Armee wirft Offensive in Nord-Hama weiter zurück

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Situation in Nord-Hama

 

Eliteeinheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA), der Hisbollah und iranischen Quds-Brigade konnten die islamistische Offensive unter der Führung von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) in Nord-Hama fast vollständig zurückgeschlagen und etwa ~75% des verlorenen Territoriums zurückerobern.

Besondere Fortschritte gab es an der südlichen Frontlinie (siehe Karte), die sich besonders nahe zur Stadt Hama befindet. Dort wurden die Städte und Dörfer Khattab, Arzeh, Zawr al-Balah, Balahseen, al-Sheer, Zawr al-Masasqe, mehrere militärische Kontrollpunkte und Khirbat al-Hajameh erobert, nachdem Tage zuvor bereits Majdal erobert wurde. Die Frontlinie befindet sich somit nun um das Dorf Btyash und den Hügel Tell al-Nasiriyah im Süden, relativ gute Ausgangspositionen für weitere Operation nördlich. Die von der Opposition eroberten Gebiete befinden sich nun größtenteils nur noch an östlichen Frontlinie, u.a. Souran und Iskrandiyah. Im Westen kam die Offensive ebenfalls zum erlahmen, dennoch gab es von Seiten der SAA (noch) keinerlei größeren Versuche, verlorenes Gebiet wieder zu erobern.

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Von der NDF eroberter BTR-60, zuvor von Jaish al-Izzah genutzt

Vor einigen Tagen erschienen auch Bilder, die Qasem Soleimani (Anführer der Quds-Brigade) in der Umgebung von Nord-Hama zeigen sollen. Zuletzt tauchte er in Syrien vor einem halben Jahr in Aleppo auf, danach soll er bei der Mossul-Operation mit involviert gewesen sein. Seine Präsenz bedeutete in der Vergangenheit vor allem Eines: eine kommende Offensive. Dies könnte in Nord-Hama ein Indikator dafür sein, dass man nicht nur die verloren gegangenen Gebiete wiedergewinnen möchte, sondern auch darüber hinaus voranschreiten will. Gerüchten zufolge will man bis nach al-Lataminah vordringen, ~9km von der südlichen Frontlinie entfernt. Dies würde vor allem langfristig die Front nördlich von Hama stabilisieren, wo es jährlich zu einer neuen Offensive der Opposition kommt.

Die ersten Tage der Offensive begannen mit einer Blitzoffensive auf die an der Front liegenden Städte: Schwere Kämpfe in Souran und Kawkab dauerten bis in die Nacht hinein an, letzten Endes konnten die Ortschaften aber problemlos erobert werden. Wie inzwischen üblich begann man die Offensive mit schwerem Artilleriebeschuss und 2 Selbstmordattentätern (SVBIED), die für die größten Verluste sorgten und Löcher in den Verteidigungspositionen aufriss. Diese wurden dann geschickt ausgenutzt und die Moral der Soldaten gebrochen. Kurz nach dem Fall von Souran konnte man die umliegenden Städte (u.a. Ma’ardes) ebenfalls unter seine Kontrolle bringen. Nach Angaben von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als Jabhat Fateh al-Sham, oder Jabhat al-Nusra) handelte es sich bei den zwei Städten um die Hauptverteidigungslinie der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) bzw. NDF, Milizen die dazu dienen ihre Heimatorte zu verteidigen. Später fielen alle Städte bis nach Arzeh (siehe oben).

Auf Seiten der Opposition ist Tahrir al-Sham die antreibende Kraft. Diese wird unterstützt von Jaish al-Izza, Jaysh al-Nasr, Ajnad al-Sham, Ajnad al-Kavkaz, Turkmen Islamic Party, Ahrar al-Sham, Faylaq al-Sham und Free Idlib Army (FSA).

Auf Seiten der Regierung sind hingegen die Syrisch-Arabische Armee, Qalamoun Shield Forces, Harakat al-Nujaba, NDF, Ba’ath-Brigaden, Tiger Forces, Cheetah Forces, Leopard Homs, Hisbollah und Revolutionsgarden präsent.

 

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