flüchtlinge Unterschlupf gegeben werden kann, als auch der Einfluss auf Syrien ausgeweitet wird. Primärer Zweck der Operation „Euphrates Shield“ sind aber die Kurden, denn dadurch wird es dem Afrin-Kanton unmöglich gemacht, sich mit den restlichen Kantonen weiter östlich zu verbinden und damit die türkische Grenze zu dominieren. Zurzeit ist die Annahme, dass die Operation in al-Bab vor allem von der türkischen Armee dominiert wird, da die restlichen oppositionellen Kräfte seit Jahren in der Region keine sonderlich positive Rolle einnahmen und sich mehrmals zurückziehen mussten.

 

UN entsendet internationale Beobachter für die Aleppo-Evakuierung

Eine von Frankreich eingebrachte UNSC-Resolution zur internationalen Überwachung der Evakuierung von Ost-Aleppo wurde vom Sicherheitsrat einstimmig angenommen. Sie schickt eine Beobachtermission nach Ost-Aleppo und überwacht dort den dortigen Evakuierungsprozess. Die Resolution wurde in den letzten Tagen der Evakuierung verabschiedet, bis die ersten Mitglieder eingetroffen sind wird die Evakuierung wohl abgeschlossen sein.

Unklar ist, ob ebenfalls internationale Beobachter nach Idlib geschickt werden, um den dortigen Evakuierungsdeal zu überprüfen. Immerhin wurden dort im Gegensatz zu Aleppo mehrere Vertragsbrüche begangen, es wurden Rettungsbusse in Brand gesetzt und deren Busfahrer teilweise getötet.

Opposition bricht erneut die Vereinbarungen, zerstört Busse zur Evakuierung

Am letzten Freitag sperrte die Syrisch-Arabische Armee und seine Verbündeten den einzigen Evakuierungsweg entlang verschiedener Viertel im Südwesten der Stadt mithilfe von LKWs und Sandbarrieren, nachdem die oppositionellen Kämpfer mehrfach gegen die ausgehandelten Vereinbarungen verstoßen hatten. Zu Beginn dieser Aktion waren die Hauptakteure schiitische Milizen und Bürger, die den Weg für die Busse und Fahrzeuge des Roten Halbmondes versperrten. Später kamen dann auch offizielle Institutionen der syrischen Regierung dazu. Was war der Grund dafür?

Erste Vorwürfe der Regierung lauteten vergleichsweise behutsam: Oppositionelle Kämpfer sollen Waffen mit sich getragen haben, die nicht in der Vereinbarung standen. Zu diesen gehören leichte Waffen, die man mit sich mittragen kann. Später kam dann auch der Faktor hinzu, dass sie Gefangene mitnehmen wollten, die Angehörige der Syrisch-Arabischen Armee sind und/oder anderweitig der Regierung angehören. Ob sie auch gesuchte Verbrecher wie Omar Salkho (die Person, die das 13-jährige Kind geköpft hatte) mitnehmen durften, ist unklar.

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Zerstörter Bus in Fu’ah, nachdem er von Jaysh al-Fateh angegriffen wurde

Der primäre Grund ist aber in einem wesentlich schwerwiegenderen Vertragsbruch zu finden: Der Evakuierung von Fu’ah und Kafarya. Nicht nur sollten die übrig gebliebenen Zivilisten & Kämpfer aus Ost-Aleppo evakuiert werden, sondern auch vor allem Alte und Verletzte aus den belagerten Orten Fu’ah und Kafarya. Beide Dörfer liegen direkt östlich von der Stadt Idlib, Hochburg der Opposition und dem islamistischen Bündnis Jaysh al-Fateh, welches von Jabhat Fateh al-Sham angeführt wird. Die mehrheitlich schiitischen Einwohner sind seit über einem Jahr trotz angeblicher Waffenruhe dem Artilleriebeschuss der Opposition ausgesetzt. Immer wieder gibt es tote Zivilisten, die Orte werden nur notdürftig per Luftbrücke versorgt. Dementsprechend hielt man es für eine gute Idee, rund 4.000 Einwohner (insgesamt leben dort 15.000-30.000 Zivilisten) zu evakuieren. Dafür werden wiederum 1.500 Zivilisten aus Madaya westlich von Damaskus evakuiert, welcher ebenfalls seit Jahren belagert wird. In Ost-Aleppo warten schätzungsweise noch maximal 5.000 Zivilisten und noch mehr Kämpfer auf eine Evakuierung.

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Nachdem es am 17. Dezember zu einer Deeskalation der Lage kam, die Straße um Ramouseh in Aleppo geräumt wurde und ein erneuter, gleicher Deal beschlossen wurde, eskalierte die Situation am 18. Dezember vollends: Kämpfer um Jaysh al-Fateh und weiteren Oppositionsgruppen zerstörten die Busse in Fu’ah und Kafarya, nachdem diese den Ort betreten hatten und die Tage zuvor aufgehalten wurden. Dabei wurde mindestens ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet. Fateh al-Sham (ehemals al-Nusra) droht nun, jede Person umzubringen die die beiden Orte verlassen möchte. Eine frühere Evakuierung Ost-Aleppos und der beiden Orte scheint insofern sehr unwahrscheinlich, der Grund dafür umso offensichtlicher entgegen der Behauptungen mancher Personen und Medien.

7-jähriges Mädchen verübt Selbstmordattentat in Damaskus

Ein 7-jähriges Mädchen (einige arabische Medien sprechen zurzeit auch von 8 Jahren) sprengte sich vor wenigen Minuten in der al-Midan-Polizeistation mithilfe eines Sprengstoffgürtels in die Luft. Sie gab vorher an, sich verlaufen zu haben. Derzeit ist unklar wer sich zu diesem Anschlag bekennt und wie viele Personen verletzt wurden. Derzeit soll 1 Polizist getötet und ein Weiterer leicht verletzt sein.

Der letzte Selbstmordanschlag in Damaskus fand im Juni 2016 im Sayyidah Zaynab-Schrein statt, wo mindestens 12 Zivilisten durch Daesh getötet wurden.

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Unten: Die Leiche des Mädchens

Was kommt nach Aleppo? Mögliche Szenarien

Die erfolgreiche Operation in Ost-Aleppo befreit nun zwischen 20.000-25.000 Soldaten, Hunderte Panzer und Transporter der Syrisch-Arabischen Armee (SAA). Darunter fallen auch Eliteeinheiten wie die „Tiger Forces“ unter dem legendären Suleil al-Hassan, Teile der Republikanische Garde, oder die 14th Division. An welchen Fronten könnten die Einheiten in den folgenden Wochen und Monaten nun eingesetzt werden? Anmerkung: Natürlich werden Einheiten nur teilweise an verschiedene Fronten verlegt, alle 20.000 Soldaten werden nicht an einer Front eingesetzt werden.

Ost-Ghouta

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Seit einem halben Monat gibt es Gerüchte darüber, dass die dort stationierten Republikanischen Garden in Mitte Dezember eine erneute Großoffensive starten wollen, um zumindest die wenig urbanen Gebiete Ghoutas zu erobern und damit langfristig die Zentren wie Douma oder Irbeen zur Aufgabe zu zwingen. Ost-Ghouta ist landwirtschaftlich äußerst fruchtbar und eine Hochburg der Opposition seit Anbeginn des Konfliktes. Die hohe Fruchtbarkeit der Region sorgte dafür, dass die über 2 Jahre andauernde Belagerung keine signifikanten Vorteile brachte.. Seit einigen Monaten gibt es aber immer wieder Erfolge der SAA, die den Kessel um etwa ~30% verringerten. Erfahrung die in Ost-Aleppo gesammelt wurde ist also vonnöten in Ost-Ghouta, vor allem wenn man auch die urbanen Zentren erobern will.

Wahrscheinlichkeit: Sehr wahrscheinlich.


Palmyra/Ost-Homs

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In den letzten 2 Tagen konnte Daesh eine große Menge an Boden gut machen und die bekannte und prestigeträchtige Wüstenstadt Palmyra/Tadmur erobern. Während die momentanen Eroberungen aus militärischer Sicht eher irrelevanter Natur sind, steht Daesh kurz vor den Toren der T4-Luftbasis. Diese schwer befestigte Basis ist eine der wichtigsten Militärbasen der syrischen Regierung und öffnet Tor und Tür nach Homs, der zentralen Provinz in Syrien. Um die dortigen Gebiete nicht zu gefährden wurden bereits verschiedene SAA-Einheiten (z.B. 11th Division) und Milizen (Qalamoun Shield, Homs Leopards) in die Gegend versandt. Wie für kritische Situationen üblich gibt es Gerüchte darüber, dass die Tiger Forces dorthin verlagert werden sollen. Auch sind Milizen wie Suqur al-Sahara eine Option, die sehr professionalisiert in dem gebirgigen Territorium dort sind. Ob die dortigen Einheiten das Ziel der Rückeroberung von Palmyra haben ist aber unklar, möglicherweise dienen sie auch einfach nur der Gebietssicherung. Es sollte aber klar sein, das möglichst schnell gegen Daesh dort vorgegangen werden muss, bevor sie Fallen, Sprengkörper etc. aufstellen können.

Wahrscheinlichkeit: Sicher. 


Deir ez-Zor

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Eine Operation in Richtung Deir ez-Zor ist sehr abhängig von der obigen Palmyra-Operation.  Deir ez-Zor ist seit einigen Jahren eine Exklave entlang des Euphrates, mitten im Daesh-Territorium. Dort kämpfen die am besten ausgebildeten Einheiten der Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine, ebenso berühmt und berüchtigt wie Suleil al-Hassan. Auch sind verschiedene Teile der Hisbollah dort inzwischen aktiv.  Während die Frontlinien relativ stabil sind, setzen die ständigen Offensiven von Daesh und der amerikanische Luftschlag einst deutlich zu. Eine Beendigung der Belagerung würde sehr effektive Einheiten befreien und eine Position in Ostsyrien sichern.

Problem ist: Um dorthin zu gelangen, muss man über 200km Wüste von Palmyra nach Deir ez-Zor erobern. Nicht nur wäre dies ein extrem langes Unterfangen und würde die Grenzen überdehnen, auch ist das dortige Terrain sehr begünstigend für Daesh. Sie würden ständig die einzige Straße dorthin überfallen und damit die dortigen Einheiten schwächen. Der Aufwand wäre die Priorität nicht wert.

Wahrscheinlichkeit: Sehr unwahrscheinlich.


Latakia

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Latakia war schon lange keine aktive Front mehr. Nach der Wiedervereinigung von Aleppo könnte nun die letzte größere Stadt und Provinz Idlib ins Fadenkreuz der SAA rücken. Um Idlib unter Druck zu setzen benötigt man zwei Seiten: Aleppo (siehe unten) und das Jabal al-Akrad-Gebirge bei Latakia. In einem Zangenangriff könnte man sowohl vom Osten, als auch vom Westen attackieren. Um diesen Plan zu erfüllen benötigt man Jisr al-Shughur (siehe Karte), die „Heimatbasis“ von dschihadistischen Uiguren aus China. Wie die letzte Schlacht um al-Shughur bewiesen hat sind die Berge westlich der Stadt essentiell für deren Eroberung. Verschiedene Einheiten wie Suqur al-Sahara oder die Marineeinheiten der SAA haben Erfahrung im Terrain von Latakia, dementsprechend wäre eine Verschiebung dorthin möglich. Ob aber diese Priorität wirklich existiert, oder Latakia weiterhin eine ruhige Front bleibt, ist abzuwarten.

Wahrscheinlichkeit: Eher unwahrscheinlich.


al-Bab/Raqqah

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Raqqah und al-Bab sind zurzeit die prestigeträchtigsten Ziele der Türkei und der USA, die in beiden Fällen ihre syrischen Vertreter  einsetzen um dieses Ziel zu verwirklichen. Al-Bab ist das ultimative Ziel der Türkei, die Kurden bzw. SDF zu schwächen und einen Zusammenschluss der Kantone in Nordsyrien zu verhindern. Während die SAA seit einigen Wochen kurdische Milizen auf vielfältige Weise unterstützen und teilweise sogar eigene kurdische Milizen aus der NDF und LDF bei der Eroberung einsetzen, hat man selber natürlich ebenfalls Ambitionen die Stadt oder zumindest deren Umland zu erobern. Eine Eroberung würde das sofortige Ende der Operation „Euphrates Shield“ der Türkei bedeuten, da die Türkei kein besonderes Interesse hat gegen die syrische Regierung aktiv zu kämpfen und die islamistischen Milizen dort ohne türkische Unterstützung absolut verloren/inkompetent sind. Ansonsten könnte man möglicherweise einen Deal mit der SDF verhandeln, die das dortige Gebiet zu einer „neutralen Zone“ o.Ä. verwandeln könnte.

Raqqah als faktische Hauptstadt des IS ist ebenfalls Ziel der SDF und seit 3 Tagen in einer zweiten Phase zur Isolation der Stadt (bisher wurden 16 Dörfer erobert) involviert. Für die SAA existiert natürlich auch ein reges Interesse an der Stadt als ehemalige Regierungshochburg wie jede Großstadt. In dem Falle aber geht es nicht unbedingt um die Stadt, sondern um den Weg dahin bis maximal Taqba mit seinem Staudamm. Die Kuweires-Luftbasis (die für über 3 Jahre belagert und dann gerettet wurde) ist der perfekte Ausgangspunkt dafür, es gibt bereits Gerüchte über den Artilleriebeschuss von Deir Hafer. Auf dem Weg liegt einerseits die sichere Wasserversorgung Aleppos vom Euphrat, die fruchtbaren Deir Hafer-Felder und die Jirah-Luftbasis, die effektiv im Kampf gegen Daesh genutzt werden könnte. Außerdem wird dadurch der Weg der TFSA (Oppositionelle der „Operation Euphrates Shield“) in Richtung Raqqah versperrt, welches für Erdogan auch eines seiner selbsterklärten Ziele ist. Auch würde die SAA sich den Wüstenkampf weiter südlich sparen.

Wahrscheinlichkeit: Wahrscheinlich.

Aleppo-Provinz

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Nach dem Kampf ist vor dem Kampf heißt es für Aleppo, von der Stadt könnten die Kämpfe nun in der restlichen Provinz weitergeführt werden. Ebenfalls wie in Latakia könnte hier das langfristige Ziel die Eroberung Idlibs sein, welches 2015 an das dschihadistische Bündnis Jaysh al-Fateh verloren wurde. Nahe Idlib befinden sich die schiitischen Dörfer Karfarya & Fu’uah, die letzten Positionen der Regierung in der Provinz Idlib. Beide Dörfer werden bisher vor allem mit einer Luftbrücke zumindest notdürftig versorgt und den Schutz übernehmen die NDF und schiitische Milizen aus der Region. Während sozusagen ein Tauschhandel zwischen den beiden Orten und Madaya & Zabadani durch Regierung und Opposition stattfindet (z.B. in Form von Verletzte evakuieren, Hilfslieferungen, die alleinige Existenz ist dadurch ermöglicht), kam es seit den Fortschritten in Ost-Aleppo zu einer gewissen Eskalation: Mörser- und Artilleriebeschuss, die NDF nahm 3 Fateh al-Sham-Kämpfer fest in der Zeit (Einer davon ist Tschechene).

Auf der anderen Seite könnte ganz simpel das Umland von Aleppo gesichert werden, damit nicht eine erneute Blamage wie 2012 in Aleppo geschehen kann. Aussichtsreich ist dort der Norden entlang von Nubl und Zaahra (welche in den letzten Tagen massiv beschossen wurden und über 30 tote Zivilisten zu beklagen hatte) und ganz Südaleppo, wo eine große Menge an schiitischen und zumeist irakischen Milizen aktiv sind. Eine Frühjahrsoffensive in der Gegend zeigte bereits ein Potential für mögliche Eroberungen.

Wahrscheinlichkeit: Relativ wahrscheinlich.