Houthis schießen zwei Raketen auf Saudi-Arabien

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Nachdem die jemenitischen Houthi-Rebellen bzw. Ansar Allah zum dritten Jahrestag der saudi-arabischen Intervention im Jemen-Konflikt eine Rekordzahl von sieben Mittelstreckenraketen auf verschiedene Ziele in Saudi-Arabien zündeten, scheinen die Kapazitäten der Rebellen weiterhin unerschöpflich zu sein. Wenige Tage später zündete man für zwei Tage in Folge jeweils eine weitere Rakete auf die Städte Jazan und Nazran, wurden jedoch dem saudischen Verteidigungsministerium zufolge erfolgreich abgefangen und zerstört. Videos auf den sozialen Medien zeigen den Start von mehreren Luftabwehrraketen durch das „Patriot-System“, welches beim dritten Jahrestag kolossal scheiterte.

Denn damals kam es beim Versuch der Luftabwehr bei zwei Flugabwehr-Systemen des Typs „MIM-104 Patriot“ zu kritischen Fehlern. Nahe Riad kippte aus bisher unbekannten Gründen eine derartige Batterie einfach um und traf sich dabei selber. Zudem zerstörte sich ein weiteres System selbst nachdem Raketen von anderen Patriots sie traf. Außerdem kam es bei mehreren abgefeuerten Raketen zu diversen Operationsfehlern und attackierten stattdessen mehrere Wohngebiete in Riad. Insgesamt handelt es sich um ein fundamentales Versagen der Technik und es ist nicht verwunderlich, dass Saudi-Arabien neue Flugabwehrwaffen von der USA erwerben möchte.

Obwohl es zum Bruch der Allianz zwischen der jemenitischen Armee unter dem inzwischen getöteten Ex-Präsidenten Saleh und den Houthis kam scheinen die Aufständischen über genügend eigene Kapazitäten zu verfügen, da eigentlich die Entwicklung von Raketen der Saleh-Armee unterlag. Bei dem Großteil der eingesetzten Ballistikraketen handelt es sich um modifizierte sowjetische Modelle, die bereits Jahrzehnte zuvor in den Händen des Landes lagen. Die Behauptung, die Raketen würden durch die Seeblockade vom Iran geschmuggelt werden ist nicht haltbar.

Ost-Ghouta vor der Eroberung

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Die Evakuierung der umkämpften Region Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus dauert seit Wochen weiterhin an. Die von islamistischen Kräften gehaltene Enklave war über einen Monat lang der Operation „Damaszener Stahl“ ausgesetzt, die von der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündeten Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ gestartet wurde. Nachdem etwa 70% der Gebiete gewaltsam erobert wurden kam es zu lokalen Verhandlungen zwischen den verschiedenen Oppositionsgruppierungen in den inzwischen in drei Teilen gespalteten Territorium, wovon zwei eingeschlossene Gebiete nach Verhandlungen und der Einigung über eine Evakuierung aufgegeben haben und nun unter der Kontrolle der syrischen Regierung und Russlands stehen. Einzig die von der islamistischen Fraktion Jaish al-Islam gehaltene Stadt Douma hat bisher nicht aufgegeben, jedoch ist eine Waffenruhe in Kraft getreten, die am Samstag auslaufen soll solange es zu keinem Deal kam.

Bus für Bus verlässt im Stundentakt die teilweise zerstörten Städte von Ost-Ghouta, nachdem beide Seiten sich auf eine Evakuierung einigen konnten. In den Städten Arbin und Harasta wurden „humanitäre Flüchtlingskorridore“ errichtet von denen aus diese Transporte stattfinden, den Kämpfern ist die Bewaffnung mit leichten Waffen erlaubt. Diese Deals haben im syrischen Konflikt eine langjährige „Tradition“, bereits viele belagerten Städte in der Provinz Rif Dimashq um Damaskus wurden durch diese Art befriedet. Die Kontrolle übernehmen dafür reguläre Polizeikräfte und russische Spezialkräfte, die normale Aufgaben übernehmen, ausbilden und zugleich Minenräumungen vornehmen, was auf dieser Art bereits in Aleppo geschehen ist.

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US-Soldaten in Nordsyrien getötet – steckt die Türkei dahinter?

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US-Soldaten überblicken im Norden von Manbij Positionen der Türkei, die in Folge der Operation „Euphrates Shield“ in Nord-Aleppo gegen den IS errichtet wurden

Am Donnerstag starb jeweils ein amerikanischer und ein britischer Soldat bei einer Patrouille nahe der Stadt Manbij, der Ort befindet sich unter der Kontrolle der von den USA unterstützten kurdisch-arabischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und grenzt im Norden und Westen an das Einflussgebiet (erobert in der Operation „Euphrates Shield“) der Türkei in Syrien. Aufgrund seiner Lage westlich des Euphrats rückt es immer wieder in den Mittelpunkt zukünftiger Armeeoperationen im Nachbarland, nachdem Erdogan bereits Manbij mehrmals mit dem Ziel bedrohte, die „terroristische PKK“ aus der Region zu vertreiben, so wie man es innerhalb von zwei Monaten in Afrin getan hatte.

Der Vorfall ist insofern interessant, da der Islamische Staat höchst wahrscheinlich nicht hinter der Tat steckt, nachdem er vor rund zwei Jahren aus der Region vertrieben wurde und es seitdem zu keinerlei Aktionen durch IS-Schläferzellen gekommen ist. Stattdessen kommt es aber immer wieder zu Anschlägen und Attentaten auf wichtige SDF-Mitglieder in der Stadt, hauptsächlich ausgeführt von der oppositionellen Gruppierung Harakat al-Qayyam, die intensive Beziehungen zur Türkei pflegen soll. Es ist durchaus denkbar, dass die Türkei durch derartige Anschläge versucht, die Präsenz der USA in Manbij zumindest zu reduzieren und sich damit ein „freies Feld“ für eine Offensive auf die SDF in der Region zu geben, da die schützende Hand der USA der einzige Grund für das bisherige Ausbleiben von Angriffen der Türkei ist.

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Islamischer Staat attackiert syrisch-irakische Grenzstadt

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Der Islamische Staat startete vor etwa zwei Tagen einen größer angelegten Angriff auf Verteidigungspositionen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündeter Gruppierungen in der Stadt Abu Kamal bei der Großstadt Deir ez-Zor. Die im Euphrat-Tal gelegene Grenzstadt zum Irak ist immer wieder Überfällen des IS ausgesetzt, vor allem da die Terrormiliz bisher südliche Wüstengebiete und das andere Ufer des Euphrats kontrolliert. Nach der erfolgreichen Abwehr des Angriffes sollen mehrere Einheiten einen Gegenangriff auf die syrische Wüste gestartet haben, wo sich Dutzende Kämpfer des Islamischen Staates verstecken.

Durch einen Sandsturm begünstigt starteten IS-Kämpfer in der Nacht mehrere Überfälle auf Abu Kamal, umliegende Dörfer und angeblich auch zwei Erdöl-Pumpstationen in der Wüste, von denen eine bereits vor etwa einem Monat einem großen Angriff ausgesetzt war, welcher beiden Seiten erhebliche Verluste zufügte. Die Islamisten mussten sich trotz der Unterstützung von Selbstmordattentätern bzw. Autobomben (SVBIEDs) geschlagen geben und sich zurückziehen. Insgesamt wurden eigenen Berichten zufolge etwa ein Dutzend Soldaten der syrischen Armee getötet und ein Panzer zumindest beschädigt.

Als besonders problematisch erweist sich die Präsenz des Islamischen Staates auf dem östlichen Euphrat-Ufer, von dem aus man einen weiten Teil von Abu Kamal überblicken kann (siehe Bild). Eigentlich befindet sich diese Region unter dem „Einflussgebiet“ der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), doch nach der Eroberung von Abu Kamal durch die syrische Armee gab es keine Bemühungen seitens der USA mehr, den IS aus der irakischen Grenzregion zu vertreiben. Seitdem startet der IS von diesen Rückzugsgebieten aus immer wieder Angriffe auf umliegende Gebiete, neben Abu Kamal auch auf weiter nördlich gelegene Positionen der SDF, die dabei schwere Verluste erleiden müssen. Das kurdisch-arabische Bündnis hat unter dem Vorwand des türkischen Angriffes auf Afrin alle Operationen in der Provinz Deir ez-Zor gestoppt, jedoch wurden quasi keine Ressourcen von Deir ez-Zor nach Afrin verschoben. Zudem verleiht die Präsenz des IS den USA weiterhin eine Legitimation für den Aufenthalt des amerikanischen Militärs in Syrien.

Türkei will neue Gebiete in Syrien erobern

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Militärische Situation im Norden der Provinz Aleppo (Schwarz umrahmt: Tel Rifaat)

Nachdem Einheiten der türkischen Armee und die mit ihnen verbündeten Oppositionskräfte (TFSA) die gesamte Region Afrin von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erobert haben, scheint das Interesse der türkischen Regierung auf weitere Gebiete zu fallen: Tel Rifaat und Manbij. Erstere Stadt befindet sich direkt östlich von Afrin und ist bis auf das verbundene Regierungsterritorium völlig isoliert. Manbij liegt westlich des Euphrats und war in der Vergangenheit immer wieder von kleineren Protesten der Regierungs- und Oppositionsanhängern gegen die SDF geprägt.

Der türkische Präsident Erdogan kündigte in einer Rede an, dass das nächste Ziel die Stadt Tel Rifaat sein würde, welche in Folge einer YPG-Militärkampagne gegen die Opposition im Jahre 2016 erobert wurde. Eigentlich soll man mit dieser geplanten Operation bereits vor Tagen begonnen haben, dennoch herrscht ein regelrechtes Rätselraten über den Ort. Während türkische Medien bereits am Dienstag behaupteten, die Stadt und umliegende Dörfer würden unter der Kontrolle der türkischen Streitkräfte liegen, veröffentlichte die syrische Nachrichtenagentur SANA Bilder, die die Präsenz von syrischen Milizionären in der Stadt belegen. Es ist nicht gänzlich geklärt ob es sich hierbei um Soldaten der Armee oder nur Kämpfern der mehrheitlich schiitischen Milizen handelt. Angeblich sollen diese Truppen eingerückt sein nachdem es zu keiner Einigung bei den Gesprächen zwischen der Türkei und Russland gekommen ist.

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Die Gefahr des Islamischen Staates in Ägypten

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IS-Kämpfer mit einem eroberten T-6 (inzwischen zerstört)

Die offizielle Nachrichtenagentur des Islamischen Staates veröffentlichte am 23. März ein neues Video, welches die Aktivitäten des IS in Sinai (Ägypten) bzw. in der islamischen Provinz „Wilayat Sinai“ über die letzten Jahre hinweg zeigt und dabei das schwere Versagen des ägyptischen Staatsapparates ausdrückt, welches trotz intensiver Versuche noch nicht erfolgreich gegen die Terrormiliz vorgehen konnte. Denn ungeachtet einer mehrmonatigen Offensive der ägyptischen Streitkräfte auf der Halbinsel befindet sich der IS in der Wüste fest im Sattel und kann von dieser Operationsbasis aus immer wieder Überfälle auf Städte starten und erfolgreich Attentate auf staatliche und militärische Bedienstete ausführen.

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Was kommt nach Ost-Ghouta?

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Nachdem ein Ende der Operation „Damaszener Stahl“ in der Region Ost-Ghouta bei der syrischen Hauptstadt Damaskus in Sicht ist stellt sich nun die Frage, was die syrische Regierung bzw. Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Verbände als nächstes Zielgebiet für eine groß angelegte Offensive auserwählt haben. Dabei können sie auf verschiedene Optionen zurückgreifen, wobei sich die meisten Operation weiterhin auf den Raum von Damaskus beschränken würden, die am Ende eine vollständige Eroberung der Millionenstadt bedeuten würde. Die syrische Regierung war seit 2011 nicht mehr in einer derartig starken Position.

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Türkische Offensive im Irak bleibt aus

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Ein Militärkonvoi türkischer Truppen in der syrischen Provinz Aleppo

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Sonntag in einer Rede in Trabzon eine Armeeoffensive in der nordirakischen Region Sinjar verkündet, um von dort die kurdische PKK zu vertreiben. Tatsächlich aber betrat kein einziger Soldat irakisches Staatsgebiet und vorab kam es zu Verhandlungen zwischen der irakischen Regierung und der PKK, die sich auf einen Abzug der Organisation aus Sinjar einigten. Es bleibt ein völliges Rätsel was Erdogan mit dieser Aussage beabsichtigt hatte, die sich als bloße Lüge herausstellt.

Das irakische Verteidigungsministerium widerlegt jegliche Behauptungen, dass es zu Truppenbewegungen von der Türkei innerhalb des irakischen Staatsgebietes gekommen ist. Die unter dem Dachverband der „Volksmobilisierungseinheiten“ organisierten Milizen und Verbündete der irakischen Regierung meldeten ebenfalls keine Aktivitäten in Sinjar, da sie sich direkt wenige Kilometer südlich der gleichnamigen Stadt befinden. Das Militär warnte die Türkei vor möglichen Interventionen, die ein klarer Bruch des Völkerrechts nach sich ziehen würde.

Nach der Einigung zwischen den beiden Fraktionen übernommen irakische Streitkräfte nun alle Verteidigungspositionen in Sinjar und dem nahe gelegenen, gleichnamigen Gebirge. Die PKK-Kämpfer sollen sich angeblich nach Syrien zurückgezogen haben, auf der anderen Seite der Grenze kontrolliert nämlich die YPG Territorien. Die irakische Armee kooperiert in Sinjar nun mit den beheimateten Jesiden-Miliz YBS, die mit der Unterstützung der PKK den Islamischen Staat zurückschlagen konnte. Seit 2014, nach dem Überfall des IS im August 2014, befanden sich zum Schutz der Eziden Einheiten der PKK im Shengal, Monatelang lieferte sich die PKK einen blutigen Häuserkampf gegen den IS in Sinjar-Stadt. Die Religionsgruppe unterhält mit der Regierung recht gute Beziehungen, bereits nach der Eroberung von Süd-Sinjar vom Islamischen Staat schlossen sich Hunderte Jesiden irakischer Milizen an.

Houthis schießen 7 Raketen auf Saudi-Arabien

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Die jemenitischen Houthi-Rebellen bzw. die Organisation „Ansar Allah“ startete zum dritten Jahrestag der saudi-arabischen Intervention im Land insgesamt sieben Mittelstreckenraketen auf mehrere Städte in Saudi-Arabien. Insgesamt konnten alle Raketen vor ihrem Auftreffen zerstört werden, jedoch töteten herabfallende Teile einen Zivilisten und ein Flugabwehrraketen-System zerstörte sich selbst. Insgesamt handelt es sich um die am meisten gestarteten ballistischen Raketen an einem Tag, nachdem in den vergangenen Monat lediglich Einzelne gezündet wurden.

Bei den angegriffenen Zielen soll es sich um den King-Khalid-Flughafen in der Hauptstadt Riad, Jazan, Najran und Khamis Kushait gehandelt haben. Bei den eingesetzten Raketen handelt es sich um  eine große Variation von Burkan 2H-, Qaher M2- und Badr 2-Raketen, die allesamt im Jemen produziert wurden. Auch wenn es Anschuldigungen gegenüber dem Iran gibt, die Houthis mit diesen Waffen auszustatten weisen die Bautypen tatsächlich eher Ähnlichkeit mit chinesischen Raketen auf. Bereits vor dem Krieg besaß der Jemen über eine große Menge an chinesischen, sowjetischen und nordkoreanischen Ballistikraketen.

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Rebellen bekämpfen sich in Afrin untereinander

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Im Nordwesten Syriens kam es zwischen zwei verschiedenen „Rebellengruppen“ zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit tödlichem Ausgang. Demnach schossen Mitglieder der islamistischen Fraktionen „Ahrar al-Sharqia“ und der „Hamza-Division“ auf sich gegenseitig, nachdem es zu Streitigkeiten über die Aufteilung von gestohlenen Waren kam. Beide Gruppierungen sind integraler Bestandteil der türkisch-syrischen Operation „Olivenzweig“, wo man koordiniert versucht die kurdischen Streitkräfte um die Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus der Region Afrin zu vertreiben. Die Operation war nach etwa zwei Monaten ein voller Erfolg und die Kurden halten lediglich die Grenzgebiete um Tel Rifaat. Damit tritt ein innerhalb der Opposition bekanntes Szenario ein, dass es ohne (und selbst mit) äußerem Feind zu Konflikten um bestehenden Einfluss, Macht und Ressourcen  kommt. Ein Indikator dafür, wie ein Syrien nach einem Sieg der Aufständischen aussehen würde.

Bereits bei der ersten türkischen Operation „Euphrates Shield“ kam es zu ähnlichen Gefechten, beispielsweise erlaubten Kämpfer der „Sultan-Murad-Division“ nicht den Eintritt amerikanischer Truppen in die Stadt Jarablus, woraufhin Truppen der Hamza-Division das Feuer auf sie eröffneten. Ohnehin gilt das von der Türkei verwaltete Gebiete um Jarablus und al-Bab als ein Hort der Korruption und Plänkeleien zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Ahrar al-Sharqiyah gehört zu den dschihadistischen Organisationen innerhalb des türkischen Machtgebietes und sind innerhalb Afrins durch die Zerstörung eines Spirituosengeschäfts oder dem Singen von islamistischen Liedern ins Rampenlicht getreten.

Islamischer Staat erobert Viertel in Damaskus

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Zwei Soldaten der syrischen Armee werden öffentlich exekutiert

Während die intensiven Gefechte im nahe gelegenen Ost-Ghouta zwischen Opposition und syrischer Armee langsam abklingen, entwickelt sich im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus ein neues Kampfgebiet. In den Vierteln Yarmouk und al-Qadam sind Kämpfe zwischen den syrischen Streitkräften und dem Islamischen Staat ausgebrochen, nachdem es zu einer Vereinbarung mit daraus resultierender Evakuierung zwischen der Opposition und syrischer Regierung in al-Qadam kam. Diese Einigung sah den Abzug der letzten verbliebenen Rebellen nach Idlib vor, das dadurch entstandene „Machtvakuum“ im Bezirk wurde durch den IS ausgenutzt, als er auf völlig unvorbereitete und unorganisierte Truppen der syrischen Armee traf, die keine Zeit hatten, nötige Verteidigungen aufzubauen.

Ein großer Teil der Propaganda des Islamischen Staates konzentriert sich auf Yarmouk, da es eines der wenigen Gebiete ist, wo man noch Erfolge verzeichnen kann. Neben typischer Propaganda wie die Verbrennung von Schulbüchern der syrischen Regierung und die Einführung eines „islamischen Bildungssystems“ bedeutet das auch etliche Bilder und Videos von Gefechten gegen die syrischen Streitkräfte. So startete am 13. März eine Offensive auf al-Qadam, die der Armee erhebliche Verluste zufügen konnte. Mehrere Panzer und Truppentransporter konnten in Folge zerstört werden, vor allem die „Republikanische Garde“ soll mit etwa 80 getöteten Soldaten die meisten Verluste erlitten haben. Einige gefangen genommene Kämpfer wurden öffentlich exekutiert. Schätzungen zufolge kontrolliert die Terrormiliz etwa 90% bis 100% von al-Qadam.

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Ost-Ghouta steht kurz vor der Eroberung

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Lila: Von Faylaq al-Rahman kontrolliertes Gebiet, welches nun an der Waffenruhe beteiligt ist

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Seit über einem Monat dauert die Operation „Damaszener Stahl“ an und scheint sich inzwischen auf der Zielgerade zu bewegen. Die zweite von insgesamt vier Gruppierungen kündigte ihre Bereitschaft für eine Kapitulation nach dem Willen der syrischen Regierung an, wodurch die Opposition nur noch eine Stadt kontrollieren würde. Die Situation ist gänzlich aussichtslos für die eingeschlossenen Islamisten: Interne Aufstände, Massenflucht von Zehntausenden Menschen und die Spaltung von Ghouta in drei Teile (wovon nun zwei erobert sind) spiegeln die derzeitige Position nieder.

Die Evakuierung der an Damaskus grenzenden Stadt Harasta wurde nach wenigen Tagen abgeschlossen, Tausende Kämpfer und ihre Familienmitglieder konnten mithilfe von Dutzenden Bussen in die von Islamisten beherrschte Provinz Idlib gebracht werden. Die mehrheitlich aus der islamistischen Organisation Ahrar al-Sham stammenden Mitglieder kapitulierten als Erste nachdem sie in der Stadt vollständig abgeschlossen wurden. Zuvor gingen vom Ort mehrere Angriffe und Offensiven auf Damaskus an, die der syrischen Armee schwere Verluste zufügten. Nun übernehmen Einheiten der syrischen Streitkräfte die Kontrolle über Harasta und beginnen mit der Entschärfung von Minen und weiteren Sprengstoffen. Am Ende sollen wieder Zehntausende in die teilweise stark zerstörte Stadt zurückkehren können. Es existieren keine offiziellen Zahlen über die Anzahl der insgesamt evakuierten Menschen nach Idlib, die Angaben reichen bis etwa 5.500 Personen, die Mehrheit davon Familienangehörige der etwa 1.500 Kämpfer.

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Kapitulation in Ost-Ghouta

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Seit über einem Monat dauert die Operation „Damaszener Stahl“ an und scheint sich inzwischen auf der Zielgerade zu bewegen. Die zweite von insgesamt vier Gruppierungen kündigte ihre Bereitschaft für eine Kapitulation nach dem Willen der syrischen Regierung an, wodurch die Opposition nur noch eine Stadt kontrollieren würde. Die Situation ist gänzlich aussichtslos für die eingeschlossenen Islamisten: Interne Aufstände, Massenflucht von Zehntausenden Menschen und die Spaltung von Ghouta in drei Teile (wovon nun zwei erobert sind) spiegeln die derzeitige Position nieder.

Am Freitag verkündigte die zweite und damit auch zweitgrößte oppositionelle Gruppierung in Ost-Ghouta mit dem Namen Faylaq al-Rahman ihre Bereitschaft für eine Evakuierung der letzten, von ihnen gehaltenen Städte in der Enklave. Demnach schließen sie sich der islamistischen Organisation Ahrar al-Sham aus der Stadt Harasta mit der Kapitulation an, die den Transport aller bereitwilligen Kämpfer und ihre Familienmitglieder in die Provinz Idlib vorsieht. Angaben zufolge handelt es sich nach derzeitigen Stand um etwa 7.000 Menschen, die Aufteilung zwischen Zivilisten und Kämpfern ist unbekannt. Im Vergleich zum Geschehen in Harasta (von etwa 7.500 Menschen) handelt es sich um eine ziemlich niedrige Schätzung, da hier nicht nur eine Stadt, sondern die Großstädte und Damaszener Viertel Jobar, Arbeen und Zarakin involviert sind.

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Teilevakuierung von Ost-Ghouta

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Einen Monat dauert die Operation „Damaszener Stahl“ an und konnte dabei beachtliche Gewinne vorweisen, darunter die Eroberung von über 80% der Gebiete Ost-Ghoutas, die zuvor unter der Kontrolle der Opposition standen. Die Situation ist gänzlich aussichtslos für die eingeschlossenen Islamisten: Interne Aufstände, Massenflucht von Zehntausenden Menschen und die Spaltung von Ghouta in drei Teile spiegeln die derzeitige Position nieder.

In der belagerten Stadt Harasta scheint es nun nach tagelangen Verhandlungen zwischen den beiden Seiten zu einer Einigung gekommen zu sein: Die Kämpfer der islamistischen Gruppierung „Ahrar al-Sham“ vereinbaren eine friedliche Evakuierung in die von der Opposition gehaltene Provinz Idlib. Dieser Abzug wird dabei auch von internationalen Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz überwacht und unterstützt und soll insgesamt etwa 1500 Kämpfer und 6000 weitere Familienmitglieder innerhalb der nächsten 24 Stunden betreffen. Ranghohe Mitglieder begannen mit der Zerstörung des eigenen Hauptquartiers und etlicher Dokumente, die nicht in die Hände der syrischen Regierung fallen sollen. Insgesamt sind derartige Evakuierungen eine Standardprozedur im syrischen Konflikt und sind in den letzten Jahren reibungslos abgelaufen.

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Die große Plünderung von Afrin

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Nach der Einnahme der einst 100.000 Einwohner zählenden kurdischen Stadt Afrin in der gleichnamigen Region im Nordwesten Syriens begannen die mit den türkischen Streitkräften verbündeten Oppositionsgruppierungen und Islamisten (TFSA) mit der Plünderung und Zerstörung der inzwischen fast gänzlich verlassenen Stadt. Dieses Brandschatzen betrifft nicht nur die Institutionen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), sondern macht auch vor einfachen Wohnhäusern und den letzten verbleibenden Zivilisten nicht Halt. Diese sind nun der Willkür ihrer neuen Besetzungsmacht ausgesetzt und die Türkei verfügt nur begrenzt über die nötigen Kapazitäten, ihrer eigens eingesetzten Söldner Herr zu werden.

Bewohner beschreiben dabei die Skrupellosigkeit und Korruption der Islamisten, die vor allem nach Lebensmitteln, technischen Geräten, Möbeln und Fahrzeugen Ausschau halten. Ein Zivilist berichtet von der Androhung von Gewalt, sollte er nicht sein Motorrad und Handy abgeben. Besonders beliebt sind auch kleine Traktoren, die bereits seit Anbeginn der Operation von der Zivilbevölkerung „beschlagnahmt“ wurden, teilweise wurde zuvor auch die unwilligen Besitzer dafür getötet. Manche beschreiben ironischerweise die Diebstähle als größere Zerstörung im Vergleich zu dem, was die Kämpfe verursacht hätten.

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