Irakische Armee erobert vollständig die Ninaweh-Provinz

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Der irakische Premierminister Abadi verkündete offiziell die vollständige Eroberung der Provinz Nirnaweh im Norden Iraks, nachdem die letzten verbliebenen Positionen des Islamischen Staates um der belagerten Stadt Tel Afar mit der Unterstützung verschiedener Milizen befreit wurden.

Nachdem Tel Afar in einer schnellen Offensive in nur einer Woche erobert wurde widmete man sich den umliegenden Gebiete, die weiterhin vom IS beherrscht wurden. Die Kämpfe verlagerten sich vor allem auf das nahe gelegene Dorf al-Ayadiya, wo es ebenfalls den größten Widerstand gab. Angeblichen wurden dort rund 50 IS-Kämpfer gefangen genommen, die Kämpfe dauerten in Wirklichkeit nur wenige Tage an. Daraufhin zog man sich auf die Bergregion weiter nördlich zurück, eingeschlossen zwischen der irakischen Regierung und dem irakischen Kurdistan. Für die meisten IS-Kämpfer fiel die Wahl einfach, Hundertschaften sollen vor der ansonsten nicht involvierten Peschmerga kapituliert haben, da dort eine schwächere Bestrafung droht.

In al-Ayadiya wurden ebenfalls viele Yezidis befreit, die zuvor als Sklaven genutzt wurden. 150 IS-Kämpfer wurden insgesamt gefangen genommen und/oder getötet. Es gab mehrere Selbstmordattentäter über die gesamte Operation hinweg, darunter auch zwei Weibliche. Die letzten verbliebenen Dörfer des IS in der Provinz waren Qubq und al-Salihiyah.

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Islamischer Staat behauptet zwei russische Soldaten getötet zu haben

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Die semi-offizielle Nachrichtenagentur des Islamischen Staates AMAQ veröffentlichte am Dienstag mehrere Briefings mit der Behauptung, zwei russische Soldaten bei Kämpfen in der Provinz Homs getötet zu haben. Diese Aussagen wurden wenig später mit Bildern verifiziert, die zwei getötete Soldaten zeigen. Dennoch kann man nicht klar sagen ob es sich wirklich um russische Soldaten handelt.

Wahrscheinlicher handelt es sich eher um russische Söldner, da die Ausrüstung nicht der russischen Armee entspricht. Außerdem sollen sie im Dorf al-Mushayrifah getötet worden sein, welches erst heute erobert wurde und damit an den Frontlinien liegt wo sich die russische Armee eher seltener zeigt. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zur Gruppierung „ISIS Hunter“, eine von Russland und Syrien aufgestellte Miliz, die vor allem für PR und den Schutz von Erdgas- und Ölfeldern genutzt wird. Es gibt klare Verbindungen bei der Ausbildung und Finanzierung durch Russland, vor allem da sie Teil des von Russland aufgebauten 5th Corps der syrischen Armee ist. Alternativ könnte es sich um die Privatarmee der Wagner-Gruppe handeln, die ebenfalls in Syrien aktiv ist.

USA behindern IS-Konvoi aus dem Libanon

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IS-Kämpfer werden mithilfe von Bussen vom Libanon nach Syrien gefahren

Dem Pressesprecher der „Anti-IS-Koalition“ Ryan zufolge bombardierten die amerikanischen Luftstreitkräfte eine Straße und eine Brücke, welche sich auf dem Weg des Konvois des Islamischen Staates vom Libanon nach Ostsyrien befindet. In den Verhandlungen zwischen der Hisbollah, libanesischen und syrischen Regierung einigte man sich mit den eingeschlossenen IS-Kämpfern auf die Evakuierung aus dem syrisch-libanesischen Grenzgebirge Qalamoun nach Abu Kamal an der syrisch-irakischen Grenze.

Diese Verhandlungen fielen auf Kritik im Irak und in den USA, der Sonderbeauftragte Brett McGurk bezeichnet diesen Deal als „unversöhnlich“. Die USA selber beschloss hingegen mehrmals derartige Verhandlungen, in Tabqa und Manbij z.B. wurden hunderte Kämpfern eine Evakuierung aus der jeweiligen Stadt ermöglicht. Auch die monatelange Möglichkeit von IS-Kämpfern sich aus Mossul nach Syrien zurückzuziehen wird als Teil der Strategie angesehen.

Bereits heute früh drohte USA mit dem Beschuss des Konvois, bestehend aus Bussen, Pick-Ups und Kämpfern des Islamischen Staates und derer Familien. Nach verschiedenen Angaben befinden sich darin etwa 350 Mitglieder des IS und etwa 500 Familienmitglieder.

70km bis nach Deir ez-Zor

04.04.17 - 1 (1)

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen nähern sich immer weiter der belagerten Großstadt Deir ez-Zor im Osten Syriens an, während der Islamische Staat immer mehr Einheiten in den Kampf um die gleichnamige Provinz einsetzt.

Im Süden betrat die SAA erstmals die Provinz Deir ez-Zor, als sie entlang der M20-Straße vordringt. Von dort aus sind es etwa 70km bis zu den Teilen der belagerten Stadt. Zunächst eroberte man die Positionen östlich der Stadt al-Suknah, darunter verschiedene Erdgasfelder und Hügel, die einen strategischen Vorteil über die ansonsten von der Wüste geprägten Region verschafft. Die derzeitige Offensive findet aber weiter nördlich statt, östlich der Oase al-Qom. Dort eroberte man u.a. Orte wie al-Khuwayliyah, Khan al-Baghala, Subai’i, Daba und Rujm Kharouba. Ziel wird womöglich die Eroberung von Jabal Bishri sein, einer große Bergregion zwischen Deir ez-Zor, Raqqah und Palmyra. Von dort aus ist es nur noch flaches Land bis zu Deir ez-Zor und dem Euphrat-Tal.

Dies könnte aber auch zur Unterstützung der derzeitigen Kämpfe zwischen der SAA (& Stammesmilizen) und dem IS in der Provinz Raqqah kommen, wo momentan die wohl brutalsten Schlachten stattfinden. Denn nach der erfolgreichen IS-Gegenoffensive kann sich der IS bisher wacker halten. Neu veröffentlichte Propagandavideos zeigen dutzende Tote, Überfälle auf Konvois und die Eroberung eines großen Munitionslagers und Feldhaubitzen. Trotz der Verstärkung durch Eliteeinheiten der „Tiger Forces“ konnte bisher kein Durchbruch errungen werden, insgesamt wurden wahrscheinlich etwa 100 Soldaten umgebracht. Von den derzeitig gehaltenen Dörfern am Euphrat sind es ebenfalls 70km bis nach Deir ez-Zor.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Türkisch unterstützte Opposition beschießt US-Soldaten

Im Norden Syriens soll es zu Plänkeleien zwischen der von der Türkei aktiv unterstützten Opposition und US-Soldaten gekommen sein. In der Region um Manbij kam es laut dem Pressesprecher der „Anti-IS-Koalition“ Ryan Dillon zu kleinen Feuergefechten, kurz darauf zog man sich auf „sichere Positionen“ zurück. Es gab weder Tote noch Verletzte.

Die seit der Operation „Euphrates Shield“ in Nord-Aleppo ansässige Opposition wird von der Türkei unterstützt und finanziert, bereits in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Rebellen und der SDF/YPG in den Kantonen von Afrin und Manbij. Vor 18 Tagen kam es zu einem ähnlichen Vorfall, wobei der Angreifer dort unbekannt war. Große Teile der dortigen Opposition wurde ebenfalls von der USA bzw. CIA unterstützt, namentlich die Hamza-Division und Sultan Murad-Division.

IS schlägt Oppositionsoffensive bei israelischer Grenze zurück

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Die bewaffnete Opposition startete am Montag eine Offensive gegen den mit dem Islamischen Staat verbündeten Jaysh Khalid bin al-Waleed in der südsyrischen Provinz Dara’a.

Nach mehreren Stunden von Gefechten konnte der IS sich erfolgreich verteidigen und nach eigenen Angaben 25 Kämpfer töten oder verletzen und zwei Panzer und ein weiteres Fahrzeug zerstören. Im Gegensatz zu sonstigen Angaben des IS erscheinen diese Zahlen ziemlich realistisch.

Alle paar Monate kommt es zu einer neuen Offensive gegen den IS in der Region, bisher immer ohne Erfolg. Im Gegensatz dazu startete der Islamische Staat selber im Februar 2017 eine Offensive auf Positionen der Opposition, wodurch 5 Dörfer und die Stadt Tasil erobert wurden. Eigentlich ist der IS dort belagert, von der Opposition, Jordanien und Israel umgeben. Dennoch konnte er sich bisher erfolgreich jeglichen Angriffen widersetzen.

 

Syrische Armee startet Rückeroberung der Euphrat-Dörfer

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 Karte zeigt unbestätigte Eroberung aller Verluste

Nach dem Verlust weiter Gebiete am Euphrat in der Provinz Raqqah unternimmt die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Stammesmilizen den Versuch, die verloren gegangenen Dörfer wiederzuerobern. Die Situation derzeit ist unklar und es gibt verschiedene Angaben über die Kontrolle und den Erfolg der bisherigen Operation.

Den verschiedenen Angaben zufolge wurden alle zuvor verlorenen Orte wiedererobert, namentlich Muqla Sahir, Salim al-Hammad, al-Atshana, Abu Hammad, Ghanim al-Ali und Zawr Shamma. Anderen Berichten zufolge konnte die SAA lediglich alle Angriffe auf al-Sabkah abwehren und Ghanim al-Ali und Abu Hammad erobern, was die Belagerung von mehreren Orten bedeuten würde. Ähnlich unklar sind die Anzahl der getöteten Soldaten bisher, insgesamt sollen es 65 Personen sein. Weitere 300 Kämpfer sollen vermisst sein, viele vom Raqqawi-Stamm, möglicherweise sind Viele in das SDF-Territorium (über den Euphrat) geflohen.

Inzwischen ist auch Unterstützung unter der Eliteeinheit der „Tiger Forces“ an den Fronten angekommen, die ursprünglich für die ersten Eroberungen verantwortlich waren.

Am 24. August verlor die syrische Regierung fast ihr gesamtes Territorium am Euphrat, nachdem der Islamische Staat eine Gegenoffensive mit Unterstützung von schweren Waffen und Selbstmordattentätern startete. Die schlecht ausgebildeten und ausgerüsteten Stammesmilizen traten schnellstmöglich die Flucht an, die besser trainierten Einheiten kämpften in der Region um al-Suknah in Zentralsyrien gegen den IS.

 

Irakische Armee erobert Tel Afar

Die irakische Armee und verbündete Milizen wie der Dachverband der „Volksverteidigungseinheiten“ (PMU) konnten die seit mehreren Monaten belagerte und einst größte Stadt des Islamischen Staates vollständig unter ihre Kontrolle bringen.

Diese Blitzoperation dauerte weniger als eine Woche in Tel Afar an, da sie am 23. August die Stadt im Süden und Osten betraten. In nur wenigen Tagen sicherte man die von den Ottomanen gebaute Zitadelle im Zentrum der Stadt. Die letzten Kämpfe fanden im Norden statt, vor allem im Industriebezirk und Viertel al-Salam. Derzeit laufen höchst wahrscheinlich noch Aufräumarbeiten statt, da der IS gerne verlorene Posten mit Minen und weiteren Sprengstoffen verziert. Nächste Ziele werden wahrscheinlich die umgebenden Dörfer sein, die aber kein sonderliches Hindernis darstellen sollten.

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Der niedrige Widerstand ist höchst ungewöhnlich, vor allem da der Islamische Staat in dieser Großstadt bereits seit Anbeginn eine hohe Popularität besaß und viele Kämpfer und ranghohen Mitglieder aus der „ersten Generation“ stammen. Trotz der Belagerung der Tel Afar-Region verfügte der IS über mehrere Monate Zeit, Defensivpositionen auszuheben und ähnlich wie in Mossul oder Raqqah ein komplexes System an Tunneln, Minen und Fallen aufzubauen. Aus ungeklärten Gründen ist dies aber nicht der Fall. Möglicherweise finden sich doch nur noch sehr wenige IS-Kämpfer in der Region, den Schätzungen zufolge sollen sich etwa 150 (lokale Quellen) bis 1.500 IS-Kämpfer (laut der USA) im belagerten Distrikt befinden, was die Fortschritte erklären könnte. Außerdem fielen sehr viele Kämpfer bei den ständigen Versuchen, die Belagerung aufzuheben und sich dem restlichen Territorium im Irak anzuschließen. Dort wurden viele Selbstmordattentäter und gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt, die PMU konnte die Angriffswellen aber stets zurückschlagen.

Vielleicht lernte man aber auch durch den brutalen Kampf um Mossul um neue Taktiken bzw. Taktiken und Strategien des IS erfolgreich zu kontern. Auch die PMU ist im Gegensatz zu Mossul (aufgrund politischen Drucks der USA und Türkei) an der Operation beteiligt, die eine sehr effektive Einheit ist, aber teilweise vom Iran unterstützt wird und das natürlich nicht im Interesse verschiedener Mächte ist.

Islamischer Staat kapituliert an syrisch-libanesischer Grenze

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Karte zeigt das restliche Territorium des IS

Sowohl die libanesische und syrische Armee, als auch die Hisbollah einigten sich mit dem Islamischen Staat über den Abzug der eigenen IS-Kämpfer aus dem Grenzgebirge al-Qalamoun. Bestandteil dieser Verhandlungen ist die Freilassung von Gefangenen der Hisbollah und libanesischen Armee, die teilweise durch einen Überfall auf Arsal seit 2014 gefangen gehalten werden.

Zunächst wurde eine Waffenruhe beschlossen, um nähere Informationen über die Gefangenen auszutauschen. Mehrere Leichen sollen übergeben werden, acht der libanesischen Armee und weitere sechs der Hisbollah. Hinzu kommt bisher ein weiterer Gefangener. Besonders ungewöhnlich ist diesmal die Einbeziehung des Islamischen Staates im Osten Syriens, der diese Verhandlungen absegnete und die obig genannten Leichen der Hisbollah-Kämpfer übergeben werden. Weiterer Teil ist der Transfer der IS-Kämpfer nach al-Mayadeen, dem neuen administrativen Zentrum des IS in Ostsyrien. Dies geschieht unbewaffnet.

Mit der militärischen Niederlage des IS an der libanesischen Grenze verliert er auch jegliches Gebiet im Libanon. Die am 19. August gestartete Operation „Fajr al-Johoud“ sah die Vertreibung des IS in al-Qalamoun vor, dieses Ziel ist somit erreicht worden. Beteiligt an der Operation waren die Streitkräfte des Libanons, Syriens und die Hisbollah, die trotz gegenteiliger Behauptungen des Libanons eng mit der libanesischen Armee kooperiert. Mit dieser Eroberung wurde außerdem die gesamte Grenze zwischen den beiden Ländern gesichert.

Eigentlich hätte man eine wesentlich längere Operation erwartet, da das äußerst gebirgige Gebiet den Verteidigern Vorteile verschafft. Außerdem hatte man mehrere Jahre Zeit, Verteidigungsanlagen zu errichten. Bei den vorherigen Eroberungen gegen al-Nusra entdeckte man z.B. einen riesigen unterirdischen Wohnkomplex für hunderte Leute. Außerdem nutzt man aktiv Flüchtlingslager in der Umgebung, wie die Erstürmung eines Lagers zeigte. Die Fortschritte und der einwöchige Sieg gegen Tahrir al-Sham war jedoch unerwartet schnell.

Syrische Armee erobert 2000km² vom IS

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen konnten in Zentralsyrien Eine der zwei großen Kessel, in dem der Islamische Staat eingeschlossen ist, erobern und damit insgesamt 2000km² sichern. Dieses Gebiet erstreckt sich nördlich der Wüstenstadt Palmyra bzw. Tadmur, zwischen dem Mar’eh-Gebirge im Westen und der Stadt al-Suknah im Osten.

Dieses Territorium war vor allem von Gebirgen, Hügeln und genereller Wüste geprägt, nur sehr wenige Siedlungen wie Bir Qutout oder Bir Tuwaynan existieren dort. Im Osten existieren auch mehrere Erdgas- und Ölfelder, die aber bereits wenige Tage zuvor erobert wurden. Bereits heute früh kam es zu einem großen Vorstoß.

Dementsprechend war kein langes Aushalten des IS zu erwarten, ganz zu schweigen von einer niedrigen Präsenz des Islamischen Staates in der Region. Über mehrere Wochen hinweg konnte man nördlich von al-Suknah in das restliche IS-Gebiet fliehen, bevor man das Dorf al-Taybah eroberte. Dabei wurde ein Konvoi von der russischen Luftwaffe völlig zerstört, die Anzahl der Toten schwankt zwischen 70 bis 200 Kämpfer.

Irakische Armee erobert Zentrum von Tel Afar

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Irakische Streitkräfte, verbündete Milizen unter dem Dachverband der Volksverteidigungsmilizen (PMU) und verschiedene Spezialeinheiten aus dem Westen konnten innerhalb weniger Tage den Großteil der einst 200.000 Einwohner zählenden Großstadt Tel Afar erobern, nachdem der Islamische Staat in der Stadt scheinbar zusammenbricht. Innerhalb von nur 4 Tagen wurden über 50% der Stadt vom Irak erobert, einige Quellen innerhalb der Armee sprechen von einer vollständigen Eroberung in den nächsten 48 Stunden und bereits einer Kontrolle von über 70%. Eigentlich wurde erwartet, dass die Kämpfe bis zu zwei Monate andauern werden.

Verschiedene Brigaden der PMU und Divisionen der irakischen Armee betreteten den Ort erstmals am 22. August im Süden und Osten und eroberten zugleich viele Viertel, darunter al-Jazeera, al-Nasir, Nord- und Süd-Khifir oder al-Nour. Wenige Tage später sicherten sie ebenfalls das Viertel Al-Mo’allemin nahe dem Zentrum. Den bisherigen Berichten zufolge finden die Kämpfe in den Bezirken al-Khada’a, al-Wahda und al-Qal’aa statt. Nach weiteren Angaben konnte man im ebenfalls die Zitadelle sichern, welche aufgrund ihrer erhöhten Position einen wesentlichen Vorteil geben wird. Unbestätigten Berichten nach kapitulierten etwa 60 IS-Kämpfer, darunter fünf Franzosen.

Der niedrige Widerstand ist höchst ungewöhnlich, vor allem da der Islamische Staat in dieser Großstadt bereits seit Anbeginn eine hohe Popularität besaß und viele Kämpfer und ranghohen Mitglieder aus der „ersten Generation“ stammen. Trotz der Belagerung der Tel Afar-Region verfügte der IS über mehrere Monate Zeit, Defensivpositionen auszuheben und ähnlich wie in Mossul oder Raqqah ein komplexes System an Tunneln, Minen und Fallen aufzubauen. Aus ungeklärten Gründen ist dies aber nicht der Fall. Möglicherweise finden sich doch nur noch sehr wenige IS-Kämpfer in der Region bzw. fielen sehr viele Kämpfer bei den ständigen Versuchen, die Belagerung aufzuheben und sich dem restlichen Territorium im Irak anzuschließen. Dort wurden viele Selbstmordattentäter und gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt, die PMU konnte die Angriffswellen aber stets zurückschlagen.

Vielleicht lernte man aber auch durch den brutalen Kampf um Mossul um neue Taktiken bzw. Taktiken und Strategien des IS erfolgreich zu kontern. Auch die PMU ist im Gegensatz zu Mossul (aufgrund politischen Drucks der USA und Türkei) an der Operation beteiligt, die eine sehr effektive Einheit ist, aber teilweise vom Iran unterstützt wird und das natürlich nicht im Interesse verschiedener Mächte ist.

 

IS wiedererobert Dörfer am Euphrat von der syrischen Armee

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Der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ zufolge konnte der Islamische Staat in der Provinz Raqqah viele Dörfer entlang des Euphrats von der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) erobern.

Den Angaben zufolge wurden die Dörfer Muqla Sahir, Salim al-Hammad, al-Atshana, Abu Hammad, Ghanim al-Ali und Zawr Shamma vollständig zurückerobert und die SAA aus den umliegenden Gebieten vertrieben. Nach unbestätigten Angaben zieht sich die Armee bzw. die verbliebenen Milizen aus dem weiter westlich gelegenen Dorf al-Jabali zurück.

Ebenfalls verlautbarte AMAQ den Tod von insgesamt 99 getöteten Soldaten, 57 davon durch einen SVBIED (mit Sprengstoff gefülltes Auto + Selbstmordattentäter). Während die Todeszahlen bei AMAQ äußerst inflationär gehalten sind, erwies man sich bei Gebietsgewinnen grundsätzlich als zutreffend.

Gründe für diese Rückeroberungen sind vor allem die schlecht ausgebildeten und ausgerüsteten Stammesmilizen, namentlich vor allem der dort vertretene Shaytat-Stamm. Die Eliteeinheiten wie die Tiger Forces konzentrieren sich derzeit auf Zentralsyrien und der Provinz Homs. Auch wenn der IS stetig von der SAA zurückgetrieben wird ist es immer noch zu kleinen Offensiven gegen Schwachpunkte an den Frontlinien fähig. Wahrscheinlich werden die Tiger Forces nun zurück an den Euphrat verlagert, um dort gegen den IS vorzugehen.

Syrische Armee erschafft zweiten IS-Kessel

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen konnten in den vergangenen Tagen einen zweiten Kessel nördlich von Palmyra/Tadmur erschaffen, in dem nun der Islamische Staat eingeschlossen ist. Währenddessen gibt es immer neue Fortschritte auf dem Weg zum belagerten Deir ez-Zor und der Eroberung des ersten Kessels in Ost-Hama.

Die Operation startete im Süden der Provinz Raqqah aus und sah nach der Eroberung von der Oase al-Qom nur noch das Dorf al-Taybah als fehlende Verbindung zum wenige Wochen zuvor eroberten Stadt al-Suknah. Zunächst griff man die Positionen des IS westlich der Oase an und eroberte verschiedene Erdgas- und Ölfelder, darunter die Twynan-, Akram-, al-Hassan- und Ghadir-Felder. Wenige Tage darauf konsolidierte man die Streitkräfte und startete einen Angriff auf das Dorf al-Tayba selber und die umliegenden Gebirgsketten, die wichtige Verteidigungspositionen für den Islamischen Staat darstellen. Dabei eroberte man zentrale Berge wie z.B. al-Quwayr, al-Latum, Ḑahr al-Matlah, Tal Mishak oder Jabal al-Dahik. Eine offizielle Verbindung zwischen den Fronten bei al-Suknah und al-Taybah ist nicht ganz bestätigt, ansonsten würde es aber nur einen sehr dünnen Korridor zur Flucht geben. Diese Fluchtmöglichkeit nutzten mehrere Einheiten des IS scheinbar auch in der Vergangenheit, nach Angaben des russischen und syrischen Verteidigungsministerium wurde ein Konvoi auf dem Weg nach Deir ez-Zor völlig zerstört. Russland spricht von 200 getöteten IS-Kämpfern, konservative Angaben sprechen von etwa 70.

Nichtsdestotrotz werden wohl nur sehr wenige Mitglieder des IS sich weiterhin dort befinden, im Gegensatz zum Gebiet in Ost-Hama befinden sich dort nur sehr wenige Siedlungen und lediglich Hügel und Berge. Insofern sollten Aufräumarbeiten der SAA nicht allzu lange andauern. Währenddessen startete man auch bereits mit der Unterstützung der „Tiger Forces“ kleine Eroberungen weiter östlich und eroberte die antiken Ruinen Qasr al-Hair al-Sharqi und erreichten das letzte größere Gebirge Jabal Bishri, welches sich teils in den Provinzen Raqqah und Deir ez-Zor befindet. Von dort aus sind es noch etwa 75km bis zur belagerten Großstadt.

Neben der obigen Operation startete man aber auch eine Offensive in Ost-Hama und erobert das Territorium vom IS Stück für Stück. Erobert wurden bisher die Dörfer und Ortschaften Huwaysis, Nuwayr, Mahassah, Wadi Rukheima, Wadi Shuyukh, Sawanat al-Hasu, Wadi Shifa, Wadi Huwaisis, Wadi Awabd, Tallul al-Awaid and Eidiyah, Jin al-Albawi, Talat al-Gharbiyah, Talat al-Sharqiyah und Bir Qadim. Vor allem im Süden und im Osten gab es Fortschritte, wo inzwischen ebenfalls eine Straße zwischen Itriyah und al-Suknah vollständig erobert werden konnte.

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Veröffentlichte Propagandabilder und -videos des Islamischen Staates zeigen die weitere Präsenz des IS dort, man wird also nicht so einfach das Gebiet aufgeben. In Huwaysis fand man einen Höhlenkomplex, den der IS ausgehoben hat. In weiten Teilen wird es Minen und weitere improvisierte Sprengstoffe geben, die weiteres Vordringen erschweren werden.

Irakische Streitkräfte betreten Tel Afar

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Tel Afar

Irakische Streitkräfte, verbündete Milizen unter dem Dachverband der Volksverteidigungsmilizen und verschiedene Spezialeinheiten aus dem Westen konnten erneut wichtige Erfolge im Kampf gegen den Islamischen Staat erzielen und die einst 200.000 Einwohner zählende Großstadt Tel Afar betreten. Im Süden der Stadt konnte man mehrere Viertel betreten und teilweise bereits erobern, darunter die Distrikte al-Jazeera und al-Nasir. In dem Viertel Khifir finden derzeit Kämpfe statt. Die Getreidesilos der Stadt und das al-Hussain-Krankenhaus wurden in den südlichen Gebieten erobert.

Außerdem wurden außerhalb der Stadt die Ölraffinerie Al-Sakak und das Dorf Tisha erobert und das Dorf Mallahalabiyah wiederum belagert. Nach eigenen Angaben wurden 59 IS-Kämpfer getötet, darunter Selbstmordattentäter und Scharfschützen. Ohnehin wurden erneut Autobomben eingesetzt, inzwischen kommen vermehrt türkische Dschihadisten zum Einsatz. Propagandavideos zeigen einige erfolgreiche Anschläge auf Ansammlungen der irakischen Armee, auch wenn man nach eigener Behauptung bisher keine Soldaten verloren hat.

Tel Afar ist mit 200.000 Einwohnern die größte, völlig unter der Kontrolle des IS stehende Stadt. Man gewann dort zu Beginn große Popularität und viele Kommandanten und Kämpfer der „ersten Generation“ stammen von dort.

 

Kampf gegen den IS an syrisch-libanesischer Grenze wird weitergeführt

 

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Die libanesische Armee begann vorgestern ihre groß angelegte und „Fajr al-Joroud“ getaufte Operation auf die verbliebene Enklave des Islamischen Staates in der syrisch-libanesischen Grenzregion um Arsal. Ziel ist die vollständige Rückeroberung der syrisch-libanesischen Grenze, die damit abgeschlossen wäre. Zwei Wochen zuvor koordinierte man zusammen mit der Hisbollah und syrischen Armee einen Angriff auf das Territorium von Tahrir al-Sham (ehemals al-Nusra), welches sich südlich des Islamischen Staates befand und vollständig zurückerobert wurde.

Bisher konnte die libanesische Armee nach den gestrigen Fortschritten al-Maqbara, al-menshar, Faidat al-Taybeh, al-Nwaier, al-Dawab, Shabat Beit Shaker, Qarnat ‚Ajlon, Shabat Dawab und Shabat Akko. Der Großteil der eroberten Gebiete liegen im Süden und im Osten im syrischen Territorium. Am zweiten Tag wurden angeblich etwa 50km² erobert, die libanesische Armee hat drei getötete Soldaten zu beklagen. Alle drei wurden durch eine Mine getötet.

Trotz konträrer Behauptungen kooperiert die libanesische Armee eng mit der Hisbollah im Kampf gegen den IS in der Region zusammen, so wie es bereits beim Kampf gegen Tahrir al-Sham/al-Nusra der Fall war. Bilder zeigten nebeneinander stehende Panzer der beiden Seiten, Kommandanten und Hisbollah-Kämpfer die Soldaten der Armee versorgten nachdem sie von der obig erwähnten Mine erwischt wurden.

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Panzer der Hisbollah und Armee beieinander

Eigentlich hätte man eine wesentlich längere Operation erwartet, da das äußerst gebirgige Gebiet den Verteidigern Vorteile verschafft. Außerdem hatte man mehrere Jahre Zeit, Verteidigungsanlagen zu errichten. Bei den vorherigen Eroberungen gegen al-Nusra entdeckte man z.B. einen riesigen unterirdischen Wohnkomplex für hunderte Leute. Außerdem nutzt man aktiv Flüchtlingslager in der Umgebung, wie die Erstürmung eines Lagers zeigte. Die Fortschritte und der einwöchige Sieg gegen Tahrir al-Sham war jedoch unerwartet schnell, möglicherweise könnte sich dieses Szenario nun wiederholen.