Gewalteskalation zwischen kurdischen Parteien im Zuge der irakischen Wahlen

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Im kurdischen Autonomiegebiet im Norden des Iraks eskalierten Streitigkeiten aufgrund der derzeit andauernden Parlamentswahlen. Nach Abschluss des Wahlganges äußerten mehrere kleinere kurdische Parteien den Vorwurf, dass es an vielen Orten in der Provinz Suleimaniyah zu Wahlmanipulation und -fälschung gekommen ist, die die „Patriotische Union Kurdistan“ (PUK) begünstigt hätte, die derzeit regierende Partei in Suleimaniyah. Später schloss sich ebenso die „Demokratische Partei Kurdistans“ (KDP) dem Protest an, zusammen verlangen sie nun eine „manuelle Auszählung“ der Stimmen. Dieser Konflikt endete in gewaltsamen Zusammenstößen, nachdem Unbekannte auf das Hauptgebäude der Gorran-Partei schossen.

Zunächst umstellte das Sicherheitspersonal der PUK das Hauptgebäude von Gorran, welches in der gleichnamigen Provinzhauptstadt liegt. Daraufhin mobilisierte die Partei ihre Anhänger vor Ort, jedoch kam es daraufhin zu keiner Eskalation und die Sicherheitskräfte zogen sich zurück. Später hingegen entwickelte sich die Situation wieder zunehmend kritisch, mindestens ein Zivilist wurde verletzt.

Am Ende kam es in der Nacht zu gewaltsamen Übergriffen auf mehrere Büros und Institutionen der Partei Gorran, ein bewaffneter Mann hatte mehrfach auf das Hauptgebäude geschossen. Einem Gorran-Pressesprecher zufolge handelt es sich dabei um eine Vergeltungsaktion aufgrund des Vorwurfes der Fälschung zugunsten der PUK, dementsprechend soll diese Person auch in Verbindung mit der Patriotischen Union stehen.

Im irakischen Kurdistan regieren traditionell die KDP und PUK seit Jahrzehnten in ihren jeweiligen Provinzen und haben den Ruf der Korruption und des Nepotismus, da beide seit ihrer Gründung von einer Familie (den Bahrzanis und Talabanis) kontrolliert und beherrscht werden und jeglicher Widerstand dagegen bekämpft wird. Als Reaktion auf diese Missstände gründeten sich neue Parteien wie „Gorran“ oder „Neue Generation“, die aktiv die Korruption in Kurdistan bekämpfen wollen. Dementsprechend kommt es oft zu Reibereien zwischen den kurdischen Parteien, auch zwischen Anhängern der KDP und PUK untereinander. Beide Regierungsparteien unterhalten ihr eigenes Militär bzw. Milizenverband.

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