USA expandiert Militärbasen in Südsyrien

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Amerikanische Einheiten und FSA-Milizen am Grenzübergang

Die USA und ihre verbündeten, oppositionellen Milizen im Süden Syriens bzw. in der syrischen Wüste expandierten ihre zwei Militärbasen in der Nähe des al-Tanf-Grenzüberganges, wo es in den vergangenen Monaten zu Kämpfen zwischen der Opposition und der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündeten Milizen kam.

Während die USA bereits seit einem Jahr mit britischen Einheiten eine Präsenz bei al-Tanf besitzen, entstand diese Expansion erst durch die Übernahme der Trump-Administration und den anrückenden Einheiten der SAA, die sich den südlichen Übergang zum Irak sichern wollten. Einst besaß der Islamische Staat eine Präsenz in der Region, wurde jedoch von der FSA und der Armee (manchmal auch verbündet wie bei Dumayr) vertrieben. Dies führte nun zum Kampf um die syrische Wüste und der syrisch-irakischen Grenze, wo die SAA einfach die Stellungen der USA umgangen hat und weiter nördlich unter großer, medialer Präsenz die Grenze erreichte. Damit wurde auch eine Frontlinie gegen den IS verhindert, die eigentliche Legitimation der USA für die dortige Präsenz von eigenen Spezialeinheiten ist damit weggefallen.

Dennoch baute man inzwischen etwa 70km nördlich von al-Tanf in der Nähe von Kharabat al-Zaqf einen zweiten Außenposten, der die Konfrontation mit der syrischen Regierung erhöht. Hinzu kommt die Verlagerung des Raketenwerfers “ HIMARS“ nach Südsyrien, die eine Reichweite von 300km besitzt und weite Teile Syriens treffen könnte. Derzeit ist unklar, inwiefern die bis zu 150 stationierten US-Soldaten im Kampf gegen den Islamischen Staat genutzt werden sollten, immerhin teilen sie ja jetzt keine gemeinsame Front mehr.

In Hinsicht auf die Ereignisse der Vergangenheit erscheint eine Nutzung und Eskalation gegen die syrische Regierung nicht unwahrscheinlich. Am 8. Mai, 6. und 8. Juni gab es Vorfälle, wo anrückende schiitische Milizen durch Luftschläge der amerikanischen Luftstreitkräfte getroffen und teilweise zerstört und getötet wurden. Unter dem Vorwand eines angeblichen Giftgasangriffes auf Khan Sheikhoun beschoss man die Shayrat-Luftwaffenbasis mit 50 Tomahawk-Raketen, ohne irgendeinen Beweis hervorgebracht zu haben.

Die dort stationierten FSA-Einheiten sind in erster Linie die Nachfolger der „Neuen Syrischen Armee“, die „Fedal al-Tawhra“ und die „Ahmel Abdo-Streitkräfte“. Die Region um Badya al-Sham wurde von der USA faktisch als eigenes Territorium abgesteckt, wo seine Stellvertreter von den USA in Jordanien trainiert und dann über die Grenze transportiert werden. Die dortigen FSA-Milizen waren zuvor im Kampf gegen den Islamischen Staat in der syrischen Wüste involviert gewesen, hatten aber seit der gescheiterten Offensive auf Abu Kamal eine untergeordnete Rolle eingenommen. In dieser Offensive wurden Einheiten mithilfe von amerikanischen Helikoptern an ihren Zielort geflogen, nachdem sie ein Training für Fallschirmabwürfe absolviert hatten. So wurden auch wenige Tage zuvor etwa 150 amerikanische Spezialeinheiten vorgeschickt mit dem Ziel, wichtige Figuren in den Strukturen des Islamischen Staates in Abu Kamal auszuschalten. All dies ist repräsentativ für die massive Unterstützung der USA für die dortigen Einheiten. Den USA geht es in erster Linie darum, einen Landzugang zwischen Syrien und Irak zu verhindern.

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