Syrer wegen Erdogan-Kritik in Nordsyrien inhaftiert

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In der nordsyrischen Stadt al-Bab wurde am vergangenen Tag eine Person wegen negativen Äußerungen bezüglich des türkischen Präsidenten Recep Erdogan und seiner Syrienpolitik inhaftiert und zu einer Geldbuße verpflichtet. Der syrische Doktor Mahmoud al-Sayeh wurde demnach zu einer Strafe von sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von 5.000 türkischer Lira verpflichtet. Er wurde bei einem Besuch seiner Familie direkt von der Hamza-Division festgenommen, eine pro-türkische Miliz welche zu den größten und stärksten im Nord-Aleppo zählt. Dem Urteil zufolge kritisierte er über Facebook öffentlich den türkischen Präsidenten und die „syrische Revolution“.

Sowohl al-Bab als auch die umliegenden Gebiete werden von den verschiedensten islamistischen Organisationen unter der Schirmherrschaft der Türkei kontrolliert. Seit der in Syrien gestarteten Operation „Euphrates Shield“ im Jahre 2015 gegen den Islamischen Staat befindet sich der Nordwesten der türkisch-syrischen Grenzregion unter der faktischen Kontrolle der Türkei. Neben Jarablus zählt al-Bab zu den größten und wichtigsten Städten in der Region, die türkischen Streitkräfte selber unterrichten eine Militärbasis und ein Feldlazarett in der Stadt. Erst unter schweren Verlusten konnte die Stadt mit türkischer Unterstützung nach wochenlangen Kämpfen erobert werden. Neben der schlechten humanitären Situation kommt es auch immer wieder zu internen Gefechten zwischen den verschiedenen islamistischen Fraktionen, in dessen Folge auch Zivilisten in Gefahr geraten.

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