Irakische Armee erobert vollständig die Ninaweh-Provinz

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Der irakische Premierminister Abadi verkündete offiziell die vollständige Eroberung der Provinz Nirnaweh im Norden Iraks, nachdem die letzten verbliebenen Positionen des Islamischen Staates um der belagerten Stadt Tel Afar mit der Unterstützung verschiedener Milizen befreit wurden.

Nachdem Tel Afar in einer schnellen Offensive in nur einer Woche erobert wurde widmete man sich den umliegenden Gebiete, die weiterhin vom IS beherrscht wurden. Die Kämpfe verlagerten sich vor allem auf das nahe gelegene Dorf al-Ayadiya, wo es ebenfalls den größten Widerstand gab. Angeblichen wurden dort rund 50 IS-Kämpfer gefangen genommen, die Kämpfe dauerten in Wirklichkeit nur wenige Tage an. Daraufhin zog man sich auf die Bergregion weiter nördlich zurück, eingeschlossen zwischen der irakischen Regierung und dem irakischen Kurdistan. Für die meisten IS-Kämpfer fiel die Wahl einfach, Hundertschaften sollen vor der ansonsten nicht involvierten Peschmerga kapituliert haben, da dort eine schwächere Bestrafung droht.

In al-Ayadiya wurden ebenfalls viele Yezidis befreit, die zuvor als Sklaven genutzt wurden. 150 IS-Kämpfer wurden insgesamt gefangen genommen und/oder getötet. Es gab mehrere Selbstmordattentäter über die gesamte Operation hinweg, darunter auch zwei Weibliche. Die letzten verbliebenen Dörfer des IS in der Provinz waren Qubq und al-Salihiyah.

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Islamischer Staat behauptet zwei russische Soldaten getötet zu haben

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Die semi-offizielle Nachrichtenagentur des Islamischen Staates AMAQ veröffentlichte am Dienstag mehrere Briefings mit der Behauptung, zwei russische Soldaten bei Kämpfen in der Provinz Homs getötet zu haben. Diese Aussagen wurden wenig später mit Bildern verifiziert, die zwei getötete Soldaten zeigen. Dennoch kann man nicht klar sagen ob es sich wirklich um russische Soldaten handelt.

Wahrscheinlicher handelt es sich eher um russische Söldner, da die Ausrüstung nicht der russischen Armee entspricht. Außerdem sollen sie im Dorf al-Mushayrifah getötet worden sein, welches erst heute erobert wurde und damit an den Frontlinien liegt wo sich die russische Armee eher seltener zeigt. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zur Gruppierung „ISIS Hunter“, eine von Russland und Syrien aufgestellte Miliz, die vor allem für PR und den Schutz von Erdgas- und Ölfeldern genutzt wird. Es gibt klare Verbindungen bei der Ausbildung und Finanzierung durch Russland, vor allem da sie Teil des von Russland aufgebauten 5th Corps der syrischen Armee ist. Alternativ könnte es sich um die Privatarmee der Wagner-Gruppe handeln, die ebenfalls in Syrien aktiv ist.

USA behindern IS-Konvoi aus dem Libanon

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IS-Kämpfer werden mithilfe von Bussen vom Libanon nach Syrien gefahren

Dem Pressesprecher der „Anti-IS-Koalition“ Ryan zufolge bombardierten die amerikanischen Luftstreitkräfte eine Straße und eine Brücke, welche sich auf dem Weg des Konvois des Islamischen Staates vom Libanon nach Ostsyrien befindet. In den Verhandlungen zwischen der Hisbollah, libanesischen und syrischen Regierung einigte man sich mit den eingeschlossenen IS-Kämpfern auf die Evakuierung aus dem syrisch-libanesischen Grenzgebirge Qalamoun nach Abu Kamal an der syrisch-irakischen Grenze.

Diese Verhandlungen fielen auf Kritik im Irak und in den USA, der Sonderbeauftragte Brett McGurk bezeichnet diesen Deal als „unversöhnlich“. Die USA selber beschloss hingegen mehrmals derartige Verhandlungen, in Tabqa und Manbij z.B. wurden hunderte Kämpfern eine Evakuierung aus der jeweiligen Stadt ermöglicht. Auch die monatelange Möglichkeit von IS-Kämpfern sich aus Mossul nach Syrien zurückzuziehen wird als Teil der Strategie angesehen.

Bereits heute früh drohte USA mit dem Beschuss des Konvois, bestehend aus Bussen, Pick-Ups und Kämpfern des Islamischen Staates und derer Familien. Nach verschiedenen Angaben befinden sich darin etwa 350 Mitglieder des IS und etwa 500 Familienmitglieder.

70km bis nach Deir ez-Zor

04.04.17 - 1 (1)

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen nähern sich immer weiter der belagerten Großstadt Deir ez-Zor im Osten Syriens an, während der Islamische Staat immer mehr Einheiten in den Kampf um die gleichnamige Provinz einsetzt.

Im Süden betrat die SAA erstmals die Provinz Deir ez-Zor, als sie entlang der M20-Straße vordringt. Von dort aus sind es etwa 70km bis zu den Teilen der belagerten Stadt. Zunächst eroberte man die Positionen östlich der Stadt al-Suknah, darunter verschiedene Erdgasfelder und Hügel, die einen strategischen Vorteil über die ansonsten von der Wüste geprägten Region verschafft. Die derzeitige Offensive findet aber weiter nördlich statt, östlich der Oase al-Qom. Dort eroberte man u.a. Orte wie al-Khuwayliyah, Khan al-Baghala, Subai’i, Daba und Rujm Kharouba. Ziel wird womöglich die Eroberung von Jabal Bishri sein, einer große Bergregion zwischen Deir ez-Zor, Raqqah und Palmyra. Von dort aus ist es nur noch flaches Land bis zu Deir ez-Zor und dem Euphrat-Tal.

Dies könnte aber auch zur Unterstützung der derzeitigen Kämpfe zwischen der SAA (& Stammesmilizen) und dem IS in der Provinz Raqqah kommen, wo momentan die wohl brutalsten Schlachten stattfinden. Denn nach der erfolgreichen IS-Gegenoffensive kann sich der IS bisher wacker halten. Neu veröffentlichte Propagandavideos zeigen dutzende Tote, Überfälle auf Konvois und die Eroberung eines großen Munitionslagers und Feldhaubitzen. Trotz der Verstärkung durch Eliteeinheiten der „Tiger Forces“ konnte bisher kein Durchbruch errungen werden, insgesamt wurden wahrscheinlich etwa 100 Soldaten umgebracht. Von den derzeitig gehaltenen Dörfern am Euphrat sind es ebenfalls 70km bis nach Deir ez-Zor.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Türkisch unterstützte Opposition beschießt US-Soldaten

Im Norden Syriens soll es zu Plänkeleien zwischen der von der Türkei aktiv unterstützten Opposition und US-Soldaten gekommen sein. In der Region um Manbij kam es laut dem Pressesprecher der „Anti-IS-Koalition“ Ryan Dillon zu kleinen Feuergefechten, kurz darauf zog man sich auf „sichere Positionen“ zurück. Es gab weder Tote noch Verletzte.

Die seit der Operation „Euphrates Shield“ in Nord-Aleppo ansässige Opposition wird von der Türkei unterstützt und finanziert, bereits in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Rebellen und der SDF/YPG in den Kantonen von Afrin und Manbij. Vor 18 Tagen kam es zu einem ähnlichen Vorfall, wobei der Angreifer dort unbekannt war. Große Teile der dortigen Opposition wurde ebenfalls von der USA bzw. CIA unterstützt, namentlich die Hamza-Division und Sultan Murad-Division.

IS schlägt Oppositionsoffensive bei israelischer Grenze zurück

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Die bewaffnete Opposition startete am Montag eine Offensive gegen den mit dem Islamischen Staat verbündeten Jaysh Khalid bin al-Waleed in der südsyrischen Provinz Dara’a.

Nach mehreren Stunden von Gefechten konnte der IS sich erfolgreich verteidigen und nach eigenen Angaben 25 Kämpfer töten oder verletzen und zwei Panzer und ein weiteres Fahrzeug zerstören. Im Gegensatz zu sonstigen Angaben des IS erscheinen diese Zahlen ziemlich realistisch.

Alle paar Monate kommt es zu einer neuen Offensive gegen den IS in der Region, bisher immer ohne Erfolg. Im Gegensatz dazu startete der Islamische Staat selber im Februar 2017 eine Offensive auf Positionen der Opposition, wodurch 5 Dörfer und die Stadt Tasil erobert wurden. Eigentlich ist der IS dort belagert, von der Opposition, Jordanien und Israel umgeben. Dennoch konnte er sich bisher erfolgreich jeglichen Angriffen widersetzen.

 

Syrische Armee startet Rückeroberung der Euphrat-Dörfer

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 Karte zeigt unbestätigte Eroberung aller Verluste

Nach dem Verlust weiter Gebiete am Euphrat in der Provinz Raqqah unternimmt die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Stammesmilizen den Versuch, die verloren gegangenen Dörfer wiederzuerobern. Die Situation derzeit ist unklar und es gibt verschiedene Angaben über die Kontrolle und den Erfolg der bisherigen Operation.

Den verschiedenen Angaben zufolge wurden alle zuvor verlorenen Orte wiedererobert, namentlich Muqla Sahir, Salim al-Hammad, al-Atshana, Abu Hammad, Ghanim al-Ali und Zawr Shamma. Anderen Berichten zufolge konnte die SAA lediglich alle Angriffe auf al-Sabkah abwehren und Ghanim al-Ali und Abu Hammad erobern, was die Belagerung von mehreren Orten bedeuten würde. Ähnlich unklar sind die Anzahl der getöteten Soldaten bisher, insgesamt sollen es 65 Personen sein. Weitere 300 Kämpfer sollen vermisst sein, viele vom Raqqawi-Stamm, möglicherweise sind Viele in das SDF-Territorium (über den Euphrat) geflohen.

Inzwischen ist auch Unterstützung unter der Eliteeinheit der „Tiger Forces“ an den Fronten angekommen, die ursprünglich für die ersten Eroberungen verantwortlich waren.

Am 24. August verlor die syrische Regierung fast ihr gesamtes Territorium am Euphrat, nachdem der Islamische Staat eine Gegenoffensive mit Unterstützung von schweren Waffen und Selbstmordattentätern startete. Die schlecht ausgebildeten und ausgerüsteten Stammesmilizen traten schnellstmöglich die Flucht an, die besser trainierten Einheiten kämpften in der Region um al-Suknah in Zentralsyrien gegen den IS.