Kämpfe gegen den IS in philippinischer Großstadt

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In der südphilippinischen Stadt Mirawa dauern weiterhin schwere Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der „Maute-Gruppe“ an, welche sich dem Islamischen Staat angeschlossen hat. Die philippinische Regierung schickte nach drei Tagen Verstärkung zur Großstadt, schwere Kämpfe dauern derzeit beim Militärlager der 103. Infanteriebrigade und beim Ami Pakpak-Krankenhaus an. Neue Bilder zeigen die Polizeistation unter der Kontrolle von Maute, die sich weit im Westen des Ortes befindet. Laut diversen Angaben befinden sich inzwischen rund 70% der Stadt unter ihre Kontrolle, die Armee versuch im Südwesten zurückzuschlagen. Diese enorme Kontrolle erscheint aber unwahrscheinlich, alleine weil dafür die Kapazitäten fehlen würden. Inzwischen werden auch Luftschläge und Helikopter aktiv genutzt.

Am Donnerstag sollen laut philippinischen Verteidigungsministerium 31 Maute-Kämpfer umgebracht worden sein, auch sechs Soldaten sind verstorben. Laut der dem IS nahe stehenden Nachrichtenagentur AMAQ sind bisher 70 philippinische Soldaten umgebracht worden. Hinzu kommen laut eigenen Angaben 14 weitere Soldaten und Offiziere auf der Insel Jolo Sulu im Südwesten des Landes, die bei einem Überfall umgebracht wurden.

Tausende Menschen fliehen weiterhin aus Marawi, die philippinische Armee hat inzwischen Kontrollpunkte und Straßensperren um die Stadt aufgebaut, um den Maute-Kämpfern keine Fluchtmöglichkeit zu geben und Flüchtende zu untersuchen. Mehrere Bürgermeister aus der Region Lanao del Sur erreichten das Kapitol, um die Möglichkeit eines solchen Angriffes auf ihre Städte zu debattieren.

Erste Berichte von einem Angriff auf die Stadt gab es am Dienstag, erstes Ziel war das Amai Pakpak-Krankenhaus, um die eigenen Verletzten zu versorgen. Die Maute-Gruppe schwor vor einiger Zeit dem Islamischen Staat die Treue und nutzt inzwischen auch deren Flagge, konnte sich aber bisher nicht als offizieller Teil etablieren. Der Bürgermeister und Einwohner haben in den regionalen Medien darum gebetet, dass Unterstützung (in Form des Militärs) bei ihnen eintreffen soll. Bisher scheint aber noch keine Unterstützung angekommen zu sein. Der philippinische Präsident Duterte erklärt während einer Reise nach Russland das Kriegsrecht in der Provinz Mindanao, wo sich auch Marawi befindet. Angeblich soll Maute nicht mehr als 500 Mitglieder besitzen, in der Operation involviert sollen 100-250 Mitglieder gewesen sein. Ein ähnliches Debakel wie in Mossul würde das bedeuten. Vor allem dieser Ausdruck einer Machtprojektion wird der Rekrutierung in den Philippinen helfen.

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