Syrische Armee rückt gegen den Islamischen Staat in Suweida vor

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Die Syrisch-Arabische Armee und verbündete Milizen wie beispielsweise Nosour al-Zawbaa oder die Hisbollah führen ihre Offensive gegen den Islamischen Staat in der syrischen Wüste mit dem Schwerpunkt in der drusischen Provinz Suweida fort. Die seit mehreren Tagen andauernde Säuberungsaktion sieht derzeit einen Angriff auf die Region um den Vulkan al-Safa vor, wo man bereits mehrere Lager der Terrormiliz vernichten konnte. Vereinzelt trifft man auf Widerstand, mehrere Soldaten wurden durch Selbstmordattentäter getötet. In der Nähe gab es Berichte von einem Drohnenangriff.

In der letzten Nacht überfielen einige IS-Kämpfer eine Verteidigungsposition der Miliz Nosour al-Zawbaa angegriffen und dabei mehrere Selbstmordattentäter eingesetzt. Dabei konnte jedoch auch ein Mitglied des Islamischen Staates festgenommen werden, welcher im darauffolgenden Tag an einer Kirchruine in der Stadt Suweida öffentlich erhängt wurde. Die christlich-säkulare Miliz hatte schon immer eine wichtige Präsenz in der Provinz im Kampf gegen die Extremisten und bildet momentan Frauen in der Verteidigung ihrer Dörfer aus, sollte der IS nochmals zuschlagen. Insgesamt starben bisher 15 Kämpfer von al-Zawbaa bei Gefechten in der Wüste.

Nahe dem Dumayr-Luftwaffenstützpunkt gab es in der vorherigen Nacht Berichte von angeblichen Drohnenangriffen, was ein außergewöhnliches Ereignis bedeuten würde. Bisher wurde die russisch-syrische Basis bei Hmeimin immer wieder von provisorisch zusammengebastelten Drohnen attackiert, die Ausweitung dessen auf das wesentlich weiter entfernte Dumayr ist bisher ein einmaliger Fall. Sollten sich diese Berichte bewahrheiten ist aber genauso der Drohneneinsatz durch den Islamischen Staat möglich, wenn auch unwahrscheinlicher.

Die Säuberung des Islamischen Staates von schwer kontrollierbaren Regionen erweist sich gemeinhin als herausforderndes Problem, welches weder in Syrien, noch im Irak gelöst werden konnte. Dort hat die Terrormiliz etliche Rückzugsorte, von wo der IS immer wieder Überfälle oder Massaker, wie jenes in Suweida, planen und ausführen kann. Diese neu gestartete Operation wird zwar wahrscheinlich den Rest-IS entscheidend schwächen, aber nicht vollständig schlagen.

Ursprünglich stammen die dortigen IS-Kämpfer aus dem Damaszener Viertel Yarmouk, von wo sie nach einer ausgehandelten Vereinbarung mit der syrischen Regierung evakuiert wurden. Daraufhin wurden sie in die syrische Wüste transportiert, wo sie neue Positionen aufbauten und nun mehrere Anschläge und Überfälle durchgeführt haben. Der Angriff auf mehrere Orte in Suweida mit über 300 Toten war der Startschuss für eine neue Anti-IS-Operation der syrischen Armee.

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