Syrische Armee startet neue Offensive in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen und Gruppierungen starteten überraschenderweise eine neue Operation in der nordwestlichen Provinz Idlib, die zuvor fast vollständig von der Opposition gehalten wurde. Innerhalb nur eines Tages konnten Dutzende Ortschaften östlich der kürzlich gewonnen Stadt Abu Duhur erobert werden. Die Verteidigungslinien der von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierten Opposition scheinen völlig zusammenzubrechen.

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Türkische Soldaten in Aleppo getötet

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In der nordsyrischen Provinz Aleppo wurden bisherigen Berichten zufolge ein bis drei türkische Soldaten getötet. Beide Soldaten waren Teil eines großen türkischen Militärkonvois, der Samstag Nacht die syrisch-türkische Grenze in die Provinz Idlib überquerte und sich darauf zu den Frontlinien zwischen syrischer Armee und der Opposition in Süd-Aleppo begab. Aufgrund syrischer und russischer Artillerie- und Luftangriffe aber wurde der Konvoi zum Anhalten gezwungen und musste sich teilweise zurückziehen. Ein Kontingent davon hielt sich weiterhin in Idlib auf, wo es nun zu dem Bericht einer großen Explosion gekommen ist, wobei die Türkei umgebracht und mehrere Fahrzeuge des Konvois zerstört wurden.

Die genauen Umstände sind bisher ungeklärt und es gibt verschiedene Berichte. Möglich sind Minen/IEDs, wodurch es eher einen Unfall darstellt. Weitere Optionen stellt diversen Berichten zufolge eine Autobombe dar, zumindest wurde ein völlig zerstörtes Auto am Ort des Ereignisses gefunden. Für den Verursacher gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten, darunter Schläferzellen des Islamischen Staates oder der syrischen Armee, die bewiesenermaßen eine Präsenz in verschiedenen Städten in Idlib besitzt. Auch könnten es radikalere Kräfte in der Opposition gewesen sein, die unzufrieden mit der Kooperation zwischen Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) und der Türkei sind.

Südjemen vertreibt Jemens Regierung aus Aden

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Der südjemenitischen Unabhängigkeitsbewegung ist ein wichtiger Sieg gegen die international anerkannte Regierung im Bürgerkriegsland Jemen gelungen. Nach mehrtägigen Kämpfen wurde die Regierung unter dem Präsidenten Mansour Hadi bzw. dem Premierminister Ahmed Bin Dagher aus der provisorischen Hauptstadt Aden vertrieben. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für die Unabhängigkeit eines südjemenitischen Staates getan. Saudi-Arabien verliert dadurch ebenfalls einen bedeutende Basis im Jemen, immerhin verliefen zuvor durch Aden alle Lieferungen von militärischen und humanitären Gütern.

Die Einheiten der südjemenitischen „Southern Resistance“ kontrollieren nun fast gänzlich die gesamte Hafenstadt. Alle zentralen Plätze, den internationalen Flughafen, Militärbasen der „Präsidentengarde“ und den Präsidentenpalast Ma’ahiq. Besonders umkämpft waren die Viertel Dad Saad, Crater und Khor Maksar, wo sich zentrale Institutionen der Regierung befinden. Die Kämpfe sind im späteren Kriegsverlauf eskaliert, neben Panzern wurde auch die Artillerie in der Großstadt eingesetzt, wodurch auch Dutzende Zivilisten verstorben sind. Insgesamt reichen die Schätzungen auf bis zu 200 Tote von allen Seiten.

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Türkischer Militärkonvoi auf dem Weg nach Aleppo, behindert Pläne der syrischen Armee

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Ein großer türkischer Militärkonvoi überquerte Samstag Nacht die türkisch-syrische Grenze in der Provinz Idlib und begab sich daraufhin zu den Frontlinien zwischen der Opposition und der syrischen Regierung in der Provinz Aleppo. Sein Ziel soll die Stadt al-Eis im Süden von Aleppo sein, wo es in den vergangenen Tagen immer wieder zu syrischen und russischen Luftschlägen auf feindliche Positionen gekommen ist. Schätzungsweise besteht der Konvoi aus etwa 60 bis 100 Fahrzeugen, darunter schweres Kriegsgerät wie Panzer und auch Artillerie.

Angeblich starteten die syrischen und russischen Luftstreitkräfte kurz darauf mehrere Luftangriffe auf Dörfer in der Umgebung und auf den ungefähren Weg, den der Konvoi nehmen wird, gefolgt von Artillerieangriffen auf die Ortschaft al-Qamari. Aufgrund dessen musste der Konvoi außerplanmäßig anhalten und möglicherweise auch umkehren. Als Reaktion darauf wiederum sollen zwei türkische Kampfjets den syrischen Luftraum zum Schutz des Militärverbundes betreten haben. Bis auf die Luftschläge in den umliegenden Dörfern des Konvois ist nichts bestätigt, diese Angriffe könnten also auch völlig unabhängig von diesem Ereignis geschehen.

Sollte sich diese Beschreibung bewahrheiten scheint dieser Schritt der türkischen Regierung nicht im Interesse Russlands und erst recht nicht Syriens zu liegen. Welchen genauen Plan die Türkei damit verfolgt ist ebenso unersichtlich. Einigen Angaben zufolge besteht hier ein Zusammenhang zu den Astana-Verhandlungen zwischen Russland, der Türkei und dem Iran, wo man sich auf eine „Deeskalationszone“ in der nordwestlichen Provinz Idlib geeinigt hatte. Demnach soll diese (inzwischen schon lange gescheiterte) Waffenruhe von diesen ausländischen Mächten überwacht werden, die Stationierung von türkischen Truppen in al-Eis also Teil einer Beobachtungsmission darstellt. Es wäre aber ein verwunderlicher Zeitpunkt und lediglich Süd-Aleppo als Überwachungsgebiet abzudecken würde diese Pläne wohl nicht erfüllen.

Diese Stationierung würde aber die Pläne der syrischen Armee durchkreuzen, wenn man den Gerüchten glauben mag. Diesen zufolge soll von dort aus die nächste Idlib-Offensive gestartet werden, diesmal mit dem Ziel, die Belagerung der schiitischen Städte Fuah und Kafraya aufzuheben. Schätzungsweise 30.000 Zivilisten leben in den Dörfern wo es nur unregelmäßig zu Hilfslieferungen kommt. Hinzu kommen mehrere Artillerieangriffe auf die Dörfer, wobei die örtliche Infrastruktur zerstört wird.

Bereits letztes Jahr gab es eine ähnliche Situation, wo ein türkischer Konvoi die Grenze übertrat und mit der Kooperation von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) mehrere Militärstützpunkte in der Provinz Idlib entlang der Front zum von den Kurden gehaltenen Kanton Afrin errichtete. Nun kam es erneut zu einer faktischen Kooperation zwischen der Türkei und der islamistischen Tahrir al-Sham, die den Konvoi begleitet bzw. Durchzug durch ihr Territorium erlaubt haben.

Türkische Armee erobert wichtigen Berg von den Kurden in Afrin

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Seit über einer Woche dauern nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach tagelangen Rückschlägen und langsamen Fortschritten scheint die türkischen Streitkräfte erneut wieder größere Erfolge zu verzeichnen, darunter die Eroberung von mehreren Dörfern und eines strategisch sehr wichtigen Berges.

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Syrische Armee erobert Abu Duhur

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Nach der Eroberung des Militärflughafens Abu Duhur in der nordwestlichen Provinz Idlib konnte die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen die dazugehörige Stadt Abu Duhur erobern. Sie galt als das primäre Ziel der derzeitig anlaufenden Offensive. Außerdem wurden weitere Flanken in der Umgebung gesichert und weitere Dörfer wie beispielsweise Jafar al-Kutaima oder al-Khatiyah westlich von Abu Duhur erobert.

Fälschlicherweise wurde bereits eine Woche zuvor von der Eroberung der Stadt berichtet, jedoch leisteten islamistische Kräfte wie Tahrir al-Sham oder die chinesische „Islamische Turkestan-Partei“ erheblichen Widerstand in Abu Duhur. Erst mit der Unterstützung der syrischen Luftwaffe konnte die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ die feindlichen Gruppierungen aus der Stadt vertreiben.

Die Eroberung bedeutet eine Begradigung der Frontlinien und das Erreichen aller ursprünglichen Ziele der Operation. Nun bleibt abzuwarten, was die nächsten Schritte der Armee in Idlib sein werden. Gerüchten zufolge soll nun die Belagerung der schiitischen Städte Fuah und Kafraya aufgehoben werden, welche mitten in der Provinz Idlib liegen und seit Jahren von Islamisten eingeschlossen sind. Schätzungsweise 30.000 Zivilisten leben in den Dörfern wo es nur unregelmäßig zu Hilfslieferungen kommt. Hinzu kommen mehrere Artillerieangriffe auf die Dörfer, wobei die örtliche Infrastruktur zerstört wird.

Dieser Angriff würde entlang der Provinz Aleppo und von Abu Duhur aus verlaufen, derzeitige Armeestellungen sind rund 30 Kilometer von Kafraya entfernt. Bereits in den letzten Tagen wurden intensive Luftangriffe auf die Städte wie z.B. Saraqib gestartet, welches auf dem Weg dahin liegt. Zudem erreichten neue Truppen die Frontlinien in Süd-Aleppo.

 

„Waffenruhe“ in Ost-Ghouta nach nur einem Tag gescheitert

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Im Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus kam es zu intensiven Gefechten zwischen der Armee und Opposition um die Kontrolle einer wichtigen Militärbasis. Die oppositionellen Streitkräfte um Ahrar al-Sham in dem seit mehreren Jahren belagerten Ost-Ghouta starteten ihre dritten Angriff innerhalb weniger Monate auf die Harasta-Militärbasis, die seitdem hart umkämpft ist und zeitweise auch belagert wurde. Mit der neu gestarteten Offensive wurden die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition in Wien torpediert. Bereits kurz darauf kündigten die wichtigsten islamistischen Fraktionen in Ost-Ghouta an, die Waffenruhe zu ignorieren.

Die Offensive begann mit dem Einsatz eines Selbstmordattentäters bzw. einer Autobombe (SVBIED), der die feindlichen Verteidigungspositionen der Armee attackierte, gefolgt von der Erstürmung durch reguläre Einheiten. Die Armee berichtet von der erfolgreichen Abwehr des Vorstoßes und die Zerstörung der Autobombe, bevor sie ihr Ziel erreichen konnte. Umkämpfte Areale stellen die Militärbasis „Idarat al-Markabat“ und das weiter nördlich gelegene Viertel Harasta dar.

Bereits zum Zeitpunkt der diplomatischen Verhandlungen erklärte der Operationsraum „Ihnen wurde Unrecht getan“ eine Ablehnung jeglicher Waffenruhe. Dieser Operationsraum führt die Offensiven um das Viertel Harasta an und bestehen aus den islamistischen Fraktionen Ahrar al-Sham, Faylaq al-Rahman und Tahrir al-Sham. Einzig Jaish al-Islam als letzte relevante Gruppierung in Ost-Ghouta ist nicht Teil davon und bekämpfte die Armee bisher auch nicht.

Neben der syrischen Armee ist ebenfalls die syrische Miliz „Qalamoun Shield“ involviert, die Armee wird vor allem durch die Eliteeinheit der Republikanischen Garden verstärkt. Beide Seiten setzen schweres Kriegsgerät wie Panzer ein, die Armee setzt vor allem auf russische und syrische Luftschläge, während die Opposition neben Selbstmordattentätern auch Tunnelbomben einsetzt.

Staatsstreich in Südjemen: Unabhängigkeitskämpfer jagen Regierung aus Aden

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Nach dem Auslaufen des einwöchigen Ultimatums kam es in der provisorischen Hauptstadt Aden zu schweren Gefechten zwischen Anhängern der Hadi-Regierung und südjemenitischen Unabhängigkeitskämpfern. Anlass für diese Eskalation war die Forderung des separatistischen Übergangsrates, dass sich die Hadi-Regierung innerhalb einer Woche aus dem Südjemen zurückziehen und endlich Platz für eine legitime und korruptionsfreie Regierung zu machen.

Durch die anhaltenden Kämpfe ist die Stadt wie leergefegt, öffentliche Gebäude wie Schulen oder der internationale Flughafen sind geschlossen. Ein Großteil der Straßen sind aufgrund der Errichtung von Barrikaden und Barrieren ebenfalls gesperrt. Bisher können die südjemenitischen Truppen der „Southern Resistance“ viele Bezirke der Großstadt sichern, darunter das Regierungsgebäude und mindestens eine Militärbasis der „Präsidentengarde“. Es ist zu erwarten, dass die südjemenitischen Streitkräfte die Hafenstadt bald vollständig übernehmen werden.

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Kurden setzen Selbstmordattentäter gegen die Türkei ein | Eine Woche „Operation Olivenzweig“

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Faylaq al-Sham in Ali Biski

Seit einer Woche dauern nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach einer Woche scheint sich die Situation festgefahren zu haben, die türkische Armee konnte lediglich Dörfer im einstelligen Zahlenbereich erobern. Ihre Verbündeten geben dem Wetter die Schuld und nicht mal annähernd wurden die geplanten Ziele erreicht.

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US-Helikopter tötet mehrere Polizisten im Irak

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Im Westen des Iraks kam es zu einem unabsichtlichen Zwischenfall zwischen zwei Verbündeten: Ein amerikanischer Helikopter attackierte in der Wüstenprovinz Anbar einen Militärkonvoi der irakischen Streitkräfte, darunter dem der hochgerüsteten irakischen Bundespolizei. Die derzeitigen Schätzungen reichen von sieben bis zwanzig Tote und Dutzende Verletzte, darunter wichtige Figuren innerhalb den Polizeistreitkräften. Das Ereignis geschah in der Nähe der Stadt al-Baghdadi im Westen von Anbar. Der Konvoi war zu dem Zeitpunkt auf einer Mission. Demnach sollen sie den hochrangigen Kommandanten des Islamischen Staat Karid al-Sammaran verhaftet und festgenommen.

Derzeit ist der genaue Ablauf noch ungeklärt. Angeblich soll sich der Polizeikonvoi unidentifiziert einer Eskorte irakischer Spezialkräfte angenähert haben, wobei die dortigen Soldaten von einem Überfall des Islamischen Staates ausgingen. In Folge dessen rief man Luftunterstützung, die in Form eines amerikanischen Apache-Helikopters erschienen ist.

In weiten Teilen des Landes besitzt der IS weiterhin eine bedeutende Präsenz, die ihn die Ausführung von Guerilla-Taktiken ermöglicht und er somit nicht ganz verschwunden ist. Diese Gebiete liegen weiterhin besonders im sunnitischen Westen, aber auch nördlich von Bagdad und in Hawijah kommt es unregelmäßig zu Anschlägen, aufgedeckten Schläferzellen und Munitionslagern.

Türkei verliert gegen Kurden in Afrin

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Seit fast einer Woche dauern nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach ersten Erfolgen in den ersten Tagen scheint sich nun die Situation weiter und weiter in ein Fiasko zu verfahren, sollte der derzeitige Trend weitergehen. Eine traurige Bilanz für die türkische Armee.

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Armee schlägt Offensive des Islamischen Staates zurück

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In der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor konnte die syrische Armee einen Angriff des Islamischen Staates zurückschlagen und dabei viele IS-Kämpfer töten. Auf der östlichen Seite des Euphrats starteten Truppen der Terrormiliz Angriffe auf mehrere Dörfer und Verteidigungsstellungen der Armee, wobei auch ein Panzer beschädigt wurde. Das betroffene Areal befand sich in der Umgebung der irakischen Grenzstadt Abu Kamal, die Dörfer al-Kashma, Ghraib und Dablan wurden parallel von IS-Kämpfern attackiert. Der Angriff wurde von der syrischen Wüste aus gestartet, wo der Islamische Staat weiterhin über größere Gebiete relativ gefahrlos sich bewegen kann. Die syrische Armee unternahm bisher keine ernsthaften Versuche, die Wüste von den letzten verbliebenen IS-Elementen zu säubern.

Auf der anderen Seite des Euphrats ist der IS hingegen erfolgreicher. Bei mehreren Operationen gegen die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) wurden Dutzende Kämpfer der SDF umgebracht, besonders effektiv war der Einsatz von Selbstmordattentätern bzw. Autobomben (SVBIEDs) auf Armeepositionen. Für kurze Zeit konnten sie die Stadt Kharanij im Euphrat-Tal wiedererobern und mehrere Versorgungsstraßen sichern, jedoch zogen sie sich kurz darauf wieder zurück.

Die Offensive wurde wahrscheinlich aufgrund der günstigen Ausgangslage für den Islamischen Staat gestartet. Dabei spielen drei Faktoren eine Rolle: Die schlechten Wetterverhältnisse über ganz Syrien geben den Angreifer wichtige Vorteile bei einem Angriff, in Deir ez-Zor beispielsweise gab es einen großen Sandsturm. Zudem konzentriert sich die SDF derzeitig auf den Konflikt mit der Türkei, die derzeitig eine Großoffensive auf den kurdischen Kanton Afrin gestartet haben. Dadurch befinden sich wohl noch wenige, erfahrene Einheiten an den Frontlinien in Deir ez-Zor. Ohnehin befinden sich in den südlichsten Territorien der SDF eher schwächere Streitkräfte, was vor allem auf die Abhängigkeit von arabischen Kämpfern aus der Region zurückzuführen ist. Diese besitzen meist eine schlechtere Moral und fliehen eher vor den Gefechten gegen den IS.

Veröffentlichte Medien und Bilder des Islamischen Staates zeigen gut ausgerüstete Kämpfer, die ebenfalls einige Militärfahrzeuge wie Pick-Ups oder gepanzerte Autos besitzen. Interessant ist die Anzahl von sehr jungen Soldaten (teilweise wahrscheinlich sogar Jugendliche und Kinder) und Verletzten, die sich nur noch z.B. mit Krücken fortbewegen können.

Kurden schlagen die Türkei in Afrin zurück

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TFSA-Kämpfer bei Raju

Am vierten Tag der türkischen Operation „Olivenzweig“ gegen die von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG/SDF) gehaltene Afrin-Region im Nordwesten Syriens zeigen die Kurden erstmals intensiven Widerstand gegen die türkische Armee und die mit ihnen verbündeten Oppositionskämpfer (TFSA). Dadurch ist die Offensive erlahmt und einige Gebiete konnten wieder erobert werden. Türkei verzeichnet die ersten eigenen Verluste, Hunderttausende sind durch die anhaltenden Kämpfe davon bedroht zu fliehen. Währenddessen werden weitere Gebiete von der Türkei bedroht, die sich unter der Kontrolle der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) befinden.

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Syrische Armee operiert weiter in Idlib

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Eingesetzter SVBIED von Tahrir al-Sham

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte erneut größere Gebiete in der nordwestlichen Provinz Idlib von den islamistischen Rebellen erobern und verteidigen. Nachdem die syrische Armee die Stadt Abu Duhur sichern konnte stand ein Großteil Ost-Idlibs offen, die Armee konzentrierte sich bisher aber nur auf die Konsolidierung und Flankensicherung, indem sie mehrere Dörfer südwestlich und nördlich der Stadt gewonnen haben.

Nach stundenlangen Gefechten mit der von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierten Opposition konnte man die Dörfer Jafr, al-Khifah, Mushtarifah und Haymaimat zurückerobern, nördlich grenzt man nun am al-Sheiah-Sumpf. Bei der Verteidigung soll Tahrir al-Sham schweres Gerät und auch eine Autobombe bzw. einen Selbstmordattentäter (SVBIED) eingesetzt haben, wobei mindestens neun Soldaten umgebracht wurden.

Nach der Eroberung von Abu Duhur wurde das primäre Ziel in der Idlib-Offensive erreicht. Nachdem der Islamische Staat aus seiner Enklave weiter östlich besiegt wurde bleibt die Frage, wohin es die syrischen Truppen danach verschlagen wird. Einige Gerüchte sprechen von einer Operation um die Belagerung der schiitischen Städte Fuah und Kafraya aufzuheben. Dort leben seit drei Jahren etwa 30.000 Zivilisten eingeschlossen von der Opposition und sind neben fehlender Grundversorgung immer wieder Granateneingeschlägen ausgesetzt.

Außerdem wurde Eine von mehreren oppositionellen Gruppierungen initiierte Offensive auf Verteidigungsstellungen der SAA im nördlichen Teil der Provinz Latakia nach nur wenigen Stunden völlig zurückgeschlagen. Die mit dem Namen „Gott wird sie mit seinen Händen strafen“ bekannte Operation wurde in der Region des Dorfes al-Saraf ausgeführt, wobei die Kämpfe eher von wechselseitigem Artilleriefeuer geprägt waren. Involviert war dabei die turkmenische Jabal al-Islam, die davon berichtet, den Berg Jabal al-Saraf von der syrischen Armee erobert zu haben, und die FSA-Gruppierung 1st Coastal Division, die mehrere Panzerabwehrwaffen eingesetzt haben soll. Am Ende des Tages wurden Dutzende Kämpfer getötet und keinen neuen Gebiete erobert. Möglicherweise handelte es sich hierbei um den Versuch, die Frontlinien in Idlib zu entlasten und die Konzentration der syrischen Regierung auf andere Fronten zu verschieben.

Türkei rückt gegen die Kurden in Afrin weiter vor

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Jaish al-Nokhba (FSA) im Nordwesten Afrins

Die von der Türkei gestartete Großoffensive auf die von den kurdischen YPG/SDF gehaltene Afrin-Region im Nordwesten Syrien geht am zweiten Tag in Folge unentwegt weiter. Mit der Unterstützung der syrischen Opposition (TFSA) konnten türkische Truppen mehrere Dörfer an der Landesgrenze zur Türkei sichern und der YPG Schaden zufügen. Die Situation spitzt sich immer weiter zu, nachdem nun auch die Bodenoffensive an mehreren Fronten gestartet wurde. Die Welt schaut zu, während die Türkei mithilfe von deutschen Panzern auf syrischen Staatsgebiet damit droht, die Kurden zu vertreiben.

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