Syrische Armee startet Angriff auf IS-Viertel in Damaskus

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und mit der Regierung verbündeten Milizen starteten am Donnerstag eine groß angelegte Offensive auf die letzten Überbleibsel des Islamischen Staates in Syrien und dem Großraum Damaskus. Mit der Unterstützung der russischen und syrischen Luftstreitkräfte wurden in der letzten Nacht etliche Ziele in den vom IS gehaltenen Vierteln bombardiert, darauf soll nun eine Bodenoperation folgen. In der Nähe einer Moschee soll es bereits erste Bodengewinne gegeben haben. Unterstützt wird die Operation durch palästinensisch-syrische Kräfte.

Sollte diese erfolgreich ablaufen wäre ganz Damaskus und die umliegende Grenzregion bzw. Provinz Rif Dimashq unter der alleinigen Kontrolle der syrischen Regierung. Ursprünglich gab es widersprüchliche Berichte über eine mögliche Einigung der zwei Seiten für einen friedlichen Abzug der Terrororganisation aus Damaskus, wofür freies Geleit versprochen wird. Seitdem tauchen immer weniger derartige Meldungen auf, können jedoch nicht bestätigt werden. Es ist aber wohl wahrscheinlich dass einige Teile der Enklave lieber aufgeben wollen, als gegen einen haushoch überlegenden Gegner anzutreten.

In den Damaszener Vierteln al-Yarmouk, al-Qadam und Hajar al-Aswad konnten sich Sympathisanten des Islamischen Staates bisher für Jahre halten, was vor allem auf die niedrige militärische Relevanz zurückzuführen ist. Vor wenigen Wochen aber kam es zu einer Eskalation der Gewalt, nachdem sich die syrische Regierung auf eine friedliche Vereinbarung mit der Opposition im Bezirk al-Qadam einigen konnte. Diese sah die Evakuierung der dortigen Rebellen vor, wofür im Gegenzug die syrische Armee die vollständige Kontrolle übernehmen wird. Nach dem Abschluss dieser Evakuierung starteten einige Kommandanten einen übereilten Angriff auf den IS in al-Yarmouk, der daraufhin mit unerbittlichen Gegenoffensiven reagierte und inzwischen fast gänzlich das Viertel al-Qadam sichern konnte.

Ursprünglich handelt es sich bei Yarmouk um ein palästinensisches Flüchtlingslager, welches jedoch nach mehreren Jahrzehnten zu einem richtigen Viertel heranwuchs. 2015 überrannten ehemalige Oppositionskämpfer unter der Flagge des IS das Viertel fast vollständig. Neben der Terrororganisation kontrolliert die Opposition ebenfalls umliegende Bezirke. Hier gibt es eine nahezu einzigartige Konstellation für Syrien: Neben einer Waffenruhe mit der Regierung wollen beide im Kampf gegen den Islamischen Staat miteinander kooperieren und z.B. vom eigenen Territorium gemeinsam Angriffe starten.

 

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