Syrische Armee macht enorme Gewinne entlang israelischer Grenze

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Bewohner von Tafas feiern den Einzug der syrischen Armee und Regierung

Die Syrisch-Arabische Armee und verbündete Milizen setzen ihre Erfolgsoffensive im Südwesten Syriens fort und konzentrieren sich inzwischen auf die an Israel angrenzende Provinz Quneitra, nachdem sich ein Großteil der Provinz Dara’a unter der Kontrolle der syrischen Regierung befindet. Ungeachtet der militärischen Erfolge kommt es erstmals seit längerer Zeit wieder zum Widerstand, als man auf das Kerngebiet von Islamisten vorstoßt. Unter der neuen Eskalation leiden vor allem die eingeschlossenen Zivilisten, die nirgendwohin fliehen können.

Besondere Fortschritte konnte die Armee im Nordwesten der Provinz Dara’a erringen, nachdem man die Frontlinien dort erst jetzt aktiviert hat. Mithilfe von diplomatischen und militärischen Mitteln konnten die syrischen Streitkräfte Dutzende Ortschaften in der Nähe zum israelischen Grenzgebiet erobern oder befrieden. Darunter befinden sich wichtige Städte wie Kafr Shams, Khirbat Qarin, al-Tayhah, Aqraba, Simlin und al-Harrah mit dem gleichnamigen Berg. Die Region war zuvor als „Dreieck des Todes“ berühmt und berüchtigt, konnte jedoch innerhalb weniger Tage vollständig gesichert werden. Derzeit werden Sicherungsmaßnahmen entlang der Grenze zu Quneitra unternommen.

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Dutzende Luftschläge treffen die Verteidigungspositionen von Tahrir al-Sham bei al-Harrah 

Besonders hart umkämpft war al-Harrah, nachdem islamistische Kräfte um Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat al-Nusra und Fateh al-Sham) dort aufgrund der strategisch wichtigen Lage Stellung bezogen. Erst nach einer zwei Tage andauernden Großoffensive der Elitteinheit der „Tiger Forces“ mit Unterstützung der syrischen und russischen Luftstreitkräfte konnten die Islamisten zum Rückzug bewegen und damit den höchsten Berg in der Region sichern. Im Gegensatz zum restlichen Südsyrien sind Dschihadisten hier in der Grenzregion zu Israel besonders präsent und werden keine Friedens- oder Evakuierungsverhandlungen mit der Regierung akzeptieren.

Viele Orte bevorzugten die Diplomatie der wie in al-Harrah angerichteten Zerstörung und hissten zunächst die Fahne der syrischen Regierung, welches einer Kapitulation gleichkommt und zugleich die Bereitschaft für Verhandlungen ausdrückt. Bisher traten sie aber noch nicht in einem direkten Kontakt mit Russland und/oder der Regierung, wobei es nur noch eine Frage der Zeit sein wird. Es bleibt abzuwarten für welchen Weg sich die zwei letzten großen Städte Nawa und Jasim entscheiden würden. Daraufhin würde die Opposition nur noch in der Provinz Quneitra präsent sein.

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Die Provinzhauptstadt und größte Stadt im Süden des Landes Dara’a befindet sich inzwischen vollständig unter der Kontrolle der syrischen Streitkräfte, nachdem man sich mit rund 1.500 Kämpfern vor Ort auf eine Evakuierung einigen konnte. Demnach werden die Islamisten in die Provinz Idlib gebracht, das letzte größere Gebiet unter der Kontrolle der Opposition. Damit befindet sich der „Geburtsort der Revolution“ wieder unter Regierungskontrolle, symbolisch dafür wurde im Viertel Daraa al-Balad bei der al-Omari-Moschee die Flagge der Arabischen Republik Syrien gehisst, von wo aus die Proteste im März 2011 starteten. Der gesamte Süden und Osten der Provinz wird nun von der Regierung beherrscht.

Derweil kommt es zu immer größeren Gefechten zwischen dem Islamischen Staat und der Armee bzw. Aufständischen, die Unterstützung im Kampf gegen die Terrororganisation erbitten. Bisher konnte der IS bzw. die mit ihm verbündete Organisation „Jaish Khalid bin Walid“ die Stadt al-Hayt im Süden erobern, nachdem der Ort für ein Jahr belagert war und die Bevölkerung vor Ort eine Evakuierung erreichen konnte. Dadurch befindet sich das ganze Yarmouk-Tal am Grenzgebiet zu Jordanien und Israel unter der Kontrolle des Islamischen Staates. Bei den Gefechten setzte der IS mehrere Autobomben bzw. Selbstmordattentäter (SVBIEDs) ein.

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