Brutale Kämpfe in libyscher Hauptstadt

In der libyschen Hauptstadt Tripoli kam es zwischen rivalisierenden Regierungen und Milizen zu den brutalsten Auseinandersetzungen seit einer Ewigkeit. Auf der einen Seite steht die vom Westen und der UN unterstützte Einheitsregierung unter der Führung von Fayaz Sirraj und auf der anderen Seite der von islamistischen Ländern unterstützte „Allgemeine Nationalkongress“ von Khalifa Al-Ghawiel.

Die seit drei Tagen andauernden Gefechte fanden vor allem im Viertel Abu Salim statt, ebenfalls umkämpft waren Hai Damscus, Al-Hadba, Salah Eddine, Hai Akhwakh, Hai Nasir und Bab Ben Ghashir. Das Gesundheitsministerium spricht von mindestens 52 Toten und 128 Verletzten auf Seiten der Einheitsregierung, Angaben von der anderen Seite existieren nicht. Laut Militärquellen wurden 17 Soldaten exekutiert.

Am Freitag waren bereits schwarze Rauchschwaden und Explosionen in der ganzen Stadt zu sehen und hören. Ein Granatengeschoss traf das Ölunternehmen Mellitah, was zu einem Brand im Obergeschoss führte. Die Tripoli-Revolutionsbrigade unter dem Kommando von Haitem Al-Tajouri (Einheitsregierung) stürmte das Habda-Gefängnis in der Stadt, wo ehemalige Beamte der Gaddafi-Regierung gefangen wurden. Angeblich wurde ein Sohn von Gaddafi dabei befreit. Verbündete Einheiten und Bürger stürmten das in der Nähe liegende Haus des Gefängniswärters Khalid al-Shreef in Znaata und töteten ihn dabei. Er war Mitglied der sogenannten „Islamischen Kampfgruppe“, welche Beziehungen zu al-Qaida aufweist.

Außerdem kam es zu schweren Kämpfen nahe dem internationalen Flughafen. Die vom Nationalkongress unterstützte Misrata-Brigaden zogen sich zugunsten der neutralen al-Kani-Brigade zurück. Der Anführer der Tripoli-Revolutionsgarden verurteilten diese Übernahme und verlangen von al-Kani, sich vom Flughafen zurückzuziehen.

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