Houthi-Rebellen belagern Armee nahe wichtiger Küstenstadt

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Einwohner feiern al-Quds-Tag in al-Hodaydah (im Bild ist einer der erbeuteten MRAPs zu sehen)

Die Situation an der westlichen Küste des Jemens hat sich in den letzten Tagen für die Houthi-Rebellen wesentlich entspannt: Nach mehreren Gegenangriffen und Überfällen auf die Nachschublinien verschiedenster Kampfverbände unter dem Kommando der Regierung unter Mansour Hadi scheint die Eroberung der wichtigsten Hafenstadt al-Hodaydah in weiter Ferne zu rücken. In der Stadt fand anlässlich des al-Quds-Tages eine große Militärparade und Demonstration statt, wo sich Zehntausende Einwohner versammelten und erbeutetes Kriegsgerät vom Gegner gezeigt wurde.

Die ebenfalls als „Ansar Allah“ bekannten Houthi-Rebellen konnten in den vergangenen Tagen mehrmals feindliche Truppen umzingeln, töten oder gefangen nehmen. Diese bestehen primär aus sudanesischen Söldnern, Armeeeinheiten unter der Hadi-Regierung, Spezialeinheiten der Vereinigten Arabischen Emirate und Kämpfer der „Southern Resistance“, dem militärischen Flügel der südjemenitischen Unabhängigkeitsbewegung. Bei einem Überfall auf das Dorf al-Shaab wurden beispielsweise elf Kämpfer getötet und zwei weitere gefangen genommen. Bei den Gefechten setzten Houthis auch Mittelstreckenraketen und Drohnen ein.

Neben etlichen Waffen, Raketen und Panzerabwehrwaffen konnten die Houthis außerdem drei MRAPs erbeuten, die von den VAE bereitgestellt und in den USA produziert werden. Direkt darauf wurden sie nach al-Hodaydah gebracht und als Kriegsbeute in der Militärparade genutzt. Inzwischen bestätigt ein Sprecher der Houthis offiziell das Areal um al-Jah wiedererobert zu haben, was die Einkreisung mehrerer Truppenverbände weiter nördlich bedeutet. Dadurch kann die Armeeoffensive nach bisherigen Stand als gescheitert angesehen werden, insofern es zu keinen neuen und überraschenden Entwicklungen kommt.

Dies bedeutet einen enormen Verlust für den Süden und vor allem für die VAE, die viele Ressourcen in diese Offensive investiert haben. Am Höhepunkt der Kämpfe befanden sie sich nur noch wenige Kilometer vom Flughafen al-Hudaydas entfernt. Die Houthis zogen sich über die Dauer der Operation immer ohne sonderliche Gefechte zurück, hinterließen aber etliche Minen und weitere Sprengstoffvorrichtungen. Die nun eingesetzte Guerilla-Taktik, mit leichten Fußeinheiten die Nachschublinien zu eliminieren ist typisch für Ansar Allah und versprach trotz diverser Niederlagen in der Vergangenheit immer wieder Erfolg.

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Vor wenigen Monaten starteten die Streitkräfte des Südjemens und der Hadi-Regierung einen koordinierten Großangriff auf die letzte wichtige Küstenstadt unter der Kontrolle der Houthis. Nicht nur wäre diese Eroberung ein bedeutender Sieg, auch stellt der dortige Hafen die letzte humanitäre Verbindung zur Außenwelt für den Norden des Landes dar, nachdem der Westen und verschiedene Golfstaaten das ärmste arabische Land seit 2015 faktisch belagern. Berichten zufolge werden 90% aller humanitären Hilfsgüter über diesen Hafen ins Land gebracht.

 

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