USA verliert Kontrolle über seine FSA-Milizen in Südsyrien

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Die oppositionellen Gruppierungen in der syrischen Wüste und um den den irakisch-syrischen Grenzübergang al-Tanf im Süden des Landes weigern sich den Befehlen der USA zu folgen und begannen gestern Abend eine eigene Offensive auf die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen. Nach eigenen Angaben eroberte man den Hügel Muratha, zerstört eine T-62-Panzer und tötete zehn Soldaten der Armee.

Über den eigentlichen Befehl, unter keinen Umständen die syrische Regierung anzugreifen, setzten sich die verschiedenen Milizen hinweg, sehr zum Unmut der USA und deren Spezialeinheiten, die dort stationiert sind. Der Grund dafür liegt in dem Versuch der USA, die dortigen Einheiten zu einem „Umzug“ nach Ost-Syrien zu bewegen, was auf Widerstand stößt. Die USA sanktionierte die widerwilligen Gruppen und verlangte die Abgabe aller Waffen, was wiederum nicht getan wird.

Die dominierende Fraktion dabei ist Shuhada al-Qaryatayn, die auch die primäre Rolle im Angriff gegen die Armee einnahm. Vor wenigen Tagen kündigte die USA bzw. Anti-IS-Koalition die Unterstützung deshalb auf. Ein Pressesprecher gab an, dass die amerikanischen Streitkräfte mit der Bombardierung ihres Hauptquartieres drohen. Weiter heißt es, dass die Waffen nicht abgegeben werden und im Kampf gegen das „Regime“ genutzt werden.

Die USA bemüht sich in den letzten Wochen, so ziemlich alle oppositionellen Einheiten zu der amerikanischen Militärbasis bei al-Shaddadh zu bewegen. Von dort aus werden sie wahrscheinlich aber weiter trainiert, ausgebildet und dann später im Kampf gegen des Islamischen Staat  weiter südlich eingesetzt. Ziel wird es wahrscheinlich sein, stattdessen dort entlang der Grenze vorzurücken und vor allem die wichtigen Ölfelder nordöstlich von Deir ez-Zor zu erobern. Diese Entscheidung trifft aber teilweise auf Widerstand, Teile der Gruppen möchten nicht mit den Kurden zusammenarbeiten oder ihre eigentliche Heimatregion verlassen.

Außerdem desertierten mehrere Mitglieder von Maghawir al-Thawra, der Größten von der USA aufgestellten Gruppe und Nachfolger der „Neuen Syrischen Armee“, zur syrischen Regierung. Das ist der zweite Vorfall innerhalb einer Woche, wo Kämpfer der gleichen Miliz in der gleichen Region desertierten. Beim letzten Mal sollen es etwa elf Mitglieder gewesen sein, darunter der Kommandant Abu Housse. Dabei nahmen sie diverse amerikanische Waffen mit. Der Grund wird wahrscheinlich die Unzufriedenheit gegenüber den neuen Änderungen sein. Vor allem eine direkte Desertation zur Regierung spricht aber für eine schlechtere Bezahlung, da man immerhin direkt zum eigentlichen Gegner wechselt. Oder man versucht einfach auf der Seite des Gewinners zu gehen, bevor die verbliebenen Kämpfer ohne die Unterstützung der USA besiegt werden.

Und damit geht ein weiteres, gescheitertes Experiment der USA in Syrien zu Ende. Durch die Desertationen bildete Amerika indirekt die syrische Armee aus, die meisten Waffen werden auf dem Schwarzmarkt oder in den Händen der Armee fallen.

 

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