Brutale Kämpfe in den Philippinen dauern an – Duterte bittet Maoisten um Hilfe

In der südphilippinischen Stadt Mirawa dauern weiterhin schwere Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der „Maute-Gruppe“ an, welche sich dem Islamischen Staat angeschlossen hat. Die philippinische Regierung schickte nach drei Tagen Verstärkung zur Großstadt, schwere Kämpfe dauern derzeit beim Militärlager der 103. Infanteriebrigade und beim Ami Pakpak-Krankenhaus an. Es gibt dennoch keine Berichte von Gebietsveränderungen in den letzten Tagen. Maute scheint in vielen Gebieten Scharfschützen einzusetzen, die der philippinischen Armee den Kampf und die Räumung von Häusern erschwert.

Bis Sonntag sollen laut philippinischen Verteidigungsministerium 61 Maute-Kämpfer umgebracht worden sein. Einige Kämpfer sollen aus der USA, Indonesien, China, Saudi-Arabien, Malaysia und Australien stammen. Von den eigenen Truppen wurden 20 getötet, über 50 wurden verletzt und zwei Soldaten werden vermisst. Laut der dem IS nahe stehenden Nachrichtenagentur AMAQ sind bisher 70 philippinische Soldaten umgebracht worden. Hinzu kommen laut eigenen Angaben 14 weitere Soldaten und Offiziere auf der Insel Jolo Sulu im Südwesten des Landes, die bei einem Überfall umgebracht wurden.

Veröffentlichte Videos zeigen Geiseln von Maute, die die philippinischen Streitkräfte dazu aufrufen, die Luftschläge und Angriffe zu unterlassen. Ansonsten drohe man mit der Exekution von entführten Zivilisten, welche in erster Linie Christen sind. Bisher wurden mindestens 20 Zivilisten umgebracht. Neun Menschen wurden bei dem Versuch getötet, mithilfe eines LKWs aus der Stadt zu fliehen. Viele Zivilisten wurden von Maute aufgehalten und die Christen und Muslime darauffolgend separiert. Wer keine Koranstellen auswendig vortragen konnte, wurde als Christ gebrandmarkt und danach getötet. Acht Leichen wurden in einem Graben in der Stadt gefunden. Neben ihren Körpern lagen kleine Schilder mit dem Titel „Munafik“, übersetzt Verräter, drauf.

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Tausende Menschen fliehen weiterhin aus Marawi, die philippinische Armee hat inzwischen Kontrollpunkte und Straßensperren um die Stadt aufgebaut, um den Maute-Kämpfern keine Fluchtmöglichkeit zu geben und Flüchtende zu untersuchen. 2.000 Zivilisten sollen sich weiterhin in den umkämpften Gebieten leben, wo ihnen keine Möglichkeit zur Flucht gegeben ist. Mehrere Bürgermeister aus der Region Lanao del Sur erreichten das Kapitol, um die Möglichkeit eines solchen Angriffes auf ihre Städte zu debattieren.

Duterte bat derweil die maoistischen Rebellen der New People’s Army (NPA) und die muslimischen Separatisten (Moro Islamic Liberation Front, MILF; Moro National Liberation Front, MNLF), sich dem Kampf gegen den Islamischen Staat anzuschließen.  „Ich werde euch als Soldaten anheuern – gleicher Sold, gleiche Privilegien, und ich werde für euch Häuser in einigen Gebieten bauen“, sagte Duterte in einer Rede, die gestern ausgestrahlt wurde. Einen Tag später erklärte zumindest ein Vertreter der NPA die Bereitschaft der Gruppe, sich einem „gemeinsamen Feind“ anzuschließen, dessen „vorrangiges Ziel die Ermordung von Zivilisten“ ist.

Erste Berichte von einem Angriff auf die Stadt gab es am 23. Mai, erstes Ziel war das Amai Pakpak-Krankenhaus, um die eigenen Verletzten zu versorgen. Der philippinische Präsident Duterte erklärt während einer Reise nach Russland das Kriegsrecht in der Provinz Mindanao, wo sich auch Marawi befindet. Angeblich soll Maute nicht mehr als 500 Mitglieder besitzen, in der Operation involviert sollen 100-250 Mitglieder gewesen sein. Ein ähnliches Debakel wie in Mossul würde das bedeuten. Vor allem dieser Ausdruck einer Machtprojektion wird der Rekrutierung in den Philippinen helfen.

Die islamistischen Gruppierungen Maute, Abu Sayyaf und weitere kleine Splittergruppen vereinten sich Ende 2016 zum „Islamischen Staat in Lanao“ und wurden damit Teil des Islamischen Staates. Alle Gruppen mussten dem derzeitigen Emir Ismilon Hapilon die Treue schwören, welches zuvor Anführer von Abu Sayyaf war und vom IS direkt als Vertreter ernannt wurde.

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