Tote bei Protesten in Bahrain

Im Nordwesten Bahrains stürmten Polizeistreitkräfte einen Sit-In der dortigen Anwohner, welcher sich gegen die Verhaftung und Bestrafung des schiitischen Gelehrten Isa Qassim richtet. Der Sitzstreik findet vor seinem Haus im Dorf Duraz statt. Das Dorf ist aufgrund der kontinuierlichen Proteste der schiitischen Bevölkerung seit einem längeren Zeitraum „belagert“, Barrieren versperren die Straßen nach Duraz.

Nachdem die Sperren am Dienstag Morgen entfernt wurden, stürmten hunderte Polizeistreitkräfte und Spezialeinheiten das Dorf, sie nutzten dabei Gummigeschosse und Tränengas gegen die Bevölkerung. Diese wiederum wehrten sich in erster Linie mit Pflastersteinen. Lokale Medien sprechen bisher von einem getöteten Demonstranten und mehrere Dutzend Verletzte. Die Streitkräfte stürmen mehrere Wohngebäude auf der Suche nach Isa Qassim, nachdem das Zeltlager der Demonstration auf einem Platz in der Nähe zerstört wurde. Der Verbleib von Isa Qassim ist ungeklärt.

Als Reaktion zeigten andere schiitische Kleriker und Organisationen Solidarität mit den Protesten gegen die Festnahme. Die Hisbollah und Ansar Allah bzw. Houthi-Rebellen verurteilten die Gewalt der Polizei. In anderen Orten Bahrains wie z.B. in Ma’amir blockierten einige Personen mit brennenden Reifen und Kühlschränken die Verkehrsstraßen.

Isa Qassim war seit den ersten schiitischen Massenprotesten gegen die sunnitische Monarchie eine wichtige Figur und wird oft als „Mann des Irans“ bezeichnet, da er Sympathien zum Iran und deren politischen System hegt.

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