Schwere Kämpfe zwischen kurdischen und türkischen Einheiten in Syrien

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al-Darbasayah

Im Nordosten Syriens kam es am Mittwoch Abend zu schweren Ausschreitungen zwischen türkischer Armee und kurdischen Einheiten der YPG. Harte Kämpfe fanden in der kleinen Stadt al-Darbasyah nördlich von Hasakah statt, wobei genauere Gründe und die Situation auf dem Boden ungeklärt sind. Laut türkischen Quellen attackierte man ein „PKK-Hauptquartier“, welches den Schmuggel von Waffen über die türkische Grenze hinweg ermöglichte und zerstörte diese Versorgungslinie. Laut bisherigen Schätzungen starben dabei mindestens zehn YPG-Kämpfer, mehrere Fahrzeuge wurden zerstört. Es kam ebenfalls zu weiteren Plänkeleien in Senyurt und Aradah, wobei dort nur der Beschuss von türkischen Panzern bestätigt ist.

Laut pro-kurdischen Medien hingegen wurden bisher zwei türkische Panzer mithilfe von ATGMs getroffen und 3 Soldaten getötet, wobei all diese Angaben unbestätigt sind. Ebenfalls soll man einige türkische Soldaten in der Grenzregion um Afrin getötet haben, wo es über den ganzen Tag hinweg zu Artilleriebeschuss kam. Die Internationale Koalition und die USA reagierten bis jetzt zögerlich auf die türkischen Aktionen, Pressesprecher der YPG/SDF forderten in den letzten Tagen mehrmals zu einer Flugverbotszone für Nordsyrien auf, die die SDF vor weiteren türkischen Angriffen schützen würde.

Die Angriffe entstehen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. In Syrien ist die YPG/SDF derzeitig in einer Offensive gegen den IS um Raqqah beschäftigt, die Angriffe gleichen damit einem „Stoß in den Rücken“. Es gab bereits in letzter Zeit Gerüchte über eine kommende Offensive der türkischen Armee gegen die YPG in der Grenzregion um Tel Abyad. Nun folgen von türkischer Seite erste Eskalationen.

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