Erneute Kämpfe in der Opposition

Erneut brachen Kämpfe zwischen verschiedenen Gruppierungen der islamistischen Opposition in der syrischen Provinz Idlib aus. Die zwei größten Gruppen Ahrar al-Sham und Tahrir al-Sham warfen sich gegenseitig vor, eine Invasion auf das jeweilige Territorium des Anderen vorzubereiten.

Mehrere Faktoren trugen zur Eskalation bei. Einerseits gab es kleinere Plänkeleien zwischen den beiden Fraktionen im Dorf Tal Touqan, die jedoch am nächsten Tag wieder erloschen sind. Daraufhin mobilisierte Tahrir al-Sham seine Streitkräfte (siehe Video) und näherten sich mit einem Konvoi den Städten Saraqib und Jabal Zawiya nahe der Grenze zur Provinz Aleppo. Ahrar al-Sham protestierte dagegen stark und drohte mit Vergeltungsschlägen. Außerdem wurden mehrere Mitglieder von Ahrar al-Sham in Idlib festgenommen.

Medienkanäle von Tahrir al-Sham hingegen behaupten, dass sie illegal mehrere Kontrollpunkte eingerichtet und einen Kommandanten festgenommen hätten. Die Kontrollpunkte sollen später entfernt worden sein. Am Mittwoch wurden zwei getötete Kämpfer im Dorf Sarjeh gefunden, die angeblich von Suqour al-Sham umgebracht wurden, einem Verbündeten von Ahrar al-Sham. Bisher einigten sich beide Parteien dazu, den Streit mithilfe des „islamischen Rechts“ bzw. Schariaräten zu klären. Sollte dies aber nicht den entsprechenden Erfolg erzielen, werde man nicht darauf warten, entsprechend auf die „tyrannischen Aktionen“ zu reagieren.

Tahrir al-Sham und Ahrar al-Sham können beide Beziehungen zu al-Qaida aufweisen. Während Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als al-Nura und Jabhat Fateh al-Sham) den offiziellen Ableger bzw. die offizielle Abspaltung ebendieser darstellt, sind die Beziehungen bei Ahrar al-Sham wesentlich versteckter. Der Mitbegründer Abu Khalid al-Suri z.B. war ein enger Freund von Osama bin Laden. Ohnehin durchlebt Ahrar al-Sham derzeit einen Imagewechsel hin zu einer „moderateren“ Position, z.B. legitimierte man die Verwendung der FSA-Flagge und deren Einbeziehung ins Logo.

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