Islamisten erschießen Demonstranten in Ost-Ghouta

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Zwei Wochen dauert die Operation „Damaszener Stahl“ an und konnte dabei beachtliche Gewinne vorweisen, darunter die Eroberung von über 55% Ost-Ghoutas, die zuvor unter der Kontrolle der Opposition standen. Nun konnte Ghouta in drei Teile geteilt werden, während die verzweifelten Rebellengruppen versuchen, Proteste der eigenen Bevölkerung gewaltsam aufzulösen.

Militärisch gab es einige Erfolge für die Armee zu verzeichnen. Einerseits konnte Ost-Ghouta nun nach einem Tag in drei statt zwei Teile gespalten werden, nachdem die Großstadt Harasta vollkommen isoliert werden konnte. Derzeit soll es zu Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung, den verharrenden Kämpfern und internationalen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz gekommen sein, die den Abzug der islamistischen Kämpfer nach Idlib vorsehen. Außerdem wurde im Südosten das Dorf Afrtis erobert und die dahinter liegende Stadt Jisreen betreten. Damit beherrscht die Opposition nur noch ein Gebiet von 48km², welches lediglich aus urbanen Häusergebieten besteht.

Erstmals seit Ausbruch der zivilen Proteste gegen die syrische Opposition in Ost-Ghouta kam es zu einer gewaltsamen Eskalation, nachdem die islamistische Gruppierung „Faylaq al-Rahman“ auf Demonstranten geschossen hatte. Dabei wurde mindestens ein Zivilist getötet und vier Weitere verletzt. Schauplatz der Proteste war Kafr Batna, wo es in der Vergangenheit bereits zu mehreren Aufständen gegen die Islamisten gekommen ist. Demnach gingen über 700 Einwohner auf die Straßen um den Abzug der „bewaffneten Aufständischen“ zu fordern und sich für friedliche Verhandlungen mit der syrischen Regierung einzusetzen. Besonders von derartigen Aufständen betroffen sind die Städte Kafr Batna, Hamouriyah, Saqba und erstmals Hazza. Aufgrund dessen soll es zu Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und von der dortigen Bevölkerung eingesetzten Komitees gekommen sein, die die friedliche Übergabe der Städte vorsehen. Zusammen symbolisieren die immer lauter und größer werdenden Demonstrationen Eines: Den Willen nach Frieden und die Ablehnung der Islamisten in der breiten Bevölkerung.

In anderen Teilen von Damaskus, nur wenige Kilometer südwestlich von Ost-Ghouta entfernt, scheint sich die Situation nun auch zu erhitzen: Die syrische Regierung stellte den hiesigen Oppositionellen im Viertel al-Qadam ein Ultimatum, wonach die Kämpfer innerhalb der nächsten 48 Stunden aufgeben und danach sicher nach Idlib oder Daraa transportiert werden sollen. Angeblich gab es eine Einigung zugunsten der syrischen Regierung, wodurch mehrere Transportbusse nach al-Qadam geschickt wurden. Nun scheint aber der benachbarte Islamische Staat diesen Prozess zu verzögern, nachdem sie mehrere Angriffe auf al-Qadam gestartet haben. Der IS konnte im Viertel al-Yarmouk bis zum heutigen Zeitpunkt eine wichtige Basis errichten und sogar erfolgreich gegen die Opposition vorgehen. Die syrische Armee und die Kämpfer des Islamischen Staates ignorierten sich in diesem Zeitraum größtenteils, wobei man ebenfalls eine Waffenruhe mit der Opposition unterhält.

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