5 Oppositionsgruppen vereinigen sich unter dem Kommando von al-Qaida

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Vor wenigen Stunden verkündete der Pressesprecher von Jabhat Fateh al-Sham (ehemals al-Nusra) in einem öffentlichen Statement, dass sich 5 verschiedene Oppositionsgruppen unter dem Kommando einer neuen Führung von Fateh al-Sham vereinigen werden und damit die ehemaligen Gruppierungen aufgelöst werden. Diese 5 sind: Jabhat Fateh al-Sham, Harakat Nour al-Din al-Zenki, Liwa al-Haqq, Jaysh al-Sunnah und Ansar al-Deen. Der neue Name lautet „Tahrir al-Sham“, was übersetzt „Befreiung des Levante“ bedeutet.

Die politische Führung wird der bisher unbekannte Abu Jaber, ein erst kürzlich desertierter Geistlicher von Ahrar al-Sham. Er weigerte sich nach heftigen Kämpfen  zwischen Fateh al-Sham und Ahrar al-Sham Fateh al-Sham als „Khawarij“ zu denunzieren, die selbe Methodik nutzte man 2013 beim heutigen Islamischen Staat an. Militärischer Anführer ist und bleibt wahrscheinlich Abu Mohammad al-Joulani, Anführer von Jabhat Fateh al-Sham. Das wird man aber nicht derart öffentlich ausleben, da man nicht direkt als al-Qaida gebrandmarkt werden möchte.

Jabhat Fateh al-Sham ist die größte und stärkste Oppositionsgruppe, gefolgt von Ahrar al-Sham. Diese Fusionierung ensteht aus verschiedenen Faktoren: Dem internationalen und militärischen Druck (US-Luftschläge auf hohe Mitglieder, verliert Boden an die Armee etc.), internen Konflikten mit Ahrar al-Sham und dem ohnehin schon lange angepeilten Ziel, die gesamte Opposition unter einem Banner zu vereinen, in diesem Falle von al-Qaida.Auch spielen die Verhandlungen in Astana eine gewisse Rolle, als ausgenommer Teil der Friedensverhandlungen spaltet und polarisiert dies umso mehr die Opposition.

Harakat Nour al-Din al-Zenki ist von den oben benannten Gruppen einzig relevanter, einst die stärkte Fraktion in Aleppo. Nachdem man ein 12-jähriges Kind köpfte, fiel man selbst bei der USA in Ungnade und man beendete die finanzielle Unterstützung der Gruppierung. Seitdem radikalisierte man sich zunehmend, vor dem Zusammenschluss desertierten ~30% nach Faylaq al-Sham, welches aktiv auf der Seite von Ahrar al-Sham steht.

Die Wahl von Abu Jaber ist insofern auch ein strategischer Schachzug, mit den derzeitigen Kämpfen könnten verschiedene Mitglieder von Ahrar al-Sham umso mehr bewegt sein, nach Fateh al-Sham bzw. Tahrir al-Sham zu fliehen. Auch dies wirkt als ein Faktor der Vereinigung. Er selber rief bereits zu einer Waffenruhe aus, ob diese durchgesetzt wird bleibt abzuwarten.

In den nächsten Tagen kann man wahrscheinlich weitere Zusammenschlüsse sehen: die Turkmen Islamic Party aus China, Liwa al-Tamkin, Jaish al-Ahrar und weitere Mitglieder aus Jaysh Fateh sind potentielle Kandidaten für Tahrir al-Sham. Auch eine libanesische Organisation schloss sich bereits TaS an.

 

 

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