Haftar droht mit Zerstörung italienischer Schiffe in libyschen Gewässern

Der Kommandant der „Libyschen Nationalarmee“ und wohl wichtigste und mächtigste Figur der Tobruk-Regierung Khalifa Haftar drohte am Mittwoch mit dem Beschuss von italienischen Kriegsschiffen, sollten sie die libyschen Hoheitsgewässer betreten und damit die Souveränität des Landes verletzen.

Das offizielle Medienbüro verkündete Botschaft, dass Haftar die Luftstreitkräfte und Marine in Alarmbereitschaft gesetzt zu haben, ausgenommen sind reguläre Handelsschiffe. Wenige Stunden zuvor verkündete das Parlament in Tobruk, die Verhandlungen zwischen Italien und der UN-Einheitsregierung unter Fayez Al-Sirraj in Tripolis abzulehnen. „Diese Vereinbarung verletzte die Souveränität des Landes unter dem Vorwand zur Bekämpfung der illegalen Immigration“, sagte der Pressesprecher Abdullah Belheeq.

Denn wenige Tage zuvor landete das italienische Kriegsschiff „Commandante Prozini“ in Tripolis, welches Experten, Ausbilder und Materialien zur Unterstützung der Küstenwache bereithielt. Diese sollen den Kampf gegen die „illegale Immigration über das Mittelmeer“ bekämpfen und dementsprechend auch im Hoheitsgewässer mitwirken.

Tatsächlich sind derartige Drohungen nichts Ungewöhnliches von Haftar und stellen vor allem die Beziehungen zwischen der Einheits- und Tobruk-Regierung auf die Probe. Erst kürzlich soll man sich in Paris auf einen neuen Friedensplan geeinigt haben, jedoch nannte Haftar in einem späteren Interview Ausnahmen dafür, darunter die Bekämpfung von terroristischen Gruppierungen, was frappierend an Syrien erinnert.

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