Syrische Armee erobert weitere Gebiete im Südwesten von Rakka

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) bzw. die offensive Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter dem Kommando von Suheil al-Hassan konnten im Süden der Provinz Raqqah erneut neue Fortschritte erzielen und dabei mehrere Ölfelder und Dörfer einnehmen. Einerseits drang man am Freitag südlich der Sfaiyeh-Ölfelder vor und eroberte die Dörfer Saharij al-Wahhab, Jubb al-Afabos und Jub Mashrafet Nbaj. Damit nähert man sich den Wahhab-Ölfeldern weiter südlich. Einen Tag zuvor drang man wiederum nördlich vor und eroberte die Thawwar-Öfelder und die dazugehörigen Industrieanlagen südlich von Tabqa. Damit erreichte man auch die Grenzen zur SDF, die Tabqa und kleinere Territorien weiter südlich halten.

Bereits zu Beginn des Jahres 2016 kam es zu dort zu einer gleichen Offensive mit dem Ziel zur Eroberung von Tabqa, wurde aber auf halbem Weg unter anderem aufgrund des erhöhten Widerstandes des Islamischen Staates abgebrochen.

Die dortige Region südlich von Raqqah ist vor allem von Wüsten und kleinen Dörfern geprägt, insofern ist ein schnelles vorschreiten gegen einen geschwächten Islamischen Staat nicht unwahrscheinlich gewesen. Dennoch ist ein derartiger Fortschritt innerhalb derartig kurzer Zeit (und aufgrund eines ziemlichen Medienblackouts) überraschend. Rusafa galt als Etappenziel für die Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Nun ist zu erwarten, dass der restliche IS im Osten der Provinz Hama zusammenbrechen wird und der Weg nach Ostsyrien „offen“ ist.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

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