75% flohen nach West-Aleppo | UN veröffentlicht Zahlen über Ost-Aleppo

Das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) veröffentlichte am 4. Januar einen Bericht, welcher sich völlig der Situation in Aleppo widmete. Darin wurden u.a. Zahlen veröffentlicht, die sowohl die Anzahl der Bevölkerung Ost-Aleppos, als auch der Flüchtlinge näher beleuchtete.

Insgesamt sind nach eigenen Angaben 120.987 Personen registriert worden, welche sich in diese Kategorien aufteilen:

  • etwa 86.250 fanden in Aleppo erneut Unterschlupf (Ost- und West-Aleppo)
  • rund 4.250 Einwohner leben in einem Flüchtlingslager im Jibreen-Viertel
  • 30.487 Personen wurden aus den letzten verliebenden Enklaven in Ost-Aleppo bis zum 22. Dezember nach Idlib evakuiert

Somit flohen 90.500 Einwohner Ost-Aleppos in Richtung der von der Regierung gehaltenen Territorien, was bei der registrierten Anzahl einen Anteil von 74,8% ausmacht. 

Etwa 47.500 Einwohner wurden als in Ost-Aleppo residierend registriert, während weitere 38.500 Personen in West-Aleppo eine Möglichkeit zum Wohnen fanden. Weitere 4.250 IDP’s leben in einem Flüchtlingslager im Jibreen-Viertel, welches von verschiedenen Hilfsorganisationen unterhalten wird. 750 IDP’s sind im Jibreen-Industrieviertel zwangsweise untergebracht, da ein zweites Flüchtlingslager in Mahalej am 25. Dezember geschlossen wurde.

Am 29. Dezember veröffentlichte die UN ebenfalls Zahlen zu den Evakuierten in Richtung der von der Opposition gehaltenen Provinz Idlib, entgegen vorherigen und medialen Schätzungen wurde die Anzahl auf „nur“ 30.487 angegeben.

Weitere Flüchtlinge begaben sich in Richtung Nord-Aleppo, welches von einer türkisch unterstützten Opposition gehalten wird. Dafür wurde entweder das Territorium der SDF per Afrin in Richtung Azaz genutzt, wonach es wahrscheinlich in Richtung der Türkei als Flüchtling geht. Auch sind maximal 5.000 (laut Schätzungen, es existieren keine offiziellen Zahlen) Einwohner Ost-Aleppos in Richtung der von den Kurden gehaltenen Viertel Sheikh Maqsoud geflohen, wovon sich große Teile ebenfalls in Richtung Nord-Aleppo und Idlib bewegten. Diese Flüchtlinge sind vor allem Personen, die ihre familiären Wurzeln in der jeweiligen Region haben und insofern keine Einwohner Aleppos sind oder waren. Die Zahlen gehen aber nur laut der UN in die „Hunderte“.

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Die UN und weitere Hilfsorganisationen (u.a. Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond) haben nun inzwischen Zugang zu allen Vierteln Ost-Aleppos mit der Ausnahme von Sheikh Sae’ed. Das Viertel war seit Jahren eine aktive Front und damit hart umkämpft. Dementsprechend laufen dort weiterhin Aufräumarbeiten an und es werden verschiedene Fallen und Sprengstoffe entschärft, unter anderem mit russischer Unterstützung.

Das größte Problem zurzeit stellt die Wasserversorgung dar, da ein Großteil der Versorgung und Wasserkraftwerke im Osten der Stadt zu finden sind. Während die Pumpstationen al-Khafseh, Ayn al-Bayda und Tishreen voll funktionsfähig sind, ist Sueleiman al-Halabi teilweise funktionsfähig und Bab al-Nayrab völlig zerstört. Resultierend daraus haben 600.000 Menschen keine Möglichkeit für eine regelmäßige Wasserversorgung.

 

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