Irakische Armee beginnt Operation zur Befreiung Ost-Mossuls

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Die Irakische Armee, Bundespolizei und verschiedene Milizen der PMU starteten vor etwa 2 Stunden die Operation zur vollständigen Befreiung Ost-Mossuls, Tel Afar und der gesamten Nineveh-Provinz, wie der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi verkündete.

Laut irakischem Militär konnten die „Rapid Response Units, Bundespolizei und die 23rd Division der PMU“ bisher bereits die Dörfer Atbah, Al-Kafour, Jasmia, Bijwarey und al-Lazzagah erobern, was damit nur noch eine Entfernung von 7km zur westlichen Teil der Stadt bedeuten würde. Nächstes Ziel wird wahrscheinlich die al-Ghazlani-Militärbasis sein. Derzeit werden viele Luftangriffe auf schwer garnisonierte Positionen entlang der Stadt und des Euphrates im Zentrum geflogen. Dabei soll der ranghöhere Kommandant des Geheimdienstes vom Islamischen Staat Haqi Ismail Awid getötet worden sein. Gerüchten zufolge soll sich al-Baghdadi entweder in Tel Afar, oder West-Mossul aufhalten und ist insofern gefangen.

Die Besonderheit dieser Operation liegt in der Beteiligung der PMU, von diversen Interessengruppen als „iranisch-schiitische Marionette und Kriegsverbrechern“ verschrien, konnte sie unter internationalen Druck nicht an der Mossul-Operation bisher teilnehmen. Dies führte zu unnötigen Komplikationen und Verlusten innerhalb der Stadt, da man nur effektiv von einer Seite (östlich) in die Stadt eindringen konnte als ursprünglich geplant. Nachdem das irakische Parlament die PMU fast einstimmig als Teil der Irakischen Streitkräfte akzeptierte, untersteht sie nun dem irakischen Innenministerium, wodurch es scheinbar nicht mehr solche Ängste gibt. Ob sie aber auch dann innerhalb der Stadt oder nur in den Außengebieten operieren darf/kann ist abzuwarten. Die Peschmerga hingegen wird keinerlei Rolle spielen.

Bereits bei Beendigung der Offensive in West-Mossul gab es keine optimistischen Worte bezüglich einer ähnlichen Operation in Ost-Mossul. Sie bietet verschiedene Problematiken auf, die der irakischen Armee zum Verhängnis werden könnten. Nicht nur hatte Daesh eine längere Vorbereitungszeit, konnte Verteidigungspositionen errichten und Gebäude verminen. Ost-Mossul bietet vor allem auch einen äußerst harten, urbanen Häuserkampf, da es sehr enge Straßen und Gebäude gibt. Aus allen möglichen Seitenstraßen könnte also z.B. ein Selbstmordattentätereinen Konvoi angreifen, wie es bereits zuvor der Fall war. Hinzu kommen die immer öfter werdenden, demoralisierenden Drohnen-Angriffe, wo kleine Sprengkörper an Quadrocopter angebracht werden.

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