Gefechte zwischen türkischer und syrischer Armee bei al-Bab | Russische Luftwaffe attackiert aus Versehen Türkische Armee

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Situation um al-Bab

Es kam zu ersten Konfrontationen zwischen den „Tiger Forces“ (offensive Eliteeinheit der Syrisch-Arabischen Armee) und verschiedenen, oppositionellen Milizen westlich von al-Bab, was eine koordinierte Bekämpfung des Islamischen Staates erheblich erschwert. Nachdem die Tiger Forces das Dorf Shamawiyah von Daesh erobert hatten kam es weiter nördlich im Dorf Abu al-Zandin zu mehreren Zusammenstößen, die nach oppositionellen Angaben 2 syrischen Soldaten das Leben kostete. Außerdem wurde ein BMP erobert. Die näheren Gründe und/oder der „Aggressor“ in dieser Situation können nicht geklärt werden, wenige Kilometer weiter westlich gibt es seit Wochen eine ruhige Front (siehe Karte) zwischen den beiden Fraktionen. Auf Seiten der Opposition kämpfen um Abu al-Zandin zurzeit die Hamza Division und Sultan Murad, türkische Artillerie soll ebenfalls aktiv sein. Am darauffolgenden Tag kam es hingegen zu keinen Kämpfen, möglicherweise handelte es sich hierbei nur um eine kurze Plänkelei.

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Die drei verstorbenen, türkischen Soldaten

Am selbigen Tage bombardierte die russische Luftwaffe ein Gebäude der türkischen Armee weiter nördlich von al-Bab, wobei 3 türkische Soldaten gestorben und 11 Weitere verletzt wurden. Putin sprach später sein Beileid für diesen „tragischen Zwischenfall“ aus und betonte erneut, dass dieser Angriff aus keinerlei Absicht entstanden ist. Es gibt dennoch Stimmen mit der Ansicht, dass der Angriff als eine Art Warnung im Zusammenhang mit den Kämpfen im Dorf Abu al-Zandin steht, vor allem da russische Luftschläge direkt auf al-Bab eher selten sind. Kreml-Pressesprecher Dimitri Peskow behauptete hingegen, die türkische Armee habe der russischen Luftwaffe die Koordinaten gegeben und es liegt insofern keine Schuld bei Russland.

 

Damit steigt die Anzahl an getöteten, türkischen Soldaten auf mindestens 60, manche Quellen nennen auch 69 Tote. Daesh selber spricht von 85 getöteten Soldaten, wobei diese Schätzungen doch als äußerst hoch und nicht verifizierbar erscheinen.

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Trotz all dieser Hindernisse konnte die Operation Euphrates Shield zumindest kleinere Erfolge an/in der Stadt al-Bab verzeichnen. Man konnte entlang des M4-Highways das al-Hikma-Krankenhaus erobern, welches zuvor Teil erbitterter Kämpfe war. Auch weiter nördlich konnte man in die ersten Teile der Stadt vordringen, wobei dort weiterhin Gefechte andauern.

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