Russland bringt Unterstützung für den bevorstehenden Kampf um Idlib

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Admiral Essen gehört zu den Fregatten, die nach Syrien fahren

Alle wichtigen Fraktionen bringen sich in und um die nordwestlich gelegene Provinz Idlib in Stellung, ein finaler Kampf zwischen der syrischen Regierung und von islamistischen Kräften kontrollierten und dominierten Opposition steht bevor. Während Tag für Tag neue Einheiten die Frontlinien erreichen, schickt Russland mehrere Kriegsschiffe und U-Boote entlang des Mittelmeers in Richtung der syrischen Küste. Derweil bereitet sich die Opposition möglicherweise auf eine eigene Gegenoffensive vor und erhöht dadurch ihre Aktivitäten an der Front, unter anderem durch den vermehrten Einsatz von selbstgebauten Drohnen. Die Lage spitzt sich zu, während die Türkei zunehmend ruhiger wird.

Eine von mehreren Fregatten angeführte Flotte der russischen Marine befindet sich derzeit auf dem Weg nach Syrien. Hauptsächlich vom Schwarzen Meer und dem Eismeer kommend, befinden sich darunter auch mehrere U-Boote der Kilo-Klasse. Allesamt sollen sie mit Kalbir-Lenkwaffen ausgerüstet sein, die wie bereits in der Vergangenheit auf strategische Ziele in Syrien eingesetzt werden könnten. Zudem warnt Moskau der USA, keine „rücksichtslosen Schritte“ in Syrien unternehmen zu wollen. Diese Aussage bezieht sich auf die Drohung der USA, dass man im Falle eines Giftgasangriffes eine „heftige Reaktion“ zu erwarten habe.

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Jaish al-Izzah mobilisiert ihre Einheiten in Nord-hama

Auf dem Boden hat sich die Situation hingegen wenig verändert, sowohl die verschiedenen Milizen als auch die syrische Armee bringen sich in Stellung, tagtäglich erreicht immer neue Nachschub und Verstärkung die Frontlinien. Darunter befinden sich auch mindestens 500 Ex-Rebellen, die aus Dara’a stammen und sich nun der Armee angeschlossen haben. Die Aufständischen reagieren darauf mit dem Einsatz von Kamikaze-Drohnen, die zuvor nur gegen die russisch-syrische Luftbasis al-Hmeimin eingesetzt wurden. So wurden über den Himmel von Nord-Hama mehrere solcher Drohnen abgeschossen, die syrische Armee hat selber speziell für diesen Einsatz entwickelten Gewehre im Inventar.

Einigen Berichten zufolge sind diese Drohnen aber nur die Vorboten einer größeren, bevorstehenden Offensive. Demnach soll die Opposition einen letzten Angriff auf Aleppo oder die Region im Norden Hamas planen. Mehrere Tausend Kämpfer sollen demnach für diese Operation bereitstehen. Sollte sich dieser Plan bewahrheiten, würde es wohl ein letzter verzweifelter Versuch darstellen, da die Islamisten militärisch unterlegen sind, geschweige gar neue Gebiete erobern zu können.

Die USA warnen die syrische Regierung, einen Angriff in der Provinz Idlib starten zu wollen. Jedoch geschah gleiches bereits bei der Offensive in Südsyrien, die Drohungen erwiesen sich nur als leere Rhetorik. Ohnehin steht Idlib unter türkischen Einfluss, das nördliche Nachbarland besitzt selber mehrere „Observierungspunkte“ bzw. Militärbasen in der Provinz, die den in den Astana-Gesprächen zwischen dem Iran, Russland und der Türkei ausgehandelten Frieden in den „Deeskalationszonen“ überwachen sollen. Von einstigen Drohungen wurde die Türkei inzwischen auch immer ruhiger, inzwischen sagen Regierungsoffiziere, man werde gemeinsam mit Russland gegen die „terroristischen Gruppierungen“ in Idlib vorgehen.

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