Armee übernimmt gesamte jordanische Grenze

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Syrischer Soldat wird im Dorf Kharabat al-Shahm gefeiert

Nach nächtlichen Verhandlungen zwischen Zivilräten der Opposition, Russland und der syrischen Regierung konnte man sich letzten Endes auf eine friedliche Übernahme aller an Jordanien grenzenden Gebiete einigen, die sich nach der zweiwöchigen Militäroperation der Syrisch-Arabischen Armee noch nicht unter der Kontrolle der Regierung befindet. Darunter fällt ein Grenzstreifen in der Länge von etwa 40 Kilometern unter der Kontrolle der Armee, darunter Einer der zwei einzigen Grenzübergänge zum südlichen Nachbarland. Am Westen grenzt man nun an der sogenannten „Jaish Khalid bin-Walid“ an, eine islamistische Gruppierung sie sich vor Jahren dem Islamischen Staat angeschlossen hat aber relativ unabhängig und isoliert entlang der jordanisch-israelischen Grenze in Syrien agiert. Aufgrund der teilweise erfolgreichen Diplomatie mit den Aufständischen könnte er sich zum stärksten Gegner in Südsyrien entwickeln.

Mithilfe russischer Unterstützung befindet sich nun das Grenzgebiet völlig unter Kontrolle, mehrere Dörfer und Städte wie Kharabat al-Shahm, Yadudah, Muzayrib, Tell Shilbab, Zayzun und weitere Orte bis zum Wahda-Staudamm im Westen, der derzeit an den Frontlinien zum IS liegt. Ebenfalls schloss sich scheinbar die Stadt Tafas weiter nördlich dem „Versöhnungsprozess“ an, nachdem eine russische Delegation für mehrere Stunden gestern erfolglos vor Ort tagte. Bereits jetzt begannen Aufständische damit, ihre schweren Waffen und Fahrzeuge wie mehrere mit Maschinengewehre ausgestattete Pick-Ups der Armee zu übergeben. Aus der seit Anbeginn des Konfliktes geteilte Großstadt Dara’a sollen über 1.000 Kämpfer entweder nach Jordanien oder nach Idlib gebracht werden. Die Stadt hat eine besondere symbolische Bedeutung da sie als Geburtsort der „Revolution“ gilt.

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Ungefähre Situation im Süden (Tafas befindet sich fälschlicherweise unter der Kontrolle des IS und die Region um Bosra im Osten unter der Regierung)

Der Süden Syriens hat eine besondere symbolische Bedeutung, immerhin startete dort der syrische Konflikt im Jahre 2011. Die oppositionellen Kräfte vor Ort sind im Vergleich zum Rest des Landes verhältnismäßig moderat unter der Führung der „Southern Front“, das größte Bündnis im Süden. Nachdem aber Erfolge gegen die syrische Armee seit Jahren ausblieben gewannen islamistische Kräfte wie Ahrar al-Sham, Tahrir al-Sham oder die dem Islamischen Staat angehörige Jaish Khalid bin-Waleed an Zuwachs.

Eigentlich ist die Region eine in Folge der Astana-Gespräche ausgehandelte „Deeskalationszone“ wo es eine faktische Waffenruhe gibt, jedoch sind die Kämpfe nie gänzlich erloschen und finden nun ihr Ende in der großen Armeeoffensive mit dem Ziel, die gesamte Grenzregion zu Israel und Jordanien wiederzuerobern. Danach kontrolliert die Opposition neben Wüstengebieten um den irakischen Grenzübergang al-Tanf lediglich Teile der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes.

 

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