Bashar al-Assad ist bei bester Gesundheit

Verschiedene arabische Medien unter der Federführung der katarischen al-Jazeera spekulierten in den vergangen Tagen über einen Tod, Nervenzusammenbruch, Augenleiden und/oder Schlaganfall des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, wobei man sich auf „Quellen“ (sprich: anonyme Behauptungen) und „russischen Offizieren“ berief. Assad solle vor der Last des seit 2011 andauernden Konfliktes zusammengebrochen sein und ernsthafte Schäden davongetragen haben, unter anderem solle er zu „70% gelähmt sein“, wie einige saudische und katarische Journalisten behaupteten. Türkische Medien spekulierten sogar über einen Militärputsch des militärisch unbedeutenden Maher al-Assad, welcher laut diversen Medien bereits 2012 beide Beine verloren haben soll (was sich ebenfalls als Lüge herausstellte).

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Die syrische Präsidentschaft veröffentlichte (u.a. auf Twitter) am 31. Januar mehrere Bilder, welche Bashar al-Assad bei völlig normalen Zustand zeigen. Er traf sich mit verschiedenen Unternehmern aus Damaskus und der Provinz Rif Dimashq, die ihm den Verlust der eigenen Unternehmen näher schilderten und dass sie nun in eigenen Werkstätten arbeiten. Assad betonte in dem Kontext die Standhaftigkeit und die Bedeutung der Unternehmer, welche selbst in einem kleineren Rahmen einen bedeutenden Beitrag für die syrische Wirtschaft leisten.

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Zuletzt traf er sich am 26. Januar mit Hossein Amir-Abdollahian, ehemaliger Außenminister für arabische und afrikanische Länder des Irans.

Edit: Ein Video (bisher ohne Ton) wurde ebenfalls veröffentlicht:

 

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Huthis zerstören saudisches Kriegsschiff

Die Huthi-Rebellen zerstörten vor der Küste Jemens eine saudische Fregatte der selbst produzierten al-Madinah-Klasse, welche primär im Roten Meer benutzt wird und im Falle des Jemens zu einer Seeblockade dient. Das Schiff wurde mit einer Lenkrakete unbekanntes Typs zerstört. Ähnlich unbekannt ist der Standort der Zerstörung, möglicherweise fand der Angriff bei al-Mukha statt, wo es in den letzten Tagen zu intensiven Kämpfen und einer Landung von Bodentruppen kam. Die Huthis konnten sich dagegen aber erfolgreich verteidigen. Außerdem fand dort bereits vor einigen Monaten eine ähnliche Operation statt. Nach Angaben des saudischen Militärs wurden 3 Boote mit Selbstmordattentätern genutzt, die 2 Personen und 4 Weitere verletzt haben.

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Moment der Zerstörung

Irak verbietet die Einreise von amerikanischen Staatsbürgern

Als Reaktion auf das neue amerikanische Gesetz unter Präsident Donald Trump, welches den Einwohnern von 7 arabischen Ländern (darunter dem Irak) die kategorische Einreise in die USA für die nächsten 90 Tage verwehrt, verabschiedete das irakische Parlament ebenfalls ein gleiches Gesetz, was die Einreise von Amerikanern mit und ohne Visa verbietet. Sollten die amerikanische Pläne geändert werden, so werden auch die eigenen Gesetzte aufgehoben werden, sagte ein Pressesprecher.

Derzeit ist aber unklar, ob diese Gesetze ebenfalls für das irakische Kurdistan gelten, welches immerhin eine eigene Regierung besitzt. Bereits zuvor benötigten US-Amerikaner kein Visa für Kurdistan im Gegensatz zum Rest des Iraks.

5 Oppositionsgruppen vereinigen sich unter dem Kommando von al-Qaida

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Vor wenigen Stunden verkündete der Pressesprecher von Jabhat Fateh al-Sham (ehemals al-Nusra) in einem öffentlichen Statement, dass sich 5 verschiedene Oppositionsgruppen unter dem Kommando einer neuen Führung von Fateh al-Sham vereinigen werden und damit die ehemaligen Gruppierungen aufgelöst werden. Diese 5 sind: Jabhat Fateh al-Sham, Harakat Nour al-Din al-Zenki, Liwa al-Haqq, Jaysh al-Sunnah und Ansar al-Deen. Der neue Name lautet „Tahrir al-Sham“, was übersetzt „Befreiung des Levante“ bedeutet.

Die politische Führung wird der bisher unbekannte Abu Jaber, ein erst kürzlich desertierter Geistlicher von Ahrar al-Sham. Er weigerte sich nach heftigen Kämpfen  zwischen Fateh al-Sham und Ahrar al-Sham Fateh al-Sham als „Khawarij“ zu denunzieren, die selbe Methodik nutzte man 2013 beim heutigen Islamischen Staat an. Militärischer Anführer ist und bleibt wahrscheinlich Abu Mohammad al-Joulani, Anführer von Jabhat Fateh al-Sham. Das wird man aber nicht derart öffentlich ausleben, da man nicht direkt als al-Qaida gebrandmarkt werden möchte.

Jabhat Fateh al-Sham ist die größte und stärkste Oppositionsgruppe, gefolgt von Ahrar al-Sham. Diese Fusionierung ensteht aus verschiedenen Faktoren: Dem internationalen und militärischen Druck (US-Luftschläge auf hohe Mitglieder, verliert Boden an die Armee etc.), internen Konflikten mit Ahrar al-Sham und dem ohnehin schon lange angepeilten Ziel, die gesamte Opposition unter einem Banner zu vereinen, in diesem Falle von al-Qaida.Auch spielen die Verhandlungen in Astana eine gewisse Rolle, als ausgenommer Teil der Friedensverhandlungen spaltet und polarisiert dies umso mehr die Opposition.

Harakat Nour al-Din al-Zenki ist von den oben benannten Gruppen einzig relevanter, einst die stärkte Fraktion in Aleppo. Nachdem man ein 12-jähriges Kind köpfte, fiel man selbst bei der USA in Ungnade und man beendete die finanzielle Unterstützung der Gruppierung. Seitdem radikalisierte man sich zunehmend, vor dem Zusammenschluss desertierten ~30% nach Faylaq al-Sham, welches aktiv auf der Seite von Ahrar al-Sham steht.

Die Wahl von Abu Jaber ist insofern auch ein strategischer Schachzug, mit den derzeitigen Kämpfen könnten verschiedene Mitglieder von Ahrar al-Sham umso mehr bewegt sein, nach Fateh al-Sham bzw. Tahrir al-Sham zu fliehen. Auch dies wirkt als ein Faktor der Vereinigung. Er selber rief bereits zu einer Waffenruhe aus, ob diese durchgesetzt wird bleibt abzuwarten.

In den nächsten Tagen kann man wahrscheinlich weitere Zusammenschlüsse sehen: die Turkmen Islamic Party aus China, Liwa al-Tamkin, Jaish al-Ahrar und weitere Mitglieder aus Jaysh Fateh sind potentielle Kandidaten für Tahrir al-Sham. Auch eine libanesische Organisation schloss sich bereits TaS an.

 

 

Fortschritte der Armee bei al-Bab und Wadi Barada

 

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Verschiedene Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee, darunter die Eliteeinheit der „Tiger Forces“, und verbündete Milizen schreiten unentwegt in Richtung der hart umkämpften Stadt al-Bab vor, die damit bedroht wird vollständig umkreist zu werden. Dazu habe man inzwischen ~200km² Boden im Osten der Provinz Aleppo befreien können, welches aber nur sehr schwach verteidigt wurde, so war wohl die größte Erwähnung eines Kampfes der Einsatz eines Selbstmordattentäters am 25. Januar. Nichtsdestotrotz ist das Tempo durchaus nicht schlecht, so konnte an einem Tag z.B. die Dörfer Marran, al-Tubur, Wuraydah und Hallisah erobern. Durchschnittlich befindet man sich nun ~8km von der Stadt al-Bab entfernt. Heute wurden Sheikh Dan und al-Brijeh erobert.

Im Norden von al-Bab sieht es im Vergleich dazu äußerst kritisch aus, seit mehr als einem Monat hängt die Türkische Armee und ihre Verbündeten der syrischen Opposition vor der Stadt fest, die neueste Eroberung ist wohl das Dorf Suflaniyah, welches bereits mehr als 15 Mal (sic!) den Besitzer gewechselt hatte für mehrere Stunden. Derzeit ist der Besitz aber auch nicht sicher, die Daesh-Nachrichtenagentur AMAQ beansprucht den Ort weiterhin als Teil des Kalifats.

Die von der Türkei unterstützte Opposition beweist sich seit Anbeginn der Operation „Euphrates Shield“ als äußerst inkompetente Gruppe, das obige Video veranschaulicht diesen Eindruck recht gut: In Hoodies schießt man auf Luft und versucht dabei, möglichst schnell möglichst viel Munition zu verschwenden. Insofern wird wohl das Gewicht dieser Operation bei der Türkischen Armee liegen. Dies macht sich vor allem in den Verlusten sichtbar: Fast 50 türkische Soldaten wurden in der Operation getötet, mindestens 7 LeopardA2-Panzer sind alleine in al-Bab zerstört worden. Erdogan relativierte bezeichnenderweise seine Behauptungen bezüglich des zukünftigen Vorgehens in Syrien, statt bis nach Raqqah wird man nicht „tiefer“ in Syrien vordringen als bis nach al-Bab. Das primäre Ziel der Operation ist immerhin damit schon erreicht: Den Zusammenschluss der Kantone der Kurden/SDF verhindern.


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Das primäre Ziel konnte die Syrisch-Arabische Armee mithilfe der Hisbollah auch in Wadi Barada erreichen. Die al-Firjah-Wasserquelle im gleichnamigen Ort konnte nach 4 gescheiterten Friedensverhandlungen vollständig erobert werden. Nach der Reparatur wird die 44-tägige Wasserknappheit in Damaskus und Rif Dimashq wohl beendet werden, welche über 5 Millionen Menschen betraf.

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5 Busse sollen nun für die restliche Evakuierung des Kessels entsandt worden sein, die die letzten verbliebenen Kämpfer nach Idlib schickt, wo zurzeit selber ein kleiner Bürgerkrieg herrscht. Etwa 1200 Kämpfer kapitulierten selber und sind damit von der Generalamnestie betroffen.

Irakisches Verteidigungsministerium erklärt Ost-Mossul für vollständig befreit

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Karte vom Vortag, grün ist die Irakische Armee

Der gemeinsame Operationsraum der Irakischen Armee für die Mossul-Offensive lies in einer Fernsehansprache die Verlautbarung verkünden, dass das gesamte Gebiet der Stadt Mossul östlich des Euphrates von Daesh befreit wurde. Die letzten verbliebenen Kämpfe dauerten im Norden im Viertel al-Rashidiyah an.

Nachdem Daesh bis zum Jahresanfang einen erbitterten Widerstand gegen die Irakische Armee in den östlichen Vierteln leistete und vor allem Eliteeinheiten wie die „Golden Division“, oder „Rapid Intervention Forces“ die größten Verluste zufügte, fiel Mossul wie ein Kartenhaus seit Anfang Januar zusammen. Das eigen gesetzte Ziel von Premierminister Abadi wurde aber nicht erreicht, trotz zuvor aufkeimenden Optimismus konnte man die gesamte Stadt nicht bis Ende des Jahres (2016) erobern. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:

  1. Daesh nutzte über die 3 Monate mehr als 100 Selbstmordattentäter in verschiedenen Varianten: Sprengstoffgürtel, mithilfe von Autobomben, Drohnen, in Panzern, Gebäude usw. Im urbanen Häuserkampf können solche Selbstmordattentäter aus jedem beliebigen Gebäude, aus jeder nächsten Kreuzung auftauchen und sich damit mitten in einen Konvoi der Armee in die Luft sprengen.
  2. Ein weiterer nicht zu verachtender Faktor ist der politische Druck, der vor allem vom irakischen Parlament ausging. Die „Golden Division“ stand zu Beginn im Osten alleine in Mossul da, die restlichen Divisionen und Einheiten kämpften weiterhin in den Dörfern um Mossul. Anstatt auf diese zu warten machte vor allem Abadi weiterhin Druck, die Operation in Mossul weiterzuführen. Das Ergebnis im November: 40% aller Verluste sind bei der „Golden Division“ zu finden.
  3. Die Abwesenheit anderer Milizen/der PMU: Vor allem aufgrund medialen und politischen Druckes der Monarchien auf der arabischen Halbinsel wurde es dem Milizenbündnis (ähnlich der NDF in Syrien) der PMU verwehrt, auch nur einen Fuß in Mossul zu setzen. Der Vorwurf: Die schiitische (obwohl zu 40% aus Sunniten bestehende) Organisation habe sich an verschiedenen Kriegsverbrechen und ethnischen Säuberungen zuschulden gemacht. Dementsprechend führte man eine eigenständige Offensive im Süden der Stadt in Richtung Tel Afar aus: Hunderte km² wurden dabei erobert und Mossul vom Restterritorium des Kalifats abgeschlossen.
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Der enorme Fortschritt in nur 17 Tagen ist klar offensichtlich

Die Hauptlast der Schlachten liegt insofern klar ersichtlich auf den Schultern der Irakischen Armee, die Peschmerga hatte minimale Eroberungen im Nordosten zu verzeichnen, die restlichen Milizen hingegen konnten große Teile im Süden der Provinz Ninewa erobern.

Seriöse Zahlen zu den Verlusten zu finden ist hingegen kompliziert, die UN zählte im November 334 zivile Tote in der Provinz Ninewa (Provinz von Mossul) und fast 2.000 militärische Verluste auf Seite der irakischen Regierung (darunter fallen auch Peschmerga und andere Milizen). Einige Quellen behaupten sogar von insgesamt 2.200 getöten Zivilisten im November & Dezember in Ninewa. Zwischen dem 18. Dezember und 17. Januar sind nach eigenen Angaben 58 Selbstmordattentäter genutzt worden, 1500 irakische Soldaten getötet und 185 Fahrzeuge (darunter ein Helikopter, 6 Abrams- und 5 T72-Panzer) zerstört worden sein.

Irakische Generäle haben aber bisher keinen besonderen Optimismus verkündet: Der westliche Teil ist nach eigener Aussage „die Mossul-Operation 2.0“.

 

Wer ist an den neuen Friedensverhandlungen beteiligt?

Am 23. Januar sollen sich im Kontext der türkisch-russischen Waffenruhe (mit Ausnahmen) die verschiedenen Interessengruppen in Astana (Kasachstan) treffen, um einen gemeinsamen Friedensprozess auszuhandeln, ein politischer Deal ist nicht das Ziel dieser Gespräche. Welche Gruppen sind an der Waffenruhe beteiligt um einen wirklichen Frieden durchzusetzen, oder wird ein Frieden überhaupt möglich sein?

Insgesamt sind alle Nationen zu den Verhandlungen eingeladen, insofern sie irgendeinen Fuß im Stellvertreterkrieg in Syrien haben. Als Hauptinitiatoren der Verhandlungen sind Russland und die Türkei an Bord, Saudi-Arabien oder die USA sind ebenfalls dazu eingeladen. Wesentlich interessanter aber sind die syrische Gruppierungen, die dort involviert bzw. abwesend sind. Anwesende Länder sind Syrien, Iran, Türkei und Russland. Das irakische Kurdistan und die Turkmenen schicken ebenfalls eine Delegation, die USA erscheint nur mit ihren kasachischen Botschafter als Beobachter.

Ablehnende Gruppen:

  • Ahrar al-Sham
  • Faylaq al-Rahman
  • Harakat Nour al-Din al-Zenki
  • Thuwar al-Sham
  • Jaysh Idlib
  • Jaysh al-Mujahideen
  • Jabhat Fateh al-Sham
  • Jund al-Aqsa

Zustimmende Gruppen:

  • Faylaq al-Sham
  • Sultan Murad
  • Sham Front
  • Jaysh al-Izza
  • Jaysh al-Nasr
  • 1st Coastal Division
  • Liwa Shuhada al-Islam
  • Fastaqem Union
  • Jaysh al-Islam
  • Soqour al-Sham
  • FSA Southern Front

Auffällig sind zwei Dinge: Zunächst sind die meisten zustimmenden Fraktionen in der türkischen Offensive „Euphrates Shield“ im Norden Syriens involviert, die aktiv bei al-Bab gegen den Islamischen Staat kämpfen. Diese kämpfen insofern auch nicht aktiv, oder zumindest in sekundärer Weise, gegen die syrische Regierung, was eine solche Waffenruhe vereinfacht. Der zweite Punkt ist für den Erfolg der Waffenruhe aber wesentlich entscheidender: Die zwei größten Fraktionen (Jabhat Fateh al-Sham und Ahrar al-Sham) lehnen den Deal kategorisch ab, immerhin werde er als „Verrat an der Revolution“ gesehen. Solche Ereignisse gibt es oft in kleinerer Dimension: Wenn Kämpfer im Kontext von verschiedenen Verträgen nach Idlib transportiert werden, werden einige dieser Kämpfer auf „mysteriöse Weise“ tot entdeckt. So z.B. wurde ein FSA-Kommandat aus Darayya bei Damaskus nahe der türkischen Grenze tot aufgefunden. Der Grund: Er soll in einem Fluss ertrunken sein.

Diplomatische und militärische Vertreter der jeweiligen Gruppierungen schicken folgende Diplomaten in die Verhandlungen:

Vertreter der Regierung: 

  • Bashar al-Jafaari, UN-Botschafter für Syrien in den Vereinten Nationen
  • Ahmed Arnous, Vertreter des Außenministeriums
  • Riad Haddad, Syrischer Botschafter in Moskau
  • Ahmed al-Kuzbari, Syrischer Parlamentarier
  • Haidar Ali Ahmed, Diplomat
  • Osama Ali, Syrisches Außenministerium
  • Amjad Elissa, Syrisches Außenministerium
  • 3 weitere Militärs

Vertreter der Opposition:

  • Mohammed Alloush, Verhandlungsführer & von Jaysh al-Islam
  • Yasser Abderrahim, Faylaq al-Sham
  • Mondher Seyras, Faylaq al-Sham
  • Said Neqrash, Liwa Shuhada al-Islam
  • Hossam Yassin, Sham Front
  • Mustafa Birou, Fastaqim Union
  • Ahmed Sultan, Sultan Murad
  • Mamoun Hajj Mustafa, Soqur al-Sham

Vertreter der politischen Opposition:

  • Abelkahim Bashar
  • Nadhir al-Hakim
  • Nasser al-Hariri
  • Osama Abu Zaid
  • Yahia al-Aridi
  • Hisham Marwa
  • Khaled Shehabiddine
  • Ammar Tebbab

 

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Mohammed Alloush

Die Delegation der Opposition besteht vor allem aus unbekannten Personen, die zuvor nicht ins Rampenlicht getreten sind. Die diplomatische Opposition hingegen spielt keinerlei Rolle für die faktische Situation in Syrien und wird dementsprechend auch keine relevante Position in den Gesprächen einnehmen.

Als wirklich erwähnenswerte Person gilt Mohammed Alloush, Stellvertreter für Jaysh al-Islam und ehemaliger Verhandlungsführer für die Friedensgespräche der UN in der Schweiz, die mehrmals scheiterten.

Mohammed Alloush ist der Bruder von Zahran Alloush, ehemaliger militärischer Führer von Jaysh al-Islam, welcher am 24. Dezember 2015 durch einen russischen Luftschlag in Ost-Ghouta getötet wurde. Zuvor galt er als „charismatische Führungsperson“, die vom Westen als Nachfolger als syrischer Präsident gehandelt wurde. Nichtsdestotrotz zeigte er in verschiedenen Interviews ganz klar eine islamistisch-extremistische Position in vielen verschiedenen Fragen, z.B. wollte er die Alawiten ermorden und ein typisches Kalifat errichten.

Sein Bruder tätigt solche Aussagen alleine aufgrund seiner diplomatischen Rolle nicht, aber auch er bewies wenig Fingerspitzengefühl in den Verhandlungen: Mitten in der ersten amerikanisch-russischen Waffenruhe zu Beginn des Jahres 2016 forderte er oppositionelle Kämpfer dazu auf, weiterhin gegen die Armee zu kämpfen (siehe Tweet). Seine „Erfolgskarriere“ in den verschiedenen UN-Friedensgesprächen in der Schweiz sollten ein böses Omen für den Ausgang des Versuches dieser Verhandlungen sein, nicht umsonst trat er später mitten in den Genf-Gesprächen aus der Delegation aus, einfach weil sie keinen Erfolg erzielten.