Oppositioneller Bombenanschlag auf Zivilbusse – 90 Tote

 

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Nahe der syrischen Stadt Aleppo sind durch eine Explosion in der Nähe eines Evakuierungskonvois mindestens 90 Menschen getötet worden, die Anzahl der Toten nimmt immer weiter zu. Der Sprengsatz soll ein angeblicher Krankenwagen in Form einer Autobombe gewesen sein. Angegriffen wurden 3-4 Busse aus den Orten Fu’ah und Kafraya. Weitere 40 Personen sollen verletzt sein, über ihre Versorgung gibt es widersprüchliche Angaben. Angeblich wurde zunächst von der Opposition die Krankenversorgung für 2 Stunden verhindert, danach sollen sie in die Türkei transportiert worden sein. Andere Quellen sprechen von der Notversorgung in Aleppo.

Die dortige schiitische Bevölkerung ist seit 2015 vollständig belagert und ist immer wieder den spontanen Angriffen der Islamisten in Idlib ausgesetzt, welches bisher vielen Menschen das Leben kostete und zu den härtesten Belagerungen in Syrien zählt. Der Ort des Geschehens war Rashidin, ein westlicher Vorort von Aleppo, der sich in der Hand der Opposition befindet. Bei dem Anschlag kamen ebenfalls ~20 oppositionelle Kämpfer ums Leben. Der Täter ist derzeit ungeklärt, möglich sind Schläferzellen des IS in der Gegend, oder vereinzelte Mitglieder von Jund al-Aqsa, die dem Islamischen Staat ebenfalls nahe stehen. Auch möglich sind diverse Trittbrettfahrer von den islamistischen Gruppierungen, mit denen man überhaupt erst diesen Deal vereinbarte. Die dortige Bevölkerung gilt als äußerst verhasst und wurde mehrmals von sunnitischen Klerikern zu „Tieren“ degradiert. In der Tat ist dieser Akt kein Ausnahmefall: Bereits vor einigen Monaten steckten einige Islamisten die Evakuierungsbusse für Fu’ah in Brand und töteten einen Busfahrer.

Insgesamt sollen die Busse  etwa 5.000 Menschen nach Aleppo bringen. Außerdem sollen mehr als 2.000 Oppositionskämpfer und Aktivisten aus den von Regierungstruppen umzingelten Städten Madaja und Zabani gebracht werden. Durch die jahrelange Belagerung gibt es in den vier Städten kaum Lebensmittel. Auch an medizinischer Versorgung mangelt es.

Update 16.4.

Später veröffentlichte Videos zeigen wohl die Autobombe, welche entgegen oppositionellen Behauptungen kein Krankenwagen darstellt. Hinzu kommt die Fahrtrichtung des Autos auf der rechten Straßenseite, das Fahrzeug kam also aus oppositionellen Territorium.

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