Ost-Ghouta in zwei Teile gespalten

fishher

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Genau zwei Wochen dauert die Operation „Damaszener Stahl“ an und konnte dabei beachtliche Gewinne verzeichnen, darunter die Eroberung von über 50% Ost-Ghoutas, die zuvor unter der Kontrolle der Opposition standen. Nun konnte die Enklave in zwei Teile gespalten werden, was einen wichtigen Vorteil für die syrischen Streitkräfte hervorbringen wird.

Nach der Eroberung der ersten Stadt Beit Sawa im Zentrum der Enklave gab es intensive Kämpfe nördlich und westlich der Stadt, wo man nun im Verlauf der letzten Tage die Städte Mesraba und Madayra erobern konnte. Damit besteht eine Verbindung zwischen den Militäreinheiten im Militärstützpunkt Harasta und Beit Sawa, die sich zusammen in Madayra trafen. Zuvor existierte ein dünner, wenige Kilometer breiter Korridor welcher zwar de facto unter der Kontrolle der Opposition lag, die Armee aber alle Wege durch Feuerüberlegenheit überwachen konnte. Zukünftig werden wohl weitere Versuche unternommen werden, die von drei Seiten umstellte Stadt Harasta durch die Eroberung von Satra zu isolieren und Ost-Ghouta damit zu dreiteilen. Bereits jetzt gibt es Berichte von Verhandlungen zwischen Aufständischen und der syrischen Regierung, die den Abzug von Harasta thematisieren.

Derweil dauern die Proteste gegen die „bewaffneten Aufständischen“ in einigen Teilen Ost-Ghoutas weiter an. Auf dem zentralen Marktplatz von Hamouriyah weht die Flagge der syrischen Regierung. Mehrere Personen stimmen lautstark im Chor „Was wollen wir? Wir wollen Assad!“ und „Wir wollen diese Aufständischen nicht“ ein, was wohl die Meinung vieler Personen repräsentiert, die in Ost-Ghouta von den oppositionellen Kämpfern gefangen gehalten werden. Besonders in der Stadt Kafr Batna scheint sich inzwischen eine lautstarke Menge auf die Straße zu trauen (siehe Video). Scheinbar fehlt es den islamistischen Gruppierungen an den nötigen Ressourcen, um zeitgleich gegen die Proteste und die Armee vorzugehen. Bei der Eroberung von Misraba konnten aus einem Keller 60 Zivilisten befreit werden, die zuvor dort vor den Angriffen ausharrten. Angeblich soll es zu Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und von der dortigen Bevölkerung eingesetzten Komitees gekommen sein, die die friedliche Übergabe der Städte Hamouriyah und Kafr Batna vorsehen. Zusammen symbolisieren sie Eines: Den Willen nach Frieden und die Ablehnung der Islamisten in der breiten Bevölkerung.

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