Widerstand in Rakka

 

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Mehrere Wochen seit Anbeginn der Offensive auf Raqqah konnte die vom Westen unterstützte SDF wichtige Erfolge aufgrund von strategischen Rückzügen des Islamischen Staates verbuchen, doch inzwischen ist klar: Der IS wird die Stadt nicht so zweifelsohne aufgeben wie anfangs angenommen.

Besonders im Norden der Stadt kam es zu schweren Kämpfen, die Militärbasis der 17. Division wechselte mehrmals ihren Besitzer, erst unter schweren Verlusten konnte die SDF den Ort für sich endgültig erobern. Bis zum derzeitigen Zeitpunkt konnte man im Norden nicht die Stadt betreten. Im Westen warten andere Gefahren: Autobomben und Selbstmordattentäter. Neu veröffentlichte Propagandavideos von AMAQ zeigen SVBIEDs, die besonders Konvois und Truppenansammlungen im Westen treffen und zerstören. Kämpfe finden derzeit in den Viertel Haddin, al-Qaddsdiyah und al-Hadinah statt.

Die Situation im Osten ist ähnlich. Besonders dort soll die SDF Verluste durch ständige Gegenoffensiven des IS erlitten haben, 15 Spezialeinheiten sollen im Industrieviertel nahe der Altstadt al-Sinaa eingeschlossen und danach getötet worden sein. Die Situation im Osten ist auch gänzlich unklar, derzeitige Videos der SDF zeigen Kämpfe und Positionen im östlichsten Viertel al-Mashalab, dem eigentlich zuerst eroberten Viertel in Raqqah (obige Karte ist insofern falsch). Das würde im Umkehrschluss bedeuten, der Islamistische Staat konnte die SDF aus den Vierteln al-Sinaa und Bitani gänzlich vertreiben.

Einziger Lichtblick scheinen die Dörfer südlich des Euphrates zu sein, immer wieder werden Farmen und Dörfer eingenommen, zuletzt Shaykh al-Jimal. Die dortigen Gebiete sind aber nicht strategisch wichtig, durch die zwei völlig zerstörten Brücken war Raqqah bereits zuvor völlig belagert. Es sollten sich dort auch nicht mehr viele IS-Kämpfer befinden, das Gebiet weiter südlich wurde schon von der syrischen Armee erobert.

Seit Beginn der Militäroperation zur Befreiung Raqqahs im November waren die Truppen der SDF immer weiter auf die Großstadt vorgerückt. Raqqah war einst das administrative Zentrum des IS in Syrien, doch bereits vor der Offensive wurden die Institutionen in die Kleinstadt al-Mayadin verlegt.
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