Syrische Armee erobert Maskaneh vom IS

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter Führung der „Tiger Forces“ konnten erneut einen effektiven Militärschlag gegen den Islamischen Staat in der Provinz Aleppo erringen und die letzte, vom IS gehaltene Stadt erobern. Am Freitag wurden zuvor die Dörfer Duerina, al-Balisiat, Um Hajarat, al-Sharida, al-Murtada und al-Qadimah erobert, die dazu führten, dass der M4-Highway in Richtung Maskaneh gekappt wurde. Die Operation erinnerte an die Eroberung von Deir Hafer weiter nordwestlich in der selben Region: Umliegende Dörfer erobern, sich bis an die letzte Versorgungsroute annähern und am Ende die Stadt vollkommen umkreisen. Der IS wird keine bis wenige Kämpfer als Art „Rumpftruppe“ in der Stadt gehabt haben, alleine schon weil die Umkreisung ein offensichtlicher, über mehrere Tage andauernder Prozess war. Dennoch ist auch ein Unterschied zu Deir Hafer zu finden: Die Stadt wurde bereits nach zwei Tagen für erobert erklärt. Ansonsten beansprucht die Minenräumung mehrere Tage bis Wochen, bis man zu solchen Aussagen bereit ist. Damit bleibt dem IS in der Provinz Aleppo nur noch vereinzelte Dörfer und Wüste. Dies würde der Verlust der 10. Provinz bedeuten, wo sie einen Einfluss bzw. Territorium besitzen.

Zuvor wurden die Dörfer al-Sawaniat, al-Aysalan, Jisr Faysal, Jisr Kwas, al-Humre, al-Mazzat, al-Wasitat, al-Hamidiat, al-Tina und Kwas erobert, die weit südwestlich von Maskaneh liegen. All diese Orte liegen nahe der Wüste und der Khanaser-Straße, der wichtigen Versorgungsstraße von Aleppo und den Rest des Regierungsterritoriums. Von dort aus starteten Einheiten der Armee, schiitische Milizen und die in Aleppo ansässige Miliz Liwa al-Quds eine Offensive, um in Richtung Osten sich mit der Offensive bei Maskaneh zu vereinen. Dadurch würde die ständige Bedrohung der Straße durch Überfälle des Islamischen Staates vernichtet werden.

Die Offensive im Osten wurde Ende März gestoppt und viele Einheiten nach Nord-Hama entlang des M4-Highways transportiert, da die dortige Opposition eine Überraschungsoffensive startete. Mit den nun vereinbarten „Deeskalationszonen“ bzw. regionalen Waffenruhen ist nicht zu erwarten, dass ein derartiges Ereignis erneut eintreffen wird.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

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