Türkische Truppen in Katar?

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und die Türkei scheinen im Konflikt zwischen Katar und Saudi-Arabien sich eher mit Katar zu verbünden, auch wenn sie weiterhin diplomatische Verhandlungen zwischen den beiden Seiten befürworten, um eine Lösung in dieser strategisch wichtigen Region zu finden.

Die Beschreibungs Katars als Terrorismus unterstützendes Land hilft weder der Findung einer Lösung noch der nötigen Einheit in der Region, sagte Erdogan gegenüber einer Gruppe von Diplomaten. Er lehnt irgendwelche Sanktionen auf Katar ab und schließt sich einem Dialog im Golf-Kooperationsrat an.

Die Unterstützung Katars ist auch kein Wunder für die Türkei, immerhin zählt Katar zu den größten Investoren im Land, vor allem in den Bereichen Finanzen, Militär und Medien. Auch verbindet beide Länder die Unterstützung für die Muslimbruderschaft, machtpolitische Gegner Saudi-Arabiens und weiterer Staaten, die die herrschenden Mächte herausfordern.

Umso mehr möchte die Türkei den länger geplanten Prozess beschleunigen, einen Militärstützpunkt in Katar zu errichten. Am 7. Juni soll das Parlament über mögliche Truppenverlegungen bzw. -präsenz im Land abstimmen. Bis zu 3.000 Soldaten sollen in der Militärbasis stationiert werden. Ebenfalls ein klares Zeichen für die Unterstützung der Türkei für das kleine Land Katar.

Vor zwei Tagen beendeten Nachbarstaaten ihre Beziehungen zum Emirat Katar. In einer gemeinsam geplanten Aktion brachen Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, die Malediven, Mauritius und die jemenitische Hadi-Regierung alle diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Zudem erklärten Saudi-Arabien, die VAE und Bahrain alle Wasser-, Land- und Luftwege nach Qatar aus ihren Ländern für geschlossen. Diplomaten wurden aufgerufen, innerhalb von 48 Stunden nach Qatar zurückzukehren, genauso wie eigene Staatsbürger in den nächsten zwei Wochen das Land verlassen sollten. Das Land wird beschuldigt, aktiv al-Qaida und den Islamischen Staat, vor allem im Jemen, zu unterstützen.

Advertisements