Suqour al-Sahara aufgelöst

Suqur_al-Sahara_in_Bashura_2.png

Berichten zufolge soll sich die private Miliz „Brigade der Wüstenfalken“ (Liwa Suqur al-Sahara) aufgelöst haben, nachdem es scheinbar zu inneren Konflikten mit der syrischen Regierung und Russland gekommen ist. Ihr Anführer war Mohammad Jaber, ein ehemaliger Kommandant der Syrisch-Arabischen Armee.

Dieser Entschluss ist das Ergebnis fragwürdiger Ereignisse im Zusammenhang mit der Gruppierung. Vor einigen Wochen wurden sie nach Ost-Hama an den Frontlinien zum Islamischen Staat stationiert, der sie aber wenige Tage später wieder den Rücken kehrten und letzten Endes nur Bilder von geköpften IS-Kämpfern zurück nach Latakia brachten, ihrer primären Region. Örtlichen Angaben zufolge kam es zu einem Streit zwischen der Armee, verbündeten Milizen und Suqour al-Sahara, die diese Entscheidung zum Resultat hatte.

Viele Mitglieder sollen über die Möglichkeit verfügen, entweder dem 5th Corps, der Qalamoun Shield-Miliz, oder anderen Gruppen beizutreten. Mohammad Jaber soll zu seinem Bruder in Russland zurückgekehrt sein, die Beide dort Eigentum besitzen. In der Vergangenheit gehört die Miliz zu den Favoriten Russlands, was sich vor allem in neuem und modernem Kriegsgerät ausdrückte.

Suqur al-Sahara gehörte zu den stärkten Milizen auf Seite der syrischen Regierung, vor allem dank russischer Ausbildung und Waffen. Aber auch viele Mitglieder waren Veteranen der syrischen Armee. Sie entstand 2013 als Ergebnis des Islamischen Staates und hatte vor allem den Schutz von wichtigen Öl- und Gasfeldern inne, waren also quasi Sicherheitskräfte und Privatarmee für die Interessen verschiedener Unternehmer, worunter auch der Bruder von Mohammed Jaber fällt. Sie waren aber auch in der Offensive von Latakia 2015 oder bei der Schlacht um Aleppo aktiv.

Es handelte sich also in erster Linie um eine Privatarmee zum Schutz vom Eigentum im Energiesektor, dessen Interesse nur bedingt der Kampf für die syrische Regierung war. Bei der Entscheidung könnte es sich um eine weitere Entscheidung von Bashar al-Assad handeln, der in letzter Zeit vermehrt versucht gegen die Korruption vorzugehen. Aufgrund der guten militärischen Lage der Regierung kann man nun auch langsame Schritte gegen die Milizen unternehmen, auf die man zuvor angewiesen war.

Advertisements