USA beendet möglicherweise Besetzung des syrisch-irakischen Grenzüberganges

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US-Spezialeinheiten und verbündete Milizen bei al-Tanf

Die USA scheint inzwischen immer weniger gewillt zu sein, ihre zwei vorgeschobenen Außenposten im Süden der syrischen Wüste zu schützen. Dem vorausgegangen war die Entscheidung Donald Trump’s, die Unterstützung der Opposition durch die CIA zu stoppen. Dies scheint sich scheinbar nicht nur auf Waffenlieferungen zu beschränken, sondern man möchte wohl möglicherweise den syrisch-irakischen Grenzübergang al-Tanf aufgeben, der bisher eine Verbindung des Territoriums der syrischen und irakischen Regierung verhinderte.

So gab es eine Pressekonferenz der Combined Joint Task Force bzw. Anti-IS-Koalition, wo man die Aufkündigung der Unterstützung der Gruppierung „Shuhada al-Qaryatayn“ bei al-Tanf aufkündigte, da Diese sich nicht an das Kommando der USA gehalten hätten und stattdessen die Syrisch-Arabische Armee angegriffen haben, obwohl der Grund für die Präsenz alleinig dem „Kampf gegen dem Islamischen Staat“ (der inzwischen dort nicht mehr aktiv ist) gilt. Den Berichten zufolge zerstörten sie einen Panzer von der Armee und fuhren die Überreste (den Panzerturm) zurück in ihre Basis. Dementsprechend beendete das Pentagon die Zusammenarbeit und werden versuchen das militärische Equipment zurückzuholen, wobei die Waffen wahrscheinlich eher auf dem Schwarzmarkt landen. Der Pressesprecher selber wollte keine näheren Angaben zur Größe und Stärke der Gruppierung machen, es ist von maximal ~200 Kämpfer auszugehen.

Aber der einzige Grund ist nicht nur der Kampf gegen die Armee, die Gruppierung habe sich Tage zuvor geweigert, von al-Tanf nach Nordsyrien verlagert zu werden. Die USA bemüht sich in den letzten Wochen, so ziemlich alle oppositionellen Einheiten zu der amerikanischen Militärbasis bei al-Shaddadh zu bewegen. Von dort aus werden sie wahrscheinlich aber weiter trainiert, ausgebildet und dann später im Kampf gegen des Islamischen Staat  weiter südlich eingesetzt. Ziel wird es wahrscheinlich sein, stattdessen dort entlang der Grenze vorzurücken und vor allem die wichtigen Ölfelder nordöstlich von Deir ez-Zor zu erobern. Diese Entscheidung trifft aber teilweise auf Widerstand, Teile der Gruppen möchten nicht gerne mit den Kurden zusammenarbeiten oder ihre eigentliche Heimatregion verlassen.

Außerdem desertierten etwa elf Mitglieder von Maghawir al-Thawra, der größten von der USA aufgestellten Gruppe und Nachfolger der „Neuen Syrischen Armee“, zur syrischen Regierung. Darunter war der Kommandant Abu Housse. Insgesamt flohen sie mit schweren Waffen und einem Pick-Up.

Trotz der Velagerung ist es aber unklar, ob die USA den Posten gänzlich aufgeben will, nachdem man in den letzten Wochen und Monaten eine neue Militärbasis errichtete. Defintiv gibt es eine neue strategische Konzentration auf den Osten des Landes und die Provinz Deir ez-Zor. Würde man aber den derzeitigen Plan weiterverfolgen, würde das am Ende nur noch eine Rumpfmannschaft an amerikanischen Spezialeinheiten bei al-Tanf bedeuten, sollte man den Grenzübergang tatsächlich nicht aufgeben.

 

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