Syrische Armee erreicht Euphrat bei Rakka

 

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Durch ein mediales Blackout kam es überraschend zu einem großen Vorstoß der Syrisch-Arabischen Armee und verbündeten Milizen (darunter dort beheimatete Stammesmilizen), der scheinbar seit Tagen angedauert hatte. In den Wüstengebieten südlich von Raqqah drang man über 35 Kilometer nordöstlich vor und erreichte das Dorf Dakhleh am Euphrat. Ausgangspunkt war der Knotenpunkt bei den antiken Ruinen von Sergiopolis und den umliegenden Erdgasfeldern. Primäre Streitkraft sind die „Tiger Forces“, eine offensive Eliteeinheit unter dem Kommando von Suheil al-Hassan.

Dadurch entsteht ein (womöglich verlassener) Kessel direkt südlich von Raqqah und zugleich werden weitere Vorstöße der von der USA unterstützten SDF entlang des Euphrats blockiert.

Die Region südlich von Raqqah ist vor allem von Wüsten und kleinen Dörfern geprägt, insofern ist ein schnelles vorschreiten gegen einen geschwächten Islamischen Staat zu erwarten. Rusafa (Segiopolis) gilt als Etappenziel für die Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Nun ist zu erwarten, dass der restliche IS im Osten der Provinz Hama zusammenbrechen wird und der Weg nach Ostsyrien „offen“ ist.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

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