Trump bezeichnet Isolation Katars als „Anfang vom Ende des Terrorismus“

Gestern beendeten Nachbarstaaten ihre Beziehungen zum Emirat Katar. In einer gemeinsam geplanten Aktion brachen Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, die Malediven, Mauritius und die jemenitische Hadi-Regierung alle diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Zudem erklärten Saudi-Arabien, die VAE und Bahrain alle Wasser-, Land- und Luftwege nach Qatar aus ihren Ländern für geschlossen. Diplomaten wurden aufgerufen, innerhalb von 48 Stunden nach Qatar zurückzukehren, genauso wie eigene Staatsbürger in den nächsten zwei Wochen das Land verlassen sollten. Das Land wird beschuldigt, aktiv al-Qaida und den Islamischen Staat, vor allem im Jemen, zu unterstützen.

In Zuge dieser Aktion nahmen die Türkei, die USA, Kuwait und Oman eine neutrale Rolle in diesem Konflikt ein. Zusammen mit dem Iran wollten die USA und Türkei eine Vermittlerrolle einnehmen. Donald Trump aber konnte diese offizielle Position der amerikanischen Außenpolitik in nur zwei Tweets komplett zerstören:

Nicht nur zerstört er damit wie bereits erwähnt die diplomatische Rolle der USA, sondern bedroht damit auch die gesamten Militäroperationen im Nahen Osten. Der in Katar liegende  al-Udeid-Luftwaffenstützpunkt ist mit 10.000 Soldaten der größte Stützpunkt der USA in der Region, von dort aus werden die Luftangriffe auf den Islamischen Staat in Syrien und Irak koordiniert. Genauso Operationen in Afghanistan und Jemen. Ursprüngliches Konzept der Basis war es sogar ironischerweise, sich mithilfe der USA vor noch größeren Einfluss Saudi-Arabiens zu schützen. Damit handelt es sich auch ganz klar um einen Verrat an einen langjährigen US-Verbündeten. Im Oktober letzten Jahres bezeichnete die US-Botschaft in Dohar noch das Land als vitalen Partner im Kampf gegen den Terrorismus und wichtigen Teil der Anti-IS-Koalition. Vor knapp zwei Wochen wollte Trump noch „wunderschönes Militärequipment“ an Katar verkaufen.

Trump porträtiert sich mit dem Verdienst, den die Golfstaaten mit der Isolation Katars hervorgebracht haben. Tatsächlich sagt er demnach aber auch, dass es Pläne gegen Katar bereits vor mehreren Wochen gegeben hatte, wenn die restlichen Staaten bereits Katar als Terrorismusunterstützer brandmarkten. Trump stellt sich damit direkt hinter der Seite Saudi-Arabiens, die selber ein langes Register an der Unterstützung von islamistisch-terroristischen Gruppierungen vorzuweisen haben. Selbstverständlich geht es hier aber um Macht, nicht um den Vorwurf von der Unterstützung des Terrorismus.

 

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