Tahrir al-Sham attackiert neutrale Dörfer in Nord-Hama

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Die größte islamistische und oppositionelle Gruppierung Tahrir al-Sham und verbündete Einheiten der Freien Syrischen Armee starteten in den vergangenen Tagen mehrere Angriffe auf neutrale Dörfer im Norden der zentralsyrischen Provinz Hama, die bisherigen Berichten zufolge fast vollständig erobert wurden. Diese Offensive ist die Reaktion auf die vollkommen gescheiterte Nord-Hama-Offensive gegen die syrische Armee vor einem Monat und damit ein Versuch, das militärische Gesicht zu wahren.

Ziele dieser Operation waren die Dörfer Qahira, Um Turaykiryah, Hamdaniyah, al-Mshayrifa und Abu Dhali. Am sechsten Oktober begannen die Übergriffe auf die Dörfer Hamdaniyah und al-Mshayrifa, die durch die Unterstützung von Eliteeinheiten von Tahrir al-Sham am gleichen Tag erobert und gesichert werden konnten. Die Eroberung von weiteren Hügeln am darauffolgenden Tage bedeutete die Belagerung von Abu Dhali, auch wenn verschiedenen Berichten zufolge die Armee noch weitere Verstärkung in das Dorf bringen konnte.

Unbestätigten Berichten zufolge konnte Tahrir al-Sham mit der Unterstützung von zwei gepanzerten und mit Sprengstoff geladenen Autos und dem Einsatz von Selbstmordattentätern als Fahrern (SVBIED) das Dorf Abu Dhali erobern. Eigenen Angaben zufolge zerstörte man bei der gesamten Operation vier Panzer, eroberte einen Soldaten und tötete über 50. Die Zahlen sind jedoch sehr inflationär angegeben.

Abu Dhali und umgebende Dörfer sind ein ganz besonderes Konstrukt in Syrien und im syrischen Konflikt, sie sind militärisch neutral (politische Unterstützung der syrischen Regierung) und dienen als „Freihandelszone“ zwischen der Opposition und syrischen Regierung in Nord-Hama. Sowohl Personen- als auch Warenverkehr werden durch diese Dörfer abgehandelt, türkische Waren aus Idlib für Nahrung und Treibstoff aus Damaskus. Seit 2014 gibt es eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten über dieses Dorf, die nun gebrochen wurde.