Lage in Deir ez-Zor äußerst kritisch

Die militärische Situation hat sich im Vergleich zum vorherigen Tag wesentlich verschlechtert, nachdem die Großoffensive von Daesh weiter im belagerten Deir ez-Zor andauert.

Daesh hatte es in den darauffolgenden Nächten an Kämpfen geschafft, den belagerten Kessel vollständig zu teilen und den Flughafen als einzigen Nachschubweg für die Armee und zehntausende Einwohner vom Rest zu isolieren. Eingenommen wurden angeblich bisher der Friedhof, die Busstation und das Viertel al-Nafri, zwei „Arbeiterviertel“, Jiraya und Wadi al-Nishan. Außerdem wurden weite Teile des Turdah-Gebirge erobert, welches vor wenigen Monaten Opfer eines Luftschlages der „Internationalen Anti-IS-Koalition“ wurde und 100 Soldaten der Syrisch-Arabischen Armee das Leben kostete. Die Kämpfe dauern vor allem in der Innenstadt bei der Universität von Deir ez-Zor an. Durch die dominierende Position des Islamischen Staates um den Flughafen können weder Flugzeuge noch Helikopter dort landen ohne das Risiko, abgeschossen zu werden.

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Als Reaktion brachen auch einige internationale Hilfsorganisationen die Lieferung von Lebensmitteln etc. nach Deir ez-Zor ab, welches der Zivilbevölkerung nochmals Probleme bereitet. Nach Schätzungen sind zwischen 50.000-120.000 Zivilisten noch vor Ort, ohne eine Hoffnung auf Rettung. Weitere 4.000 Soldaten sollen dort aktiv sein, darunter große Teile der syrischen Eliteeinheit der Republican Guards unter dem Kommando des drusischen Issam Zahreddine. Der für die dortige Front zuständige Generalmajor Mohammed Samra wurde heute von Daesh ermordet. Laut dem dortigen Gouverneur gibt es nur noch ein (al-Assad-)Krankenhaus, in dem weiterhin unermüdlich 13 Ärzte arbeiten. Rund 50 Zivilisten wurden bisher getötet.

Die Situation scheint sich derzeit nicht zu drehen, trotz enormer Unterstützung der russischen und syrischen Luftwaffe ist die Lage kritisch. Die Syrisch-Arabische Armee versucht momentan mit einer Gegenoffensive sich wieder mit der einzigen Lebensader, dem Flughafen, zu verbinden. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.

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