IS hält nur noch Altstadt von Mossul

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Veraltete Karte von der Situation in West-Mossul (al-Shaffaa wurde inzwischen erobert)

Die irakische Armee verkündet neue Eroberungen in West-Mossul, darunter die vollständige Kontrolle von al-Shaffaa. Damit hält der IS lediglich die Altstadt im Zentrum von Mossul. Dort befindet sich die prestigeträchtige al-Nuri-Moschee, wo Abu Bakr al-Baghdadi das Kalifat ausgerufen hatte.

In der Nacht zum Freitag konnte man das Viertel und den Krankenhauskomplex al-Shaffaa am Tigris erobern, wodurch auch die letzte („Fünfte Brücke“) unter die Kontrolle der irakischen Regierung fällt, wie Bilder von Soldaten beweisen. Dem vorausgegangen war die Eroberung von Bab Sinjar, einem Viertel weiter südwestlich. Damit bleibt dem Islamischen Staat nur noch die Kontrolle über ein 1,5km² großes Gebiet übrig.

Dafür aber ist es ein besonders harter Kampf: der Islamische Staat barrikadierte sich über die Jahre in den engen Gassen und Häusern der Altstadt ein. Gerüchten zufolge sperrte der IS viele Zivilisten in ihre Häuser ein mit dem Argument, sie „schützen“ zu wollen. Im Endeffekt bedeutet das ein Kampf mit Rücksicht auf Zivilisten, ein Kampf ohne zivile Verluste wird unmöglich sein. Überall sind Scharfschützen postiert. Eine kurze Gegenoffensive mit Autobomben bewies der irakischen Armee, welch Kampfkraft der IS weiterhin besitzt. Von Nachrichtenagenturen des IS wurde sogar eine neue Dokumentation über den Kampf um Mossul angekündigt, die wahrscheinlich in den nächsten Tagen erscheinen wird. Die Produzenten: Ein in der Altstadt belagertes Medienteam des Islamischen Staates.

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