IS erobert Großteil philippinischer Großstadt

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Die dem Islamischen Staat nahe stehende Nachrichtenagentur AMAQ berichtet am Mittwoch, dass die „Maute-Gruppe“ die südphilippinische Hauptstadt der Provinz Lanao Del Sur namens Marawi größtenteils unter ihre Kontrolle hat. Nach eigenen Angaben setzte man verschiedene, öffentliche Institutionen in Brand, darunter mehrere Schulen, das Gefängnis und die St. Mary-Kirche. Laut lokalen Medien wurden die Priester und weitere Christen aus der Kirche entführt und die Kirche danach zerstört. Außerdem „befreiten“ sie über 100 muslimische Gefangene aus dem Gefängnis.

Hinzu kommen weitere Überfälle auf die Polizeistation, wo Waffen, Munition und mindestens ein gepanzertes Fahrzeug erbeutet wurde. Die Todeszahlen auf beiden Seiten sind bisher unbekannt, laut Anwohnern wurde ein Polizist, mehrere Lehrer und Frauen bisher geköpft. Mindestens ein Polizist ist gestern bei Kämpfen gestorben. Laut AMAQ wurden über 75 philippinische Soldaten und Polizisten entweder getötet oder verletzt, wobei derartige Zahlen grundsätzlich inflationär gehalten sind.

Erste Berichte von einem Angriff auf die Stadt gab es am Dienstag, erstes Ziel war das Amai Pakpak-Krankenhaus, um die eigenen Verletzten zu versorgen. Die Maute-Gruppe schwor vor einiger Zeit dem Islamischen Staat die Treue und nutzt inzwischen auch deren Flagge, konnte sich aber bisher nicht als offizieller Teil etablieren. Der Bürgermeister und Einwohner haben in den regionalen Medien darum gebetet, dass Unterstützung (in Form des Militärs) bei ihnen eintreffen soll. Bisher scheint aber noch keine Unterstützung angekommen zu sein. Der philippinische Präsident Duterte erklärt während einer Reise nach Russland das Kriegsrecht in der Provinz Mindanao, wo sich auch Marawi befindet. Angeblich soll Maute nicht mehr als 500 Mitglieder besitzen, in der Operation involviert sollen 100-250 Mitglieder gewesen sein. Ein ähnliches Debakel wie in Mossul würde das bedeuten. Vor allem dieser Ausdruck einer Machtprojektion wird der Rekrutierung in den Philippinen helfen.

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