USA bombardiert angeblich Verbündete im Irak

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Vom IS veröffentlichtes Bild nach dem Überfall auf die PMU

Am Montag Abend sollen die amerikanischen Luftstreitkräfte die schiitische Gruppierung Kataib Sayid Shuhada an der syrisch-irakischen Grenze versehentlich angegriffen haben, was zu Dutzenden an Toten und einem erfolgreichen Überfall des Islamischen Staates führte. Dies teilte man nach eigener Darstellung mit, eine Bestätigung des wirklichen Ablaufes gibt es bisher nicht.

Nach einer eilig einberufenden Pressekonferenz der Gruppe vermeldet man bisher den Tod bzw. „Märtyrertum“ von bisher 40 Kämpfern, 50 Weitere sind verletzt und mehrere Fahrzeuge zerstört. Die Schuldzuweisung liegt ganz klar bei der USA, man bespricht gerade mögliche Reaktionen auf diesen Angriff, man drohe mit „Konsequenzen“. Das amerikanische Verteidigungsministerium sagte, man habe in dem Gebiet gar keine Luftangriffe geflogen.

Im selben Zeitrum griff der IS die Stellungen der Gruppe und seiner Verbündeten in der Anbar-Wüste an. Laut der semi-offiziellen IS-Nachrichtenagentur AMAQ attackierte man von drei verschiedenen Achsen aus das Jamouna-Areal an und tötete dabei 68 Soldaten und zerstörte insgesamt sechs „gepanzerte Fahrzeuge“. Mindestens ein weiterer Kämpfer wurde gefangen genommen. Später veröffentlichte Bilder zeigen tatsächlich einen erfolgreichen Angriff, wobei die 68 Toten wie üblich eher inflationärer Natur sind. Nichtsdestotrotz unterstützte dieser versehentliche Angriff dem IS wohl mehr als es ihm eigentlich schaden sollte, zu einem ähnlichen Szenario kam es im syrischen Deir ez-Zor, wo etwa hundert Kämpfer der syrischen Armee mitten im Kampf gegen den Islamischen Staat durch amerikanische Luftschläge getötet wurden. Die Hintergründe dafür sind weiterhin ungeklärt und in dem Falle wesentlich komplexer.

Bereits in der Vergangenheit kam es zu schweren Angriffen des IS auf Stellungen der irakischen Armee in der Region, vor allem nahe des al-Walid-Grenzüberganges zu Syrien.

Die Gruppe Kataib Sayid Shuhada gehört zum Dachverband der PMU (Volksmobilisierungseinheiten), einen inzwischen vom Parlament abgesegneten Teil der irakischen Streitkräfte und stellt somit einen vitalen Partner im Kampf gegen den Islamischen Staat dar. Die USA ist hingegen kein besonderer Freund der PMU, da einige Teile vom Iran direkt unterstützt und finanziert werden und das natürlich eine Bedrohung für den eigenen Einfluss darstellt.

Veröffentlichtes Statement von  Kataib Sayid Shuhada

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