Neue Proteste für eine Unabhängigkeit Südjemens

Am 7. Juli kam es erneut zu neuen Protesten in der provisorischen Hauptstadt Aden, wo zehntausende Bürger eine Unabhängigkeit des Südjemens verlangen. Am Tag zuvor kam es zur zweiten Sitzung des „südjemenitischen Übergangsrates“, der aus mehreren Gouverneuren einiger Provinzen besteht und eine direkte Konkurrenz zur von Saudi-Arabien unterstützten Hadi-Regierung darstellt, da beide Fraktionen um den Einfluss in den gleichen Regionen ringen.

Namhafte Personen sind u.a. Sheikh Abdurrab Al-Naqib, Ahmed Hamed Lamlas und Aidarus Al-Zubaidi. In der Konferenz wurde z.B. das Gesetz beschlossen, die Muslimbruderschaft im Jemen zu kriminalisieren. Hintergrund dafür sind die guten Beziehungen zur Vereinigten Arabischen Emirate.

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Zweite Sitzung der südjemenitischen Regierung

1990 vereinigte sich die Demokratische Volksrepublik Jemen (Südjemen) und Jemenitische Arabische Republik (Nordjemen) zur heutigen Republik Jemen. Dies geschah in erster Linie unter der Führung des Präsidenten von Nordjemen Ali Abdullah Saleh, weshalb bis heute die politischen Eliten aus dem Norden kommen oder zumindest Verbindungen zu ihnen aufweist. Die Vereinigung geschah zu Beginn unter der Hoffnung, auch zwei relativ verschiedene Länder, deren Kulturen, Ressourcen und Menschen zu vereinen.  Doch bald kam es zur Ernüchterung, der Süden fühlte sich hintergangen und es kam 1994 zum Bürgerkrieg. Südjemen verlor jedoch den Konflikt und alle Hoffnungen auf ein föderalistisches System wurden aufgegeben. 2007 gab es zuletzt eine größere Unabhängigkeitsbewegung des Südens, die Hirak-Bewegung die kurz darauf brutal von der Saleh-Regierung niedergeschlagen wurde. Seitdem gab es immer wieder kleinere Proteste, letzten Endes führte die Entlassung von al-Zubaidi aber erst zur größeren Massenbewegung in Aden.

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Große Proteste für eine Unabhängigkeit Südjemens in Aden

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