Syrische Armee spaltet Islamischen Staat in Damaskus

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen konnten einen entscheidenden Sieg im Kampf gegen den Islamischen Staat in der syrischen Hauptstadt Damaskus erringen, nachdem die vom IS gehaltenen Gebiete in zwei Teile gespaltet wurden. Am Donnerstag konnten die syrischen Streitkräfte jeweils im Osten und Westen des Damaszener Viertels Hajar al-Aswad vordringen und ihre Kräfte nahe dem örtlichen Friedhof bündeln. Damit befindet sich nun ein Großteil des bereits erwähnten Bezirks weiter südlich von allen Seiten isoliert, es ist unklar wie viele IS-Kämpfer sich dort momentan aufhalten.

Dieser Angriff kam recht überraschend, nachdem es in den vergangenen Tagen der Operation erst zu wenig Fortschritten gekommen ist. Mit der Übernahme des Friedhofes, eines Militärgeländes und dem „Younis-Krankenhaus“ konnte die Republikanische Garde aber die Feuerüberlegenheit über einen 250 Meter breiten Korridor der Terrormiliz erschaffen, wodurch keine Truppenbewegungen oder Nachschubversorgungen seitens des Islamischen Staates mehr möglich waren. Zunächst wird man sich wahrscheinlich auf den südlichen Teil konzentrieren, da die dortigen Verteidigungspositionen schwächer zu sein scheinen, falls sich überhaupt noch größere Mengen an IS-Kämpfern dort auf.

Parallel dazu ist die Evakuierung der umliegenden Oppositionsenklaven in vollem Gange. Die islamistische Fraktion Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat al-Nusra und Fateh al-Sham) wurde bereits aus al-Yarmouk vollständig evakuiert, leere Transportbusse erreichten derweil die weiter östlich liegenden Bezirke Bait Sham, Yalda und Babbila, wo nun schätzungsweise 5.000 Personen (Kämpfer und ihre Familienmitglieder) evakuiert werden sollen.

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Mitglieder von Tahrir al-Sham wurden am 1. Mai aus al-Yarmouk gebracht

In den Damaszener Vierteln al-Yarmouk, al-Qadam und Hajar al-Aswad konnten sich Sympathisanten des Islamischen Staates bisher für Jahre halten, was vor allem auf die niedrige militärische Relevanz zurückzuführen ist. Vor wenigen Wochen aber kam es zu einer Eskalation der Gewalt, nachdem sich die syrische Regierung auf eine friedliche Vereinbarung mit der Opposition im Bezirk al-Qadam einigen konnte. Diese sah die Evakuierung der dortigen Rebellen vor, wofür im Gegenzug die syrische Armee die vollständige Kontrolle übernehmen wird. Nach dem Abschluss dieser Evakuierung starteten einige Kommandanten einen übereilten Angriff auf den IS in al-Yarmouk, der daraufhin mit unerbittlichen Gegenoffensiven reagierte und inzwischen fast gänzlich das Viertel al-Qadam sichern konnte.

Ursprünglich handelt es sich bei Yarmouk um ein palästinensisches Flüchtlingslager, welches jedoch nach mehreren Jahrzehnten zu einem richtigen Viertel heranwuchs. 2015 überrannten ehemalige Oppositionskämpfer unter der Flagge des IS das Viertel fast vollständig. Neben der Terrororganisation kontrolliert die Opposition ebenfalls umliegende Bezirke. Hier gibt es eine nahezu einzigartige Konstellation für Syrien: Neben einer Waffenruhe mit der Regierung wollen beide im Kampf gegen den Islamischen Staat miteinander kooperieren und z.B. vom eigenen Territorium gemeinsam Angriffe starten.

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