Armee dringt weiter in Nord-Hama vor

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Soldaten am Eingangsschild von Tibet al-Imam

Die Syrisch-Arabische Armee konnte in Nord-Hama in weitere Städte vordringen, die ein Jahr zuvor aufgegeben werden mussten. Nachdem die 25 Tage andauernde Offensive der Opposition vollständig zurückgeschlagen werden konnte, griff man die Stadt Tibet al-Imam mithilfe von Artillerie und Luftschlägen am Montag an, konnte sie dennoch erst am Donnerstag vollständig erobern. Damit gelingt die Eroberungen von Städten, die bereits vor der Offensive Teil des Oppositionsgebietes war. Taybat al-Imam befindet sich westlich von Souran, welches Tage zuvor an die Tiger Forces fiel und die letzte Stadt darstellte, die den Weg nach Taybat al-Imam verhinderte. Mit der Kontrolle von verschiedenen Checkpoints zwischen den Städten und Hügeln wie al-Mantan im Norden war der Fall der Stadt nur noch eine Frage der Zeit. Beide Städte fielen 2016 unter die Kontrolle von Jund al-Aqsa, die inzwischen aufgelöst wurden und teils zu Tahrir al-Sham, teils zum IS desertiert sind.

Währenddessen stürmen syrische Einheiten und die iranische Revolutionsgarde die Stadt Halfaya am anderen „Ende“ der Front. Der Fall der Stadt würde den Zusammenbruch der oppositionellen Verteidigungslinien in Nord-Hama bedeuten, erst wenige Kilometer nördlich gibt es mit Morek und al-Lataminah strategische Städte, wobei beide Orte regelmäßig von Luftschlägen betroffen sind. Der Vorstoß ist auch ein wichtiger Indikator dafür, dass man langfristig die Frontlinien in Nord-Hama stabilisieren möchte, nachdem es jedes Jahr zu einer neuen Offensive kommt.

Die ersten Tage der Offensive begannen mit einer Blitzoffensive auf die an der Front liegenden Städte: Schwere Kämpfe in Souran und Kawkab dauerten bis in die Nacht hinein an, letzten Endes konnten die Ortschaften aber problemlos erobert werden. Wie inzwischen üblich begann man die Offensive mit schwerem Artilleriebeschuss und 2 Selbstmordattentätern (SVBIED), die für die größten Verluste sorgten und Löcher in den Verteidigungspositionen der Armee aufriss. Diese wurden dann geschickt ausgenutzt und die Moral der Soldaten gebrochen. Kurz nach dem Fall von Souran konnte man die umliegenden Städte (u.a. Ma’ardes) ebenfalls unter seine Kontrolle bringen. Nach Angaben von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als Jabhat Fateh al-Sham, oder Jabhat al-Nusra) handelte es sich bei den zwei Städten um die Hauptverteidigungslinie der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) bzw. NDF, Milizen die dazu dienen ihre Heimatorte zu verteidigen. Später fielen alle Städte bis nach Arzeh. Einige Tage später konnte die Offensive 10km nördlich von Hama mithilfe von Verstärkungen kontinuierlich zurückgeschlagen werden und befindet sich nun fast auf ihren Ausgangspunkt.

Auf Seiten der Opposition ist Tahrir al-Sham die antreibende Kraft. Diese wird unterstützt von Jaish al-Izza, Jaysh al-Nasr, Ajnad al-Sham, Ajnad al-Kavkaz, Turkmen Islamic Party, Ahrar al-Sham, Faylaq al-Sham und Free Idlib Army (FSA).

Auf Seiten der Regierung sind hingegen die Syrisch-Arabische Armee, Qalamoun Shield Forces, Harakat al-Nujaba, NDF, Ba’ath-Brigaden, Tiger Forces, Cheetah Forces, Leopard Homs, Hisbollah und Revolutionsgarden präsent.

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